Mittelalter-Projekt 1.1
Thursday, October 26. 2006
Ok, eine Prinzessin läuft nicht im einem viel zu großen Mantel im Schlabberlook rum. Aber um mir stilecht einen bodenlangen und kreisförmigen Umhang zu machen reicht die Liebe zum Altertum nun doch nicht. Ich habe nämlich einen solchen Umhang aus wunderschönem schwarzen Samt, und den trage ich nur, wenn ich weiß ich muss nicht autofahren, einkaufen, was in der Hand halten, eine Tasche umhängen etc. Also nur für den Showeffekt. Na ja, es ist auch ein tolles Tragegefühl, aber halt total unpraktisch.
So ein Hüllenmantel hingegen ist wie ein kuscheliges Ein-Frau-Zelt. Nur ich und mein Mantel. Zur Not kann ich mich darin zurückziehen, oder noch so ein, zwei weitere Mäntel drunterziehen, sollte es in Solingen mal wieder 10 Grad minus werden.
Genug der Vorreden, ich habe heute morgen nach einem Schnitt geguckt. Das hat ca. 5 Minuten gedauert. Denn ich hatte noch die Burda ganz oben liegen, nach der ich auch mein grünes Woll-Kleid zugeschnitten hab. Dieses Heft wird mir unheimlich: Wenn man Glück hat, sind in einer Burda mehr als ein verwertbarer Schnitt (je nach Geschmack der Leserin, versteht sich). In dieser Burda sind es jetzt schon 4, die ich nähen möchte, und es werden ständig mehr.
Hier stelle ich euch meine aktuelle Lieblingsburda vor: Ausgabe 10/1999.
Die ist alt, nach Fashion-Maßstäben gemessen. Antik. Überholt. Aber genau mein Ding. Ich bekam sie mit einem Paket von 12 Burdas, die ich neulich günstig von einer Hobbyschneiderin ergattern konnte. Und was würde ich ohne eben diese Ausgabe machen? Denn darin war auch das Kleid, welches mir die Vorstellung von dem ganzen Projekt gab. Bisher hatte ich nur "lang und weit" im Sinn für meinen Mittelalter-Look. Dann sah ich dieses wunderschöne Kleid. Ich will mir den ausführlichen Bericht über DAS Kleid noch ein wenig aufheben, bis es fix und fertig ist, aber wegen DEM Kleid lag halt die Burda 10/99 hier die ganze Zeit herum.
Und neben all den anderen schönen Schnitten in dieser Burda, findet man dort auch einen fast perfekten Schnitt für meinen Mantel. Die Ärmel sind recht weit, aber da ich diesen Magier-Ärmel Effekt haben will, werde ich sie wohl NOCH weiter machen. Ich hoffe, das wird nicht albern aussehen.
Zwar ist der Schnitt als Dufflecoat tituliert, aber sowas hat mich noch nie abgehalten. Ich überlege nun, ob ich eine Kapuze will, oder einen einfachen runden Halsauschnitt wie in meiner Skizze. Wenn Kapuze, dann zipfelig, den Schnitt dahingehend abzuändern dürfte ein Klacks sein.
Hier seht ihr den Mantel mal groß und in Farbe (grau IST eine Farbe, wenn auch eine "unbunte"). Ich sehe ihn schon vor mir: Grün-Lila-Rostrot-kuschelig-weit. Seht ihr das auch?

PS: Au weia, ich lese grade, für den Mantel brauche ich für meine Größe 4,30 Meter Stoff. Also 2,30 Meter stricken. Ich muss bekloppt sein.
Ja, ich weiß ich brauche nicht 2,30 Meter stricken, da ich ja keinen Verschnitt habe. Ich stricke nur, was an Stoff fehlt. Und da ich eh patchen will, kann ich auch den Stoff bis zum letzten Fitzelchen verbrauchen. Denke ich. Hoffe ich.
Catwork
Tuesday, October 17. 2006
Habe ich tatsächlich ein Internet-Angebot von Burda übersehen? Heute las ich im Blog von Nowak vom "Catwork", dem Nachwuchs-Designer-Wettbewerb von Burda. Na gut, die Abstimmung, an der nun Besucher der Homepage teilnehmen können, wurde heute hinzugefügt. Also doch nix verpasst, puh. Aber warum heisst der Wettbewerb Catwork? Nowak vermutet, der Name (zu deutsch "Katzenarbeit") hängt mit der mangelnden Entschlusskraft von Stubentigern zusammen. Genau wie Katzen mangelt es den Kreativen der Modeindustrie an dem ultimativen letzten Wort, modetechnisch wäre das wohl "Und das ist jetzt Mode und bleibt es auch!"
Nun, ich denke, Catwork ist eine Wortspielerei, abgeleitet von Catwalk, denn so heissen ja die Bretter, die die Modewelt bedeuten. (Aber ich vermute, Nowak will uns nur testen, und mal sehen, was wir so alles assoziieren.)
Nowak hat ja auch schon eine kleine, aber feine Auswahl aus den angebotenen 30 Entwürfen getroffen. Nachdem ich mir nun meinerseits alle mal in Ruhe angeschaut habe, konnte ich die Entwürfe grob in 4 Gruppen einteilen:
- Schöne Zeichnungen, aber untragbar oder langweilig
- Seltsame, nur auf Wirkung bedachte Bilder, wer soll da was tragen?
- Uninteressante oder gar schlechte Zeichnungen, aber interessante Modelle
- Gute Zeichnung, interessante Modelle
Sollte ich nun abstimmen, welche ZEICHNUNGEN mir am besten gefallen, hätte ich diese hier erwogen (auf der Burda-Seite könnt ihr die grossen Bilder dazu sehen):
Auch eine sehr schöne Zeichnung ist diese hier, nur leider kann ich mit dem gezeichneten Röckchen so gar nix anfangen:
Das folgende Kleid würde ich wahnsinnig gerne mal tragen, aber dann muss mir die Designerin erklären, wie ich ins Auto komme. Oder zur nächsten Party laufen?
Auch das Make-Up ist noch stark diskussionswürdig! Und: Ich muss ständig an Thierry Mugler denken, wenn ich das Teil sehe.....
Und welche Skizze ist nun mein persönlicher Sieger? Nun, ich habe eine einzige Skizze gefunden, in der die Qualität der Zeichnung, die Aufbereitung der Grafik und gedachter Schnitt nebst wirklich tragbarer Kombination eine gelungene Verbindung eingehen:
Einen Hintergedanken hatte ich dabei auch noch: In der Oktober-Ausgabe der BurdaModen 2006 wurde ein Siegermodell, der Mantel von burda-Award-Siegerin Svea Röder, als Schnitt beigefügt. (Leider übrigens OHNE die sehr interessanten gerafften Schultern!!!). Vielleicht haben wir ja Glück, und können das obige süße Kleidchen nebst der witzigen Jacke mal in einer zukünftigen Burda bewundern und nachscheidern. Das wird dann unsere "Catwork" für den Catwalk in der Fußgängerzone ![]()
Der Teufel trägt Prada
Saturday, October 14. 2006
Ich habe seinerzeit meinen Mann in einen Männerfilm begleitet. Starsky und Hutch war eine harte Prüfung meiner Nerven. Autos, Autos, coole Typen. Wie man daran Spass haben kann wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.
Gestern abend konnte er sich revanchieren. Er hatte die Idee, ins Kino zu gehen. Stellt euch vor, wie sehr ich gestaunt habe, als er den aktuellen Film "Der Teufel trägt Prada" vorschlug. Die Rache für Starsky und Hutch!
Der Film wurde ja bereits auf der Burda-Seite angepriesen, und dort gab es auch Fotos vom Film zu sehen, die ich nicht einmal auf der offiziellen Website des Films finden konnte! Ja, warum gehen wir Weiber in solch einen Film? Der Botschaft wegen? Dafür lese ich Bücher. Der romantischen Story wegen? Am Ende ist ihr Freund futsch, ha! Ja warum? Die Klamotten! Schuhe, Taschen, STYLING! Ok, das war jetzt kein Geheimnis. Aber warum gehen Männer in einen solchen Film?
Der Frauenanteil war zwar überproportional hoch, aber die Handvoll Männer im Kino waren wohl das, was Coco Chanel einst so schön formulierte: "Ein Mann kann anziehen, was er will - er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau." Also "ab ins Kino und durch" für die Kerle, 1,5 Stunden Klamottenrausch für uns.
Die Rahmenhandlung vermischte verschiedene altbekannte Elemente: Ein bisschen My fair Lady (die Verwandlung eines hässlichen Entchens in einen Schwan ist ja auch ein beliebtes Filmmotiv), ein bisschen Klärung der Frage, wie weit Integrität gehen soll. Sind mir Wahrhaftigkeit und Freundschaft wichtiger als Klamotten und Karriere?
Am Ende erschloss sich mir auch der Sinn des Filmtitels "Der Teufel trägt Prada"... einige der Protagonisten wurden und werden vor die Entscheidung gestellt, für Glanz und Glorie, namentlich gekennzeichnet durch Prada und Co, ihre Seele zu verkaufen, letzteres wohl wortwörtlich.
Nun, ob sich die Hauptdarstellerin am Ende für Prada oder ihre Seele entscheidet, das will ich euch hier nicht verraten. Aber ich bin mir wirklich nicht sicher, wie ich selbst diese recht schwierige Frage beantworten würde. Markenklamotten....bin ich immun gegen, ich will mich nicht in fremde Kreativität hüllen. Schuhe hab ich ein paar mehr als ich wirklich brauche, also kein Bedarf. Taschen habe und brauche ich genau eine, also auch kein Mittel der Verführung für mich. Doch bei der Frage der Machtausübung, da komme ich ins Grübeln. Wenn ich es wäre, die der Welt sagen kann, was morgen "in" ist, würde ich dafür meine Seele in die Waagschale werfen? Diese traumwandlerische Sicherheit, Trends zu erkennen, sogar zu entwerfen? Ich glaube, da könnte ich nicht nein sagen.
Und falls der Teufel jemals an meine Tür klopft und mir einen Deal anbietet, sollte er die Prada-Klamotten zu Hause lassen. Ich werde nur schwach, wenn auf den Einkaufstüten "Vivenne Westwood" steht. Aber bei mir klopft es ja nicht.....
PS: Lustig war, als Andy Sachs, die kluge und wunderhübsche Hauptfigur, in einem grünen Raffkleid auftaucht. Guckt mal das Foto bei Burda. (ich hoffe der Link bleibt noch eine Weile). Und dann vergleicht es mit meinem Wunschkleid, über das ich gestern noch sprach. Ja, ich weiß, etwas anders, aber wenn man bedenkt dass meine Skizze das Wunschbild auch nicht 100prozentig wiedergibt... dann ist die Ähnlichkeit schon verblüffend. Funny coincidence, isn´t it?
Mode-Vergleich
Friday, August 25. 2006
Schon oft fiel mir auf, wie oft Burdamoden das Gras wachsen hört.
Drum heute mal ein erster Mode-Vergleich.
Gestern kam ein neuer Heinekatalog. Dort fand sich dieses Wickelkleid.
Bereits vor Wochen hab ich dieses Wickelkleid von Burda genäht.
Bei mir sah das so aus.
Lustigerweise scheint das Bild des Heinekleides auf Webspace von Otto zu liegen..... arbeiten die zusammen? Und das Rot ist auf dem Onlinefoto sehr dunkel (wieder mal mein Bildschirm?), im Katalog war es deutlich heller, mehr wie bei Burda.
Haute Couture
Friday, May 19. 2006
Warum entwerfen die Top-Designer solch bekloppte Klamotten?
Markekting
Image
Trendsetting
...
Ja, nett.
Wer soll das tragen?
Niemand.
Die verrückten Kleider sind Selbstzweck. Sagen: "Hallo, ich kann mir SOWAS ausdenken" zeigen die IDEE eines Modetrends. Bei Jean Paul Gaultier sah ich gerade das Laufstegfoto einer Kindfrau mit passend gekleidetem Püppchen.... also mehr Kind als Frau? Image. Eine Idee. Die sagt: "Schau her, ich bin das Kind in der Frau" und "ich spiele nur" oder gar "Ich bin ganz klein und hilflos, beschütze mich"...
Ich hab Kinder, ich gehe nicht mit einer (passend zu meinem Outfit gekleideten) Puppe in der Hand aus dem Haus. (Hier darf gelacht werden)
Gestern trug ich den Ranzen meines Sohnes nach Hause... auf dem Weg haben wir im Aldi eingekauft, ich in der Hand eine Tasche voller Nahrungsmittel, in der anderen eine Tasche voller Bastelzeugs (Projektwoche) und praktischerweise trug ich seinen Ranzen dann... na ja... auf dem Rücken. Und fühlte mich seltsam. Als ich eben das Model mit Puppe sah.... gleiche Sache (kindliche Gebrauchsgegenstände) aber WELTEN zwischen Ursache und Wirkung. HAHA!
Zurück ins Leben: Manches Mal sehe ich aber doch Laufstegmode, bei der gerate ich ins Träumen. Einmal in einem solchen Fummel aus dem Haus gehen! Oder ihn daheim ausführen und Schatzi eine Freunde machen. Darum habe ich das zu einem Projekt erklärt: Haute Couture ins Leben rufen, in MEIN Leben!
Wie bei dem Modemanifest habe ich keine Ahnung wohin die Reise geht, aber irgendwann suche ich mir einen Laufstegfummel aus und mach das nach. Jawoll!
Und so lange es diesen Link noch gibt, schaut mal hier hinein:
Modemanifest
Wednesday, March 22. 2006

Sind Abendkleider nicht wunderschön?

Heiraten nicht manche Frauen nur, um einmal im Leben wie eine Prinzessin auszusehen?

Träumen wir Mädchen nicht alle davon, in mittelalterlicher Gewandung über den Asphalt zu schweben?
Ich will nicht bis zum Mittelaltermarkt warten!
Ich möchte nicht Karneval feiern müssen, nur um im Gewand nicht aufzufallen!
Wir leben in einer Zeit, in der persönliche Freiheit nicht nur gross geschrieben wird, sondern auch erreicht zu sein scheint.
Doch warum rennen Millionen von Frauen jede Saison in die "Mode"läden, um
sich lemminggleich in die exakt gleichen Fummel zu schälen, die von
Illustrierten und Werbung vorgegeben werden? Ist das ein Ausdruck
persönlicher Freiheit?
Es ist das Bedürfnis sich anzupassen! (Und das Bedürfnis der Industrie damit Geld zu verdienen)
Lebe ich einmal oder viele Male? Habe ich die Zeit, mich gängeln zu lassen?
Lohnt sich diese- vielleicht einzige- Lebenszeit, um nach Maßstäben fremder Menschen gekleidet zu sein?

Nein!
Ich will jeden Tag eine Prinzessin sein!
Ich will mit Schleppe zum Einkaufen!
Das ist unpraktisch?
Sind beigefarbene Kostüme praktisch? Sind knallenge Jeans pratisch?
Man kann aus jedem Stil vergangener Epochen eine tragbare Variante erstellen.
Man kann sich selbst verzaubern.
Man muss nicht wie ein Dackel hinter dem Mode-Herrchen herlaufen, der
diese "Mode" nur vorgibt, um jedes Jahr eine neue Kollektion zu
verkaufen.

Grosse Worte, wenig Mut..... kann ich umsetzen was ich selbst so sehr wünsche?

Einen Versuch ist es wert!






