Gute Nacht
Wednesday, November 1. 2006
Jetzt ist es Mittwoch, kurz nach vier (nachts!). Nachdem der Tag voller Sand im Getriebe war (Sonnenscheins Anruf gehörte zu den guten Körnchen
) und nichts so lief wie es laufen sollte, fuhr ich am frühen Abend zum Brings-Konzert mit ungepackten Koffern.
Zur Erinnerung: Abends Brings, morgens Abfahrt zur Messe "Kreativwelt Wiesbaden". Irgendwie wollte mir das Konzert diesmal nicht so recht gefallen, ich vermute es lag an der drangvollen Enge des Konzertsaales. Am Rande bekamen wir mit, dass eventuell im nächsten Jahr eine grössere Halle gesucht wird für das Brings-Halloween-Konzert. Wenn nicht, dann gehe ich auf keinen Fall hin. Im letzten Jahr fand das besondere Konzert zum erstem Mal statt, quasi als "Test" und war deutlich weniger besucht. Zum Glück.
Aber nach einem stressigen Tag und in Anbetracht einer bevorstehenden Nacht mit Packen und Räumen habe ich mir ein T-Shirt gegönnt, das ich schon vor einem Jahr im Auge hatte. An einem Verkaufsstand konnte man Fan-Artikel erwerben. Ich würde mich nun nicht gerade als Brings-Fan bezeichnen, aber eins meiner Lieblingslieder ist von Brings: Superjeile Zick. (Wer das nicht versteht darf fragen) Ich finde das Shirt auch "jeil", seht selbst:

Gegen halb 2 waren wir dann wieder daheim. Mein Töchterlein natürlich noch wach. Na dann kann sie ja mal eben mein- heute auf die Schnelle beendetes- Kleid knipsen. Also schnell übergezogen, schwarzen Rock drunter und tadaaaaaa:

Ich finde ja, man sieht nun gnadenlos, dass ich seit Ostern 5 Kilo zugelegt habe. Der schwere Wollstoff zieht auch das Kleid sehr nach unten, was die ohnehin kümmerliche Oberweite noch mehr plättet, seufz. Und ich muss zugeben, dass mein Engermachen keine gute Idee war. Nun sitzt es obenrum arg stramm, selber schuld.
Aber witzig finde ich, dass das Kleid sogar perfekt zu meinem neuen Brings-Shirt passt, hehe. Die Farben sind wieder recht schlecht, unten künstlich aufgehellt, damit man überhaupt was von dem vorne kürzeren Saum sieht. Ich erinnere daran, dass ich in ca. 3 Stunden zur Messe aufbrechen muss, Zeit für bessere Fotos habe ich nicht. Nach Sonntag mache ich dann mal schöne Fotos, und mit mehr Stylings.
Das Wollkleid
Monday, October 30. 2006
So ihr Lieben!
Ich habe ja nun schon mehrfach mein "grünes Wollkleid" erwähnt. Es gehört zu dem aktuellen Projekt "Princess for all days", welchem ich noch den Zusatz "1" geben möchte, da dieses Thema für mich zeitlebens nicht beendet sein wird, und es hoffentlich noch weitere Ausgaben geben wird.
Die Geschichte des grünen Wollkleides begann an zwei Orten: Dem Forum der Hobbyschneiderin, wo ich ein Kontingent von 12 alten Burdas ergattern konnte, und zum anderen in einem Solinger Stoffgeschäft, welches wegen Umzug einige Schnäppchen für mich hatte. Der grüne Wollstoff war spottbillig, nur leider recht knapp bemessen. 2,30 Meter waren nur noch übrig. Bei dem Preis (wenn ich mich recht erinnere waren es 2 oder 3 Euro der Meter) hätte ich auch den ganzen Ballen gekauft.
Der Stoff fiel mir in die Hände, kurz nachdem ich die Burda 10/99 in dem 12er Paket in die Finger bekam. Ich habe dort ein Kleid gesehen, mit dem mich Liebe auf den ersten Blick verband, und der grüne Stoff war der ideale Partner für dieses Kleid. Ich finde, das Kleid hat was mittelalterliches, wenn auch mit einem absolut simplen Schnitt! Durch die Länge und Wahl des Materials und der Accessoires kam schon bei Burda dieser ganz spezielle Look mit einer Mischung aus Tradition und Moderne zustande. Seht selbst:

Nur leider war mein Stoff exakt 50 cm zu kurz! In meinem übergroßen Optimismus habe ich dann den Schnitt aus dem Heft kopiert. Dabei habe ich zum ersten Mal die Nahtzugaben gleich drangezeichnet, wie wir es von den Schnitten aus Amerika kennen.
Wenn ich alles gleich mit 1,5 cm Nahtzugabe zuschneide, UND an meiner NäMa diesen Abstand mit Klebeband markiere.... dann spare ich mir das Markieren der Nahtlinien mit Kreide UND das mühsame Stecken mit steter Kontrolle, ob die Nahtlinien denn auch brav aufeinander treffen.
Auch hier kam der allerletzte Anstoß von Sonnenschein: In ihrem Blog hatte ich gesehen, dass der Burda-Maßschnitt ebenfalls mit bereits angezeichneten Nahtzugaben geliefert wurde! Weiter so, Burda!
Ich habe also den von mir abgeänderten Papierschnitt auf meine 2,30 Meter Stoff gelegt. Klar war der zu kurz! Da kam mir in den Sinn, dass ich in letzter Zeit schon oft diese "mittelalterlichen" Kleider gesehen hatte, bei denen der vordere Saum um einiges kürzer ist, und der hintere in einer Schleppe ausläuft. Jau! Das wollte ich! Und ganz nebenbei kann man dabei 50 cm Stoff einsparen. ![]()
Gedacht-getan! Ich hab dann den- zu langen- Schnitt auf den Stoff gelegt und alles so lange hin- und hergeschoben, bis der gekürzte Saum auf den Stoff passte. Gar nicht so einfach bei 5 fast körperlangen Schnitt-Teilen, denn trotz Verlängerung gibt mein Küchentisch nie die benötigte Länge für lange Kleider her (Sponsor für Nähzimmer gesucht) Also schieben, schieben, schieben.
Da der Stoff ja so wenig gekostet hatte, konnte ich danach beherzt drauflosschnippen. Sah auch gut aus. Bei der Anprobe war ich über die Passform enttäuscht. Sooo weit sollte das Kleid ausfallen? Ich hatte alle Masse besonders sorgfältig abgenommen. Im Nachhinein denke ich, das Kleid soll wirklich recht schlabbrig fallen... aber ohne mich. Also alles wieder enger gemacht. Was ich absolut hasse bei Wiener Nähten. Was man am Stoff ändert und hernach auf den Papierschnitt überträgt, ergibt beim Futter- den man ja dann nach dem geänderten Schnitt näht- eine völlig andere obere Kante. Besser kann ich das nicht erklären. So richtig verstehen tue ich es auch noch nicht, da es mir bisher erst 2 mal passiert ist. Ich lerne das noch.
Also Papierschnitt geändert. Ich pfeiff auf die Bequemlichkeitszugaben:

Wie man sieht habe ich an der hinteren Mitte recht viel weggenommen. Sehr gut könnt ihr hier auch die angezeichneten 1,5 cm sehen, die meine nahtzugabe sind.
Weiter gings mit dem Futter-Zuschnitt. Bei der Gelegenheit habe ich dann auch ein Bild von den abgeschnittenen Säumen gemacht. Vorne kurz-hinten lang... das war doch mal ein sehr beliebter Männerhaarschnitt in den 80ern, oder? ![]()

Typisch ich: Das dritte Teil was da jetzt fehlt, habe ich schon verschlampt...
Ich habe alle auseinandergeschnittenen Teile markiert, damit ich sie später wieder zusammensetzen kann, um das Kleid in "normaler" Länge zu nähen. Bei der vorderen Mitte ist mir mal wieder ein Flüchtigkeitsfehler unterlaufen: Ich wollte eine Schräge in den Saum des vorderen Mittelteils einbauen... leider falsch rum. das sah sehr komisch aus, der spitze Zipfel in der Mitte, weil der Saum zur Mitte länger wurde (da das Schnittteil ja halbiert ist, wird aus einer verkehrten Schräge dann eine Spitze)
Zähneknirschend habe ich das dann begradigt... wieder ein paar Zentimeter verloren. Aber im Nachinein finde ich es sogar besser.... das passiert mir oft: Gutes Gelingen aus Versehen. (Bob Ross nannte das immer einen "Happy Accident")
Heute habe ich dann endlich das ganze Gefummel zusammengenäht, Futter mit Wolle. Der Ausschnitt ist unter aller Kanone geworden. Wenn ich den Anblick nicht ertrage, kommt eine Borte drüber. Das ist dann wieder so ein Happy Accident *lol*
Genug gelabert: Ich habe ein erstes Foto für euch. Die Ärmel müssen noch verstürzt werden (wenn ich weiß wie ich das am einfachsten machen soll) und der Reißverschluß muss noch rein, was auf meiner Liste der verhassten Arbeiten ganz oben steht. Theoretisch komme ich auch ohne RV rein, aber wie wieder heraus? Also muss ich da wohl durch.
Was ich mit dem Saum mache, weiß ich noch nicht. Ich muss erst mal drüber schlafen. Da der Wollstoff sehr dick ist, und mir der schöne glatte Fall des einlagigen, also nicht umgenähten Saumes im Moment gut gefällt, dachte ich "Hey, warum nicht mal diese schreckliche "offenkantige" Verarbeitung ausprobieren?" Ich habe den Stoff auch nicht an den Nahtzugaben abgekettelt, da franst nichts. (Der Futterstoff hingegen franste auf dem Weg vom Zuschneidetisch zur Overlock!!!)
Also lasse ich den Saum vielleicht sogar kackfrech unbearbeitet. An den Nahtzugaben ein paar Sicherungsstiche, den Futtersaum nochmal gleichmässig abgekettelt, fertig. Mal sehen.
Hier meine erste Version des "grünen Wollkleides", es ist sehr schlicht und soll es auch sein. Dazu kommen dann später Mantel, Bluse und mehr. Da ich ein ähnliches Kleid als Druiden-Verkleidung im Larp habe, weiß ich, dass ein solches Kleid mit darunter getragenen langärmligen schwarzen T-Shirt super aussehen (ich hatte es auf der Spielemesse bereits ausprobiert) Außerdem erwarte ich mir ungeahnte Styling-Möglichkeiten durch den vorne kürzeren Saum: Mit meinem Spitzen-Rüschen-Glitzer-Rock darunter wird es romantisch, mit einem einfachen, glatten Rock sehr puristisch, und- wenn ich gar die geplante lange, weite Hose darunter trage- sogar avantgardistisch.
Die Farben des Fotos sind grottig. Mit Blitz und einem Stoff, der Licht aufsaugt, ging es nicht besser. Wenn ich es morgen fertig bekomme, liefere ich ein Foto mit Bärbel drin nach. Am liebsten würde ich schon mal ein paar Stylings ausprobieren, aber das wird wohl warten müssen, bis ich von der Kreativwelt in Essen zurück bin.

Herr Bederke hat immer Recht...
Wednesday, October 25. 2006
Kennt ihr den Begriff "Bad hair day"? Das sagen die Amis zu einem Tag an dem nix geht. Das fiel mir heute ein, als ich zum hundertsten Male meinen fludderigen Pony zur Seite strich, und auch sonst nichts gelingen wollte.
Zwei Lichtblicke gab es dennoch an diesem ansonsten sonnigen Herbsttag: Beim neuerlichen Aufräumen meiner Bastel-Rumpelkammer bei Oma fand ich NOCH eine alte Burda, eine Karnevals-Burda und mehrere Burda Publikationen. Darunter Anna, Spaß an Handarbeiten und Spaß am Dekorieren, die ich gänzlich vergessen hatte. Burda hat eine beachtliche Menge an Kreativ-Zeitschriften auf den Markt gebracht, und ehrlich gesagt verliere ich langsam den Überblick.
Der zweite, besonders helle Lichtblick ereignete sich in meinem Lieblings-Stoffgeschäft, dem Stoffdschungel. (Scherzkeks-Stoffe lassen wir da mal aussen vor). Ich wollte "nur" einen Reißverschluß für mein aktuelles Projekt kaufen, 60 cm dunkelgrün für das ärmellose Kleid von "Princess for all days". In der Hoffnung auf einen netten Mantelstoff nahm ich ein Läppchen des grünen Loden mit.
Der Besuch im Stoffdschungel verlief wie üblich: Ich stöberte in den von der Decke hängenden Stoff-Coupons. Nun teilen sich die möglichen Handlungsstränge in genau zwei: 1) Ich finde nichts und frage Herrn Bederke, den Inhaber, nach einem bestimmten Stoff. 1a) Er hat ihn, oder 1b) er hat ihn nicht, zeigt mir aber was Anderes, was sowieso VIEL besser für mein Vorhaben geeignet ist. Oder 2) ich finde den Stoff meiner Träume (zum hundertsten Mal). Das Resultat ist in jedem Fall das Gleiche: Ich kaufe.
Diesmal aber hatte Herr Bederke (irgendwann muss ich ihn mal nach seinem Vornamen fragen) einen Stoff auf Lager, der mich an die Grenze meiner Vorstellungskraft trieb. Ich suchte ja nach einem groben Stoff in den Grundfarben grün/beige, damit ich daraus einen Mantel passend zu meinem Projekt machen kann. Da ich bereits den perfekten Stoff im weit entfernten Düsseldorf gesehen hatte, sah ich zunächst rein garnichts Passendes.
Dann fiel mein Blick auf einen wild gewebten Stoff mit leichtem Streifenmuster, Boucleeffekt und in allen möglichen Farben, Grundton ein schönes erdiges Grün. Und- oh Wunder!- mittendrin ein paar kleine Fäden Lila!!! Rückblende: Vor ca. 5 Jahren habe ich einen wunderhübschen Strickmantel in einem Verena-Strickmodenheft gesehen. Damals habe ich Unsummen für Wolle in allen möglichen Tönen und Qualitäten ausgegeben- hauptsache lila! Und dann frei Schnauze drauflosgestrickt. Ich halte mich ungern an Vorlagen, also wollte ich einfach Vierecke pi mal Daumen stricken und diese dann zusammenpatchen. Soweit der Plan.
Seit dieser Zeit habe ich eine Kiste voller Rechtecke aus lila Wolle und eine weitere Kiste Wollknäule in allen Schattierungen von Lila. Jo. Mit dem neuen Projekt fiel mir auch meine lila Wolle wieder ein, aber es wollte mir partout nicht einfallen, wie man lila Wolle und moosgrünen Loden zusammenbringt. Nicht mal mir fiel dazu was ein.
Und da lag der Stoff, hat im Stoffdschungel nur auf mich gewartet. Grün und lila. Zufall? Schicksal? Na ja, fast... denn als Herr Bederke dann sagte "Das sind noch 2 Meter" fielen alle meine kühnen Modeträume wie ein Kartenhaus zusammen. 2 Meter für einen weiten Hüllenmantel? Never.
Ich war ziemlich geknickt, das kann man wohl sagen! Ich hab Herrn Bederke (oh, ich sehe grade auf der Website, er heisst Jens
) dann erklärt warum ich grade diesen Stoff so dringend brauche. Er meinte dann ungerührt: "Ja, dann nähen Sie doch den Strick an den Stoff".
Ihr denkt jetzt auch "Wie soll das denn gehen?", hab ich recht? Ja, genau wie ich. Dann zückte Herr Bederke ein Bügeleisen, schaltete es ein und holte Webeinlage. Die kenne ich seit Ewigkeiten, denn als Vliseline-Verweigerer habe ich nur diese. Er bügelte sie dann auf ein Stück rasch herbeigezauberten Strickstoff, und -voilá- der Strick wurde fest und konnte wie ein normaler Stoff weiterverarbeitet werden. (Webeinlage ist Einlage zum Aufbügeln, aus einem feinen, dünnen Gewebe. Das gibt Festigkeit und nix verzieht mehr)
Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht. Natürlich habe ich dann die zwei kümmerlichen Meter des wunderbaren Stoffes gekauft. Was auch sonst? Dann fragte ich noch nach einem anderen Stoff für ein Kleid, das ich mir zu einem bestimmten Zweck machen möchte, und jammerte ein bisschen, dass ich den richtigen Schnitt dafür noch nirgends finden konnte. Nach meiner Beschreibung schickte er mich zum Vogue-Katalog. Und siehe da: Er war drin! Guckst Du hier.
Mit dem Katalog in der Hand ging ich grummelnd wieder nach hinten, wo der Herr der Stoffe allwissend und nie um eine Idee verlegen, wie ein ganz normaler Mensch seine Arbeit verrichtete. Zu seiner Mitarbeiterin (Frau?) sagte ich dann, wie ich es hasse, dass er anscheinend immer Recht hat. "Ja, das kenne ich. Ich hab das jeden Tag", meinte sie nur. Also kann ich von Glück reden, dass ich diesen Frust nur ab und zu erlebe ![]()
Aber zu Hause angekommen hab ich dann einige (!) meiner gesammelten Woll-Schätze sowie die 2 Meter Stoff geknipst, natürlich habe ich auch nicht den Reißverschluß vergessen, wegen dem ich ja ursprünglich zum Stoffdschungel gefahren bin. Leider kann ich die Farben des Fotos nicht retuschieren, ich habe an dem vermaledeiten Bild länger gesessen als an meiner Falten-Retusche! Der Blitz hat alle Farben totgeblitzt, darum muss ich euch für ein farbgetreues Abbild von Wolle und Stoff vertrösten, bis alles fertig ist. Wenn Herr Bederke mir das jetzt auch noch nähen würde...... ![]()
Im Foto: Reißverschluß, Wolle, eine Kiste voll Woll-Rechtecke in Lila und boucleartiger Stoff aus Fasergemisch (Wolle/Baumwolle/Polyester) in lindgrün/rostrot/lila-Tönen, 2 Meter (gnagnagna). OH, und ein Läppchen von dem grünen Lodenstoff des Kleides.
Das soll ein Mantel werden:

Mal ehrlich: Hättet ihr gedacht, dass Lila und Grün zusammen passen? Ich nicht. Aber beides lag in meinem Fundus, und der 2-Meter-Neuzugang soll nun alles verbinden. Man wird sehen..... (Wenn das nix wird, habe ich ziemlich viele Putzlappen)
Princess for all days
Tuesday, October 24. 2006
Darf ich vorstellen: Mein neustes Projekt.
Princess for all days.
Wie bereits in meinem kindischen Modemanifest zu lesen, bin ich fest davon überzeugt, dass in jeder Frau (und manchem Mann) eine potentielle Prinzessin steckt. Zu diesem Thema werde ich noch viel erzählen. Aber alles, was mir dazu durch den Kopf geht hier niederzuschreiben... würde Tage dauern und euch ermüden.
Und meine Vorstellung von diesem einen Projekt, das meine Welt bewegen soll, ist dynamisch. Veränderlich. Jeden Tag ein wenig anders, jeden Tag ein wenig neu.
Oft habe ich schon festgestellt, dass Menschen Gedanken teilen, von denen sie glauben sie blühen im Verborgenen und niemand anders denkt, wünscht, träumt genauso. Doch es ist verblüffend, wie ähnlich wir uns alle sind.
Und wenn ich dann diese Legionen von Menschen sehe, die sich - in mannigfaltige Untergruppen verstreut - doch nur diesem einen Wunsch annähern: Mode vergangener Epochen auszuleben oder dem uniformierten Gruppenzwang aus Jeans und Hemdbluse zu entkommen. Die Beispiele für das Ausbrechen aus Konvention und Anpassung sind zahlreich: Punk, Gothic, Karneval und auch Larp sind Spielwiesen für all jene, die in die Optik anderer Welten flüchten.
Was mich an all diesen Strömungen frustriert, ist die bedauernswerte Wiederholung alter Muster, auch wenn die Träger der jeweiligen "Uniformen" aus diesen ausbrechen wollen. Der immer und ewig schwarz tragende Witwen-Verschnitt ist bei seiner Gothic-Clique unten durch, wenn sie fröhlich bunt oder im gut geschnittenen Kostüm daherkommt. Was ist an einer Gothic-Gleichmacherei besser als an einer mit gestärkter Bluse und Chanel-Kostüm?
Wie schon im Modemanifest gesagt, vermisse ich die Umsetzung der ach so gepriesenen Freiheit unserer Tage. Doch ich schliesse mich selbst in meiner Kritik nicht aus. Ich habe auch nicht den Mumm, jeden Tag so aus dem Haus zu gehen, wie ich es wirklich möchte. Mal schwarze Witwe, mal Karnevalsclown, mal Prinzessin mit Schleppenkleid und meistens ganz praktisch mit Jeans und T-Shirt.
Drum übe ich "mit Schleppe in den Aldi" und nutze die Alibifunktion einer Spielemesse für einen Kleidungsstil a là Mittelalter. Aber das kann es doch nicht sein! Das Leben ist zu kurz, um mit Zagen und Zaudern verbracht zu werden!
Wenn man die Augen offen hält, gibt es so Manches, was sich auf ungewöhnliche Modewünsche anwenden lässt. Erinnern wir uns an Vivienne Westwoods viktorianische Tornüren Ende der 80er. Oder an den Modestil des letzten Jahres: Bohème. Sogar die Handys wurden mit Glanz und Gloria versehen. Das Oppulente ist zurück! (War es denn jemals weg?) Wir müssen es nur annehmen. Nicht der Masse folgen, denn dann kommt nur wieder Jeans und T-Shirt dabei raus.
Auch wenn ich noch stundenlang über mein Lieblingsthema referieren könnte, so will ich euch nicht weiter langweilen. Ich überlege ja nun schon seit dem zarten Alter von fünf- denn da trug ich mein erstes Prinzessinnenkleid- wie ich meine Modeträume umsetzen kann.
Ich weiß, meine Ansprüche und ihre Umsetzung liegen Welten auseinander. Aber irgendwie muss ich ja mal anfangen. Irgendwie kam mir heute der Spruch "Princess for one day" in den Sinn. Ist das ein Filmtitel? Ich weiß es nicht. In der Wochenend-Beilage unserer Tageszeitung stand auf der Titelseite in grossen Lettern "Einmal Prinzessin sein". Das ist mir nicht genug. Ich will das jeden Tag.
Darum: Bärbel Born proudly presents: Princess for all days.
Ein erster Versuch. Das ärmellose, grüne Kleid war die Ausgangsbasis für alle weiteren Überlegungen. In einer 99er Burda, die ich erst kürzlich ergattern konnte, war es dieses schlichte Kleid, das es mir so sehr angetan hatte! Ich werde darüber noch ausführlich berichten, es liegt halbfertig auf meiner Pfaff.
Die übrigen Kleidungsstücke sind bisher reine Phantasie. Gerne hätte ich daraus eins dieser tollen, von Sonnenschein initiierten SWAPs gemacht. Doch es fehlt mir an den geeigneten Stoffen, darum werde ich diese nach und nach zusammensuchen müssen. Für einen ordentlichen SWAP (sewing with a plan) braucht es aber alle Stoffe und Schnitte bereits bevor man den ersten Nadelstich tut. Da kann ich nicht mithalten.
Ich habe nur diese kleine Skizze hier. Aber es ist ein Anfang. Sie stellt eine kleine Grundgarderobe dar, die sich an mittelalterlichen Stilelementen bedient. Sie ist NICHT mittelalterlich, diese Mode hatten wir ja schon zur Genüge, wozu nochmal wiederholen?
Aber alle Elemente an den Moden der Vergangenheit, die MIR gefallen, möchte ich aufnehmen. In diesem Fall die langen, graden Rockschnitte. Lange Ärmel an der Bluse und wallende Hüllen beim Mantel. Letzterer soll aus einem sehr groben Stoff oder Strick gearbeitet werden. Die weite Hose mit einer angedeuteten Schnürung vorne entspringt dem Wunsch, den Grundgedanken eines SWAP- die Kombinierbarkeit aller Kleidungsstücke untereinander- mit meinen mittelalterlichen Elementen zu verbinden. Hosen gab es nicht für Frauen, also denke ich mir eine aus, die UNTER dem grünen Kleid getragen werden kann.
Der beigefarbene Unterrock kann gegen andere bodenlange Röcke, die ich bereits besitze, ausgetauscht werden.
Soweit meine Ideen. Ich hoffe, dass sie auch bald Wirklichkeit werden. Vor allem hoffe ich, das mein Grundgedanke auch funktioniert: Von der Vergangenheit nur das Beste, abgewandelt auf heutige Gewohnheiten und Bedürfnisse. Will sagen: Mit dem Klamotten muss Frau auch autofahren können! ![]()

Mit Schleppe in den Aldi
Sunday, October 1. 2006
Heute komme ich aus dem Schreiben nicht heraus! Seit dem vergangenen Wochenende passiert so viel, dass ich nicht alles in einem Blog-Eintrag pro Tag unterbekomme, den Kongress werde ich wohl noch wochenlang aufbereiten, und währenddessen kommen immer neue Themen hinzu. Das Bonner Nähkränzchen muss auch noch gebloggt werden, ich warte auf die Freigabe eines Bildes.....
Gestern habe ich ENDLICH ein Projekt in Angriff genommen, welches mir schon seit langem am Herzen liegt. Ich habe schon öfter darüber gesprochen, aber es noch nicht festgezurrt. Das Modemanifest erzählt davon, und ich möchte es hier nochmal erklären:
Wir leben doch in Zeiten, in denen individuelle Freiheit nicht nur groß geschrieben wird, sondern auch erreicht zu sein scheint, nicht wahr? Warum tragen wir dann alle fast die gleichen Klamotten? Rocklängen werden vorgeschrieben. Jeans sind praktisch, klar. Aber weite, lange Flatterröcke sind dafür bequem.
Ja, ich weiß: Der Mensch ist ein Rudeltier, es verlangt ihn nach Anerkennung in seiner Gruppe! Ausscheren ist nicht! Nicht mal heuzutage?
Ich will ja nur den Rock so lang machen, wie ICH will, und wenn das 2 Meter sind! Die Stoffe verwenden, die MIR gefallen, auch wenn sie glitzern oder aus Brokat sind! Ich kann es mir leisten! Gut, für manche Stoffe muss ich sparen, aber nichts ist unmöglich!
Durch das Hobby LARP habe ich die Möglichkeit, mich nach meinem Geschmack zu kleiden. Leider bin ich dort ebenfalls gewissen Beschränkungen unterworfen. Ich kann kein mittelalterliches Mieder zur Jeans tragen. Und: Ich kann mit den Larp-Klamotten auch nur Larp-Events besuchen. Geh´ mal mit dem Schleppenkleid in den ALDI....
Nun, dieses Beispiel "Schleppe"und "ALDI" ziehe ich immer heran, weil es für mich die Gegensätze am besten reflektiert. Gewand und Alltag, wie passen die zusammen?
Gestern habe ich im Magd-Outfit den Leichlinger Obstmarkt besucht, da ich dort eine Mittelaltergruppe besuchen wollte. Ich hätte also jedem, der mich "von der Seite" angequatscht hätte, begründen können, warum ich so rumlaufe. Puh.
Aber auf dem Heimweg musste ich einkaufen. Und da dachte ich mir: "Irgendwann wohne ich wieder in Leichlingen. Und DANN mache ich meine Träume wahr! Warum also nicht jetzt anfangen. Können die Leichlinger sich schon mal an mich gewöhnen."
Wir haben noch einen anderen "Irren" in Leichlingen, der an 365 Tagen im Jahr mit einer Shorts und Badelatschen rumläuft (sonst trägt er nichts, also oben naggisch!). Also haben die Leichlinger mit mir dann schon zwei.
Das Projekt "Mit Schleppe in den ALDI" habe ich also gestern geübt. Man kann ja klein anfangen. Als Magd in den ALDI zum Beispiel. Schade, ich hatte meinen Weidenkorb nicht im Arm, den hab´ ich im Auto gelassen. Wir wollen es ja nicht gleich beim ersten Mal übertreiben, gell? Unser ehemaliger Bürgermeister Karl Reul stand vor dem ALDI, ich war zu feige ihn anzusprechen.... nächstes Mal bestimmt!

Chenille, erster Versuch
Sunday, October 1. 2006
Moin!
Kaum hatte ich Freitag meinen Frust runtergschrieben, kam der gewaschene Stoff picobello aus der Waschmaschine. Immerhin hatte ich noch nie zuvor Webpelz einfach und gnadenlos in den Schonwaschgang gegeben, aber das Fell sieht nun noch schöner aus als ungewaschen. Vor ca. 12 Jahren sollte das mal ein Wintermantel werden. Wie gut, dass ich den nicht genäht habe, denn nun habe ich wunderhübschen Pelz für edle Mittelaltermode ![]()
Gleich darauf musste ich was machen, irgendwas. Nähmaschine. Was ausprobieren. Und da ich auf dem Kongress den - für mich neuen - Chenilleschneider gekauft hatte, und beim Einsortieren meiner Stoffvorräte schauberhafte 80er-Jahre Stoffe gefunden hatte... hab ich mal was zusammengeklatscht. Einen ekeligen buntgemusterten Stoff (was hatte ich nur damit im Sinn, als ich ihn gekauft hab´?), einen roten Karostoff vom Ikea (nie genähte Weihnachtsgardinen) und einen Rest blaues Leinen, das es nie zu der geplanten Sommershorts für meinen Vater geschafft hat.
Das 4-lagig übereinander. Und im schrägen Fadenlauf parallel füßchenbreit abgesteppt. AUfgeschnitten. Nass gemacht, gerubbelt. In den Trrockner. Nett. Am nächsten Morgen (hier schlief noch alles) dann die gleichen Stoffe 5-lagig und in anderer Reihenfolge in 5mm Abstand abgesteppt. Und beim Aufschneiden jede 6te Bahn nicht aufgeschnitten. Das hatte ich am Prym-Stand in Aachen gesehen, und fand es einen tollen Effekt, dafür, dass es so einfach zu machen ist.
Nun, ich hab beim Aufschneiden der 5mm Tunnel ziemlich geschlampt, und schief geschnitten. Dadurch ging mancher Schnitt bis haarscharf an die Naht, nicht einmal ein schräger Fadenlauf kann DAS aushalten! Ich hab dann eine Bahn abgezupfelt und die Naht entfernt. Sieht auch ganz lustig aus (der dunkle Streifen) aber da es zufallsbedingt ist, absolut nicht zu empfehlen! Nächtes Mal passe ich besser auf.
Aus den beiden Stücken hab´ ich dann ein Täschchen zusammengenäht. In einem Zwischenstadium gab diese "Tasche" dann einen kuffigen Hut ab! Also werde ich mich ab jetzt nach geeigneten Stoffen für den nächsten Winterhut umschauen, mit dem Chenilleeffekt könnte ich mir sogar ein kuschelig warmes Futter vorstellen. ![]()
Hier also die Tasche, mein allererster Chenille-Versuch. Ich glaube, ich mag diese Technik! (Im Hintergrund meine Nähmaschine, die Pfaff 260, puristischer Gradstich und Zickzack):

Auf der Rückseite kommt das Muster noch durch, da ich wie gesagt jede 6te Bahn nicht geschnitten habe. UND dieses Stück ist erst einmal nass und getrocknet worden, der Chenille-Effekt kommt bei jedem Wasch- und Trockengang mehr zum Vorschein (die andere Taschenseite wurde bereits 2 mal im Trockner "gewalkt") Der dunkle Streifen ist das Malheur, sorry. Wenn man diesen Effekt, den Untergrundstoff durchscheinen zu lassen, forcieren will, kann man ja auch eine abgesteppte Bahn mit Absicht auftrennen, ich halte das mal im Hinterkopf.

bibber
Wednesday, September 20. 2006
Noch 2 Tage, dann geht es los:
Der Kongress der Hobbyschneider/innen beginnt.
Und ich habe mich mal wieder hinreißen lassen, das Maul meilenweit aufzureißen, und Kurse zu geben. Klar weiß ich über Stempel alles, und auf Stoff habe ich so viele Male bedruckt. Ich will das Wissen weitergeben, es ist wie eine Sucht.
Und ich will den Mädels was Besonderes bieten. Nicht nur "Stempel einfärben-drucken-ahhh". Auch ein wenig über Stempel erzählen, Gestaltungstipps geben, Stoffqualitäten behandeln, Druckfarben besprechen.
Und wie immer ist es alles in meinem Kopf.
Um es auch zeigen zu können, habe ich heute mit den Mustern angefangen. Das schiebe ich seit Wochen vor mir her. Und warum? Leere Seiten machen mir Angst. Was kann bei jedem Abdruck nicht alles schiefgehen? Habe ich die richtige Idee für dieses Shirt, diese Tasche, diesen Stoff?
Ich weiß aus Erfahrung: Ich muss nur anfangen. Dann verselbstständigt sich das Ganze. So auch heute: Morgens angefangen und bis in den frühen Nachmittag wie im Rausch gemalt und gedruckt. Dann fühle ich mich wie in einem wilden Strom, der mich von den Füßen reißt und fortträgt, dann ausspuckt an Ufern, die ich nie zuvor gesehen, die ich nicht gesucht habe.
Und es entstanden Bilder, Ideen, die ich gestern noch nicht hatte. Soll ich das T-Shirt mit der Aufschrift "BITCH" wirklich anziehen? Ich konnte nicht anders, es passte genau in den gestempelten Rahmen. Mache ich mich nicht lächerlich? Wie so oft?
Und ich habe geredet, still, im Innern. Mit den Kursteilnehmern. Alles erklärt, erzählt von dieser Reise an deren Anfang der erste Pinselstrich, der erste Stempeldruck steht.
So viel mehr möchte ich erzählen, so viel mehr zeigen. 2 Stunden, mit denen ich haushalten muss. Wie immer scheint mir das unmöglich. Und wie immer wird es klappen. Irgendwie.
Riverdance-Projekt.2
Wednesday, September 6. 2006
Ich habe letzte Woche ja bereits erzählt, dass ich mir ein Riverdance-Kostüm machen will. Und ich habe es nicht geschafft, ein Bild des gewünschten Kostüms aufzutreiben.
Nun hatte ich bereits mit einem DVD-Programm versucht, Schnappschüsse aus dem laufenden Film zu machen, jedoch wie ich dachte vergeblich. Beim Aufräumen meines Bildarchivs fand ich nun ganz erstaunt eben jenen Schnappschuss, und möchte ihn euch nun heute zeigen.

Die Qualität ist natürlich nicht so besonders, aber nun seht ihr, warum ich das Projekt als ein wenig schwierig einstufe: Den Stoff bekomme ich in dieser Form nie und nimmer, und auch die Corsage hat einen ganz eigenwilligen Schnitt. Eher wie ein Tudor-Mieder oder Viktorianisch, da der Busen flach gedrückt wird und vorne mit dem Bauch eine grade Linie bildet.
Außerdem muss das Projekt erst mal auf Eis liegen, bis der Kongress der Hobbyschneiderinnen überstanden ist. Das Riverdance-Kostüm hätte ich ja zu gerne in doppelter Ausführung mit meiner Freundin Elli auf der Modenschau des Kongresses vorgeführt, aber das schaffe ich im Leben nicht!
Finally I got a picture of the Riverdance dress I want to sew. As you can see on the picture, the bodice has a weird shape, and it reminds me of some Tudor or Victorian corsages, because the breast is flattened and builds a straight line with the belly.
Well, because I have a lot other projects right now that are much more important, the Riverdance will have to wait.
Ever After und die Challenge
Tuesday, August 29. 2006
Heute war wieder meine Druiden-"Schwester" Eilionor- Elli- zu Besuch. Und nun bin ich völlig durch den Wind. Noch mehr Kostümwünsche!
Sie ist ja schon schuld an dem Riverdance-Projekt, und nun kommt sie mit sowas:
Ever After, oder zu deutsch "Auf immer und ewig", einem wunderschönen Film, der wohl JEDEM Kostümfan ein Begriff sein dürfte!
Die beste Seite zu den Kostümen, die ich bisher finden konnte, findet ihr hier:
Ja, einige der Kleider stehen nun auf meiner "To-Do-Liste", Danke Elli... grrrrrr. ![]()
Und ein weiteres Filmkostüm könnte Gestalt annehmen. Welches dies ist, bleibt geheim, denn wie bereits in der ersten Challenge des Hobbyschneiderinnenforums bleiben die Ergebnisse bis zum Stichtag der Fertigstellung geheim.
Worum die zweite Challenge sich dreht könnt ihr hier nachlesen: Challenge 2.
Kurz: Man soll ein Filmkostüm nachnähen und die entsprechende Szene nachstellen.
Die Idee zu meiner Umsetzung hatte ich schon an dem Abend, als ich den Film im Kino sah. Damals habe ich nicht mehr aktiv geschneidert, darum kam mir das Kleid (Ja, es ist ein Kleid. Ich denke soviel kann ich sagen) erst mit Wiederaufnahme meiner Nähaktivitäten in den Sinn. Ich hatte bereits erste Vorbereitungen getroffen, und das Schnittmuster ausgesucht. Lediglich den Stoff konnte ich nicht finden. Nun, finden schon, aber nicht bezahlen. Ich benötige etliche Meter eines bestimmten Stoffes, mehr will ich nicht verraten.
Was soll ich sagen? Am Sonntag stolperte ich auf dem Holländischen Stoffmarkt in Leverkusen-Opladen über eben jenen Stoff, wenn auch in der Billigversion. Aber was soll´s.... wenn ich DEN nicht genommen hätte, hätte ich das Kleid gewiss niemals angefangen. Also hab ich was noch auf dem Ballen übrig war gekauft, für läppische 13 Euro. Und hoffe nun, dass es reicht.
Also muss ich jetzt zunächst einmal das Challengekleid anfangen, dann ein Projekt für die Stempelmesse (dazu später mehr) und dann ein paar Kleider für die Modenschau des Kongresses der Hobbyschneiderinnen. Ach ja, und etliche Muster der Technik, mit der ich dort Kurse gebe. Dann ein paar Renaissance-Fummel, Frau gönnt sich ja sonst nix. Und ich suche immer noch einen Putzjob, mit dem ich all das finanzieren kann.....
Riverdance-Projekt
Friday, August 25. 2006
Heute morgen gab es endlich die neue Burda am Kiosk. Ich habe die Stunden gezählt! Und ich hatte beim Inhaber eine Easy Fashion bestellt, die mit der Burda geliefert werden sollte. Nun, es lag genau eine (!) Burda im Regal, und keine (!) Easy Fashion. Der nette Herr erklärte mir, man hätte ihm keine Easy Fashion liefern können, da diese ausverkauft sind. *Schock*
Er riet mir, es an anderer Stelle zu versuchen, anderere Zeitschriftenhändler könnten noch Hefte haben. Und er bat mich, die nächste Ausgabe dann rechtzeitig bei ihm zu bestellen. Mach ich!
Dann versuchte ich mein Glück in der Solinger Bahnhofsbuchhandlung, die noch massenhaft Burdas aller Arten vorrätig hatten. Phew!
Und da ich nun schon mal in Ohlings war, konnte ich ja auch gleich zum Stoffdschungel fahren (faule Ausreden hat man schnell zur Hand, ich wollte ohnehin dort vorbeischauen)
Stoff für mein ersehntes Dirndl fand ich nicht, aber eine traumhafte bestickte Seide in einem traumhaften Grün. Grün ist die Hoffnung. Und meine aktuelle Lieblingsfarbe.
Überleitung zum Projekt, für welches ich die Seide benötige:
Diese Woche hat mich meine Larp-Freundin Eilionor besucht. Und brachte eine DVD von Riverdance mit. Die Mädels und Jungs tanzen so schön, aber noch schöner sind die Kostüme. Eilionor und ich haben uns binnen Millisekunden in ein grünes Outfit verliebt. Oben Corsage/Mieder, mit sehr flachem Busen und nach oben verlängert, so dass sich ein sehr interessanter Effekt ergibt. Untenrum ein kurzes Flatterröckchen, ich vermute ein einfacher Tellerrock.
Leider konnte ich im Internet keine Abbildung des Kleides finden. Bei der Suche danach fand ich aber folgendes Kostüm, welches bei Elli und mir auf Platz zwei kam:

Unsere gesuchtes Kostüm hatte ähnliche Farben, nur wie gesagt eine Corsage. Nun kann ich gar nicht mehr sagen, welches Kostüm schöner ist, also mache ich halt was in der Mitte. Oder so.
Mittwoch sind wir beiden dann zum ersten Mal in den Alfatex-Stoffmarkt gefahren. Und dort lag ein Pannesamt, der perfekt für unser Riverdance-Projekt gewesen wäre! Aber mitten in der Beratung, welche Menge Stoff wir für welchen Schnitt brauchen, hat man uns rausgeworfen... Ladenschluß! Mann bin ich froh, wenn die 24 Stunden öffnen!
Danach sind wir dann zum "Scottish Country Dancing" Training gefahren, aber das ist eine andere Geschichte...
Ohne Stoff näht es sich schlecht, und bis ich meinen Fuß wieder in den Alfatex setze, muss ich erst mal wieder einen weiteren Grund haben nach Köln zu fahren. Drum hab ich heute meine Antennen im Stoffdschungel auch in Richtung Riverdance ausgefahren.
Und sah diese schnuckelige bestickte Seide. Bestickt mit Blätterranken, einerseits genau das Richtige für Druiden (Blätter) zum anderen genau das Richtige für irisch inspirierte Tanzkleidung. Grün halt.
Lange Rede, wenig Sinn. Hier nun meine Seide, und die ersten Schnitte, die ich für das Projekt gesichtet habe. Der Burda-Schnitt war ja schon für ein drudisches Oberteil auserkoren. Den Vogue-Schnitt habe ich schon seit Jahren im Fundus, und noch nicht verwendet, würde mal Zeit.

Falls euer Bildschirm das Grün zu hell, zu gelb, zu dunkel, zu grell anzeigt.... egal. Ich sehe ihn hier vor mir und er ist wunderschön!
Mal sehen, was Eilionor zu dem Stoff sagt. Bei einem Preis von 30 Euro pro Meter hab ich ganz vorsichtig nur 50 cm pro Nase gekauft, auf meine Kappe. Ich hoffe es findet Gnade vor den Augen der Druiden-Schwester.....
Burda: Schnittchen gefällig?
Thursday, August 24. 2006
Zunächst einmal der Stand der Dinge:
Schnittmuster wurden gekauft wie beabsichtigt. Diese Corsage. Und da ich nun mal grade vor Ort war, auch noch gleich der Schnitt für dieses Kleid.
Aber gekauft habe ich es nach einer kleinen Odysee. Zunächst bin ich - wie ich es seit gut 30 Jahren gewohnt bin - zu Stoff Engels in Solingen-Mitte spaziert. Erst vor wenigen Monaten gab es dort ein Jubiläum und eine Burdamoden-Leserin hatte das Geschäft zu ihrer Lieblingsquelle für hochwertige Stoffe erkoren, was einen kleinen Artikel in der vorletzten Burda eingebracht hatte.
Nun, ich kam, sah und stierte... auf den für immer verschlossenen Eingang. Zu. Dicht. Scheiben zugeklebt. Ich musste zunächst meine Denkmaschine ans Rattern kriegen... DIESER Laden macht nicht einfach zu. Nicht nach dem Jubiläum, dem Artikel. Das konnte nicht sein! Ich habe allen Ernstes nochmal die Geschäfte links und rechts gemustert, ob ich richtig bin. *Hand-vor-den-Kopf-schlag*
Nachdem ich den ersten Schock überwunden hatte, schlich ich zum benachbarten Nähmaschinenladen. Und fragte nach Stoff Engels. Man sagte mir sehr freundlich, dass Herr Engels mit seinen 70 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand gegangen wäre. Und 2 Geschäfte seinen Knopf- und Schnittmusterbestand übernommen hätten, ein Geschäft in Erkrath (where the hell is Erkrath?) und Ursel´s Stoffstube in Leichlingen. Ja... Gut.... (ich war in Gedanken immer noch mit der schieren Unmöglichkeit beschäftigt, dass es Stoff Engels nicht mehr gibt)
Da ich ja gebürtige Leichlingerin bin, und es immer bleiben werde, ging es am nächsten Tag natürlich auf nach Leichlingen, die Perle des Bergischen Landes. Ursels Stoffstube verfügt über nette Leute, eine nette Inhaberin und schöne Stoffe. Aber ich bin Nähjunkie, der Stoff aus dem die Träume sind kommen bei mir nur vom Grabbeltisch. Aber Schnittmuster brauchen auch die Wühltischmäuse, gell? Ja, ich weiß: Kunden wie ich sind der Tod der kleinen Geschäfte. Kaufen nur dann dort, wenn es das Gesuchte nirgendwo billiger gibt (wie z.B. Schnittmuster). Ich habe mir fest vorgenommen, irgendwann mache ich das alles wieder gut, und kaufe mich dumm und dusselig, egal wo und wie teuer. Nach dem Lottogewinn.
Also hab´ ich den Corsagenschnitt bei Ursel gekauft. Dann kam ich ins Quatschen. Und dabei fand ich einen cleveren thematischen Bogen zu dem neuen Burdaschnitt mit dem Höllenfensterkleid. Den habe ich ja bereits ausgiebig gelobt, und tat dies auch vor Ort in Leichlingen. Und wollte ihn kaufen. Aber oh weh! Ausverkauft! (Da wird es wohl noch mehr Mittelalterfans in Leichlingen geben *freu*)
In meinem Frust hab ich dann halt den oben erwähnten Kleiderschnitt gekauft, mal sehen ob und wann da ein Kleid draus wird. Beim Zahlen fiel mein Blick auf eine Zeitung, die auf dem Ladentisch lag: Eine Sonderausgabe anlässlich der Feier "150 Jahre Stadtrechte Leichlingen"
Dort war die Rede von einem historischen Umzug, einem Handwerkermarkt mit alten Künsten und einer Oldtimershow nebst 2 Bühnen mit Live-Musik. Klar habe ich Ursel gefragt, ob sie und ihre Damen sich passend kostümieren. Haben sie auch getan. Und DANN erst fiel mir ein, dass ich ja noch ein 1880er Kleid im Schrank- bzw. Bananenkarton- habe. ENDLICH hatte ich mal Gelegenheit, das gute Stück auszuführen. Ein furchtbar schlechtes Bild von dem Kleid findet ihr hier. An mir sitzt der Rock höher, und ich habe es endlich mal gewagt, den Samtrock zu bügeln, auf dem Foto ist das ganze Ding ein einziger Knautsch.
Aber auf dem 150er Fest war das Kleid der Renner! Ich glaube, ausser dem Bürgermeister und ein paar Leuten vom Heimatverein war ich die Einzige, die halbwegs korrekt gekleidet war! Auf dem historischen Handwerkermarkt sah man viel Mittelalter-Gewandung... Das war insgesamt sehr hübsch anzusehen, und ich fand- neben etlichen tausend Besuchern- das dies das bisher schönste Fest in Leichlingen war! Ich hoffe sehr auf eine Wiederholung! Leider leider habe ich in den vergangenen Tagen vergeblich nach Fotos gesucht. Das Einzige, was ich finden konnte, könnt ihr hier lesen: Kölner Stadtanzeiger. Ich hoffe, der Artikel bleibt noch ´ne Weile online. (Dies nur am Rande: Die Rheinische Post lässt sich nicht herab, ihre lokalen Informationen online preiszugeben! Nur gegen Cash! Danke sehr! Oder die haben schlichtweg vergessen, dass es neben Dusseldorf noch andere Städte gibt)
Trotz Regen und Matsch hat es großen Spaß gemacht, mit Tornüre und Popo-Kissen, Samtpelerine und Muff durch Leichlingen zu flanieren! Falls Leichlingen mal wieder historisch wird, sag´ ich in meinen Schneider- und Kostümforen bescheid. Immerhin hab ich sogar Schotten in Leichlingen gesehen! Zwischen Mittelalterschmiede und Seilmacher vergnügten sich einige Highlander mit Axtwerfen. Leider war der Sicherheitsabstand zum Publikum für meinen Geschmack viel zu gering, und es war lediglich Glück, dass kein Kind mit einer Axt im Kopf nach Hause ging.... wenn ich solches Tun nochmal sehen muss, gibt es eine Beschwerde!
Highlander und Schottenrock, dies bringt mich zum letzten Thema meines heutigen Tagebucheintrags: Ich dachte immer, ich kenne mittlerweile alle Schnitte bei Burdamode-Online. Gestern stolperte ich aber schon wieder über einen Schnitt, den ich da noch niemals nicht gesehen habe: Den Highlander!
Nach meinem Dafürhalten ist der Kilt sogar nach allen Regeln der Kilt-Kunst gefertigt. Leider ist das Foto so dunkel (zumindest auf meinem Bildschirm), dass man von den schönen Falten kaum etwas sehen kann. Zum Glück gibt es ja die technische Zeichnung, und aus der geht hervor, dass die Falten in klassischer Manier gelegt werden. Darum kann ich guten Gewissens Burda zitieren: "Nicht nur für Karneval!"
Und einen ganz herzlichen Dank an Burda für diese kleine Schlußbemerkung in der Schnittbeschreibung:
"Was Er darunter trägt, bleibt sein Geheimnis." ![]()
kleine Berichtigung
Tuesday, July 25. 2006
Bei genauerer Betrachtung hatte ich dann gesehen, wie der sehr weite Halsausschnitt zustande kam: Indem der Ausschnitt so stark ausgeschnitten wurde, dass die Schulternaht komplett entfällt, und das Kleid im Schulterbereich an den Ärmeln (obere Ärmelmitte) geknöpft wird.
Ein Close-Up sieht man hier: Kleid Nahaufnahme
Wie man sieht, ist die Schulter zwar geknöpft (ich finde das sieht TOLL aus!), aber da ich ja für das warme Wetter was Ärmelloses wollte, hab ich den Schnitt so abgeändert, dass ein kleines Stück Schulternaht erhalten bleibt, damit man es auch ohne Ärmel tragen kann.
Ich hoffe das war jetzt nicht zu kompliziert beschrieben. Da es aber ein wesentlicher Teil der Schnittänderung ist, wollte ich es nur kurz klarstellen.
Heute sind Männerhosen dran, wie öde......
König Arthur lässt grüßen
Monday, July 24. 2006
Da ich ja nun in mittlerweile 8 Tagen zum Drachenfest fahre, arbeite ich an fehlenden Kostümen und Deko. Im Grunde hab ich ja was zum Anziehen, mein Druidenoutfit. Aber was soll ich sagen.... es ist WARM in Deutschland. In dem langärmligen Fummel geh ich kaputt!
Darum überlege ich nun schon recht lange, was ich Luftiges nähen kann ohne den MA-Look und das Fantasy-Element außer Acht zu lassen. Stunden über Stunden hab ich die Google Bildersuche bemüht, und bin schliesslich auf Bilder des Kinofilms "König Arthur" gestossen.
Keira Neightley tummelt sich nicht nur auf Piratenschiffen, sie hat auch die Guinevere im Arthur-Film gespielt. Dieser Film sticht aus der Masse der Arthur-Filme heraus, da der König gewandungstechnisch römisch angehaut dargestellt wird, und Guineveres Gewand pendelt zwischen High-Fantasy und römisch-mittelalterlich.
Verliebt habe ich mich dann in dieses Kleid:

Im Grunde ein schöner Trick, aber völlig unmittelalterlich. Die wenigsten Kinozuschauer werden es bemerkt haben.... Und der Film will ja auch gar nicht authentisch sein, also was soll´s.
Das Bogenschützen-Outfit hat es ebenfalls in sich, ich vermute jede mittelalterliche Dame wäre umgehend aufgeknüpft (oder Schlimmeres) worden, wenn sie so herumgelaufen wäre:

Dann mit Ärmeln, und den Gürtel hochgeschoben. Ulkigerweise wurde diese Taillen-Höhe im Arthus-Film verwendet, was völlig unauthentisch ist, soweit ich weiss. Diese hohe Taille gab es nur in der Renaissance und Empire, aber irgendwie sieht diese Variante an dem Filmkostüm absolut passend aus. Und da ich den Effekt mit einer simplen Änderung der Gürtelweite erreichen kann.... warum nicht mit diesem Detail herumspielen?
Und jetzt noch ein Gag-Bild... na, woran erinnert euch das? Jo, es "fehlt" eine Kleinigkeit, aber wozu habt ihr Fantasie? ![]()
Jetzt habt ihr es geschafft! Ihr wisst fast alles über mein neues Kleid, ausser der Garnfarbe, mit der ich die Nahtzugaben abgekettelt hab (beige)..... darüber schweigt des Dichters Höflichkeit.
Lob an Burda!
Saturday, July 15. 2006
Ganz überrascht fand ich gerade einige neue Schnitte bei Burda, die relativ neu sein müssen, beim letzten Besuch auf der Website sind sie mir noch nicht aufgefallen.
Dabei habe ich mich erst kürzlich über die grottigen "historischen" Schnitte bei Burda ausgelassen, so zum Beispiel über das Burgfräulein, welches der reinen Phantasie entsprungen ist.
Zur Verteidigung muss ich allerdings gelten lassen, dass Burda nie behauptet hat, der Schnitt sei authentisch, schliesslich wird die Rubrik als "Fasching" geführt, und das ist sie auch.
Aber eben stolperte ich beim sinnlosen herumsurfen auf dieser Seite: Ein "Historisches Kleid", das seinen Namen wirklich verdient! Da es sich um einen Kinderschnitt handelt, blätterte ich- neugierig geworden- auch die Seiten der Erwachsenen-Schnitte durch, und siehe da: Auch hier findet sich ein Historisches Kleid. Sogar die authentischen Keil-Einsätze, die im Mittelalter zum Zwecke des Stoffsparens eingesetzt wurden, sind zu sehen! Und ein Extra-Schnitt für ein Höllenfenster-Kleid. Ich bin aus dem Häuschen!
Ein dickes fettes Lob an Burda! Weiter so!
Grünes Sommerkleid 2
Friday, June 23. 2006
So, das gedachte Kleid ist real geworden.
Erst die Stoffsuche:
Ich kenne aus alten Zeiten den Stoffgroßhandel Buddeberg und Weck in Wuppertal. Da ich- wenn ich schon mal Stoff kaufe- gerne nicht unter 10 Meter bis ganze Ballen erwerbe, komme ich bei dem Großhändler ganz gut zurecht. Dort kann jedermann einkaufen, allerdings gibt es unter 6 Meter einen Mindermengenzuschlag... was mir ganz recht ist, denn Stoffgeschäfte müssen den Stoff ja mit Gewinn verkaufen, und als Ex-Ladenbesitzerin bin ich immer auf Seiten der Gewerbetreibenden!
Nun, ich habe auf 4 Etagen nichts, rein gar nichts passendes gefunden! Dann, in einer Grabbelkiste mit Seidenborten, sah ich diese umwerfende Borte, MEIN Wunschgrün mit Glitzersteinen, Pailletten und Metallstickereien..... leider sollte die Borte 16,50 Euro netto/Meter kosten.....jau. Haben will! Mitgenommen. (Am Ausgang fiel der Kassiererin dann auf dass die Verkäuferin sich im Preis geirrt hatte, die Borte kostet eigentlich 25 Euro netto!!!!!! Uff, ich habe sie für "nur" 16,50 bekommen)
OK, bei Buddeberg und Weck gibt es nette Leute und unfreundliche, aber auch bei den Grisgramen kann ich verstehen, dass Kunden wie ich denen nicht die Butter auf´s Brot einbringen. Also gehe ich hin, schlucke meinen Frust angesichts meiner Kleinkrämerei runter, zahle selbstverständlich höhere Preise als Gewerbekunden ABER habe 4 Stockwerke Auswahl.
Dennoch wurde ich zum ersten Mal in Puncto Stoff nicht fündig, lediglich die Borte ging als Ausgangsbasis meines geplanten Kleides mit nach Hause.
Dann hieß es warten, bis der Stoffdschungel in SG-Ohligs öffnet, Mittwoch vormittag also hingefahren und gleich meine Borte unter Herrn Bederkes Nase gehalten. Ach, ich liebe diesen Laden! Hier werden sie geholfen. Klar hatte er was passendes. Einen traumhaften lindgrünen Satin! (Von irgendeiner Firma die Abendkleidung daraus macht, also was für Bärbelchen) Und hat mir gleich noch schwarzen Lackstoff verkauft (wird ein Minirock, hehe) und beigen Shirtstoff für meine Millionen von geplanten Wickeltops.
Leute, der Stoffkauf war ja schon recht schwierig, aber ich habe 3 Tage lang Schnittmusterhefte gewälzt, Fertigschnitte durchwühlt, mindestens 3 Mal den kompletten Lutterloh durchgeblättert (ich habe leider noch lange nicht alles....) und sogar dran gedacht ein altes Kleid mit einem ähnlichen Schnitt zu zerschnippeln.
Das Schnittmuster, welches ich dann aus Lutterloh aufgestellt habe wurde wieder verworfen. Alle 2 Stunden lag ein anderer Schnitt auf der NähMa um dann wieder beiseite gelegt zu werden.
So viele Gedanken habe ich mir noch nie, niemals, niemals nicht um einen Kleiderschnitt gemacht.
Ist es denn so schwer, einen so simplen Schnitt zu finden?
Sogar des Nächtens habe ich meinen Mann beim Einschlafen genervt: Ich hätte den Schnitt vor Augen, er liegt mir quasi "auf der Zunge", aber wo nur? Die einzige Alternative, da ich den exakten Schnitt nicht finden konnte, lag darin, einen bestehenden Schnitt abzuändern. (@Sonnenschein: Der Schnitt, den Du vorgeschlagen hast, war fast perfekt, bis auf den angesetzten Rock, ich wollte keine Kräuselung)
Dafür kamen einige in Frage, doch dann habe ich mich als Ausgangsbasis für diesen Schnitt entschieden (für Link auf´s Bild klicken):
Wie ihr seht, ist im Brustbereich nix gerafft. Aber wozu ist der Abnäher da? Richtig: Um diesen in eine Raffung umzuwandeln! Weite muss eingehalten werden, ob mit Abnäher oder Kräuselung.
Aber guckt euch das Kleid mal in Großaufnahme an (im Link möglich)... seht ihr wie eng der Armausschnitt ist und der Träger meiner Ansicht nach viel zu weit im Armloch liegt? Also hab ich diesen um gut 2 cm nach innen versetzt (zum Glück)
Dann aus dem Abnäher eine schöne Rundung gemacht als einzuhaltende Kräuselung. hat auch super geklappt.
Nur....... seht ihr auch, wie VIEL ZU eng der Bereich ist, in dem der Träger auf das Oberteil trifft????? da ist eine Stelle, in der der Stoff sehr spannt. Und genau diese Stelle ist ZU ENG!
Ich muss das Kleid noch ein paarmal anziehen und dabei ganz intensiv drüber nachdenken, wie Burda es geschafft hat, diesen kleinen Bereich so eng zu schneiden, dass es den ganzen Schnitt verdirbt!
Nun, nebenbei habe ich den Schnitt in Größe 40 gemacht, und entgegen allen bisher gemachten Erfahrungen ist er allgemein ZU ENG.
Aber bevor ich einen Roman über den dummen Schnitt schreibe, schaut euch mein Ergebnis an. Leider konnte ich noch nicht meine Tochter heranziehen, ein anständiges Foto zu schießen, das reiche ich nach!
UND weil mein Selbstbildnis im Flurspiegel wie immer völlig untauglich ist, hab ich mal wieder meiner Puppe das Teil übergezogen, und wie immer sitzt es an ihr völlig bescheuert, sorry. Ich musste die Träger um ca 10cm kürzen, da bei dieser antiken Schneiderpuppe der Busen etwa dort sitzt, wo mein Schlüsselbein ist!












