Sendepause
Monday, November 13. 2006
Hallo!
Hier in diesem Blog wird es vorerst eine Sendepause geben. Ich beschäftige mich mit neuen Features, und bearbeite momentan nur noch mein Burda-Blog. Bitte schaut dort regelmässig vorbei.
Für alle, die zum ersten mal hier hineingestolpert sind: Viel Spaß in den Archiven, eure Bärbel Born.
Hi Folks! I apologize for beeing so lazy *lol*, but for a while I won´t write here. I will use my Burda-Blog more often, where you can find a lot more information in english. Take a few minutes to browse my sewing blog at Burda, thank you and hope to meet you there.
Messe-Magie
Wednesday, November 8. 2006
Soderle!
Ich war 5 Tage auf Messe-Maloche. Nun bin ich schon den dritten Tag wieder zu Hause und bekomme die Kurve zum bloggen nicht, und das ist- mal wieder- nur Sonnenschein schuld. ![]()
Mit ihrem Podcasting-Gedöns hat sie mir mal wieder einen Floh ins Ohr gesetzt! Und nu isse wech, legt sich unters Messer und muss dann wochenlang offline leben. Wie soll ich das nur aushalten? Wer soll denn dann liebe Kommentare in mein Blog schreiben? Sie hat ihren Namen gut gewählt: Als Sonnenschein hat sie mir schon manchen dunklen Tag aufgehellt.
Darum ist ihr Wunsch, ein Näh-Podcast zu basteln, mir auch Befehl! Ich habe nun schon 2 Tage in Websites zum Thema gewühlt, und meinen Rechner mit allen möglichen komischen Programmen vollgeschaufelt. Die meisten tun nicht das, was ich will, aber eines ließ sich überreden, mit meinem kleinen Mini-PC-Mikro ein bisschen BlaBla aufzuzeichnen. (Da alle Podcaster auch eine Intro-Musik haben, sollt ihr diese bei mir auch bekommen: Mit dem kleinen Glockenspiel meines Jüngsten habe ich mit den wenigen noch verbliebenen Metalldingern ein bisschen Klimperklimper gemacht... ich lach mich schlapp)
Da ich Podcast-Newbie bin, habe ich große Bedenken abgesichts des Umfangs der mp3-Datei! Mir scheinen 27,1 mb doch recht viel zu sein, um euch eine knappe halbe Stunde einen vom Pferd- pardon Stoff und Stempel- zu erzählen.
Falls jemand mir Nachhilfe zum Thema geben kann, bitte her damit! Und ich brauche Feedback, wie lange lädt die Datei bei euch? Alles deutlich zu verstehen? Wie sieht es mit der Lautstärke aus? Oder ist das total bekloppt, hier NOCH mehr rumzulabern?
Wenn das Podcasting irgendwann mal klappt, träume ich von video-Podcasts.... Warum? Nicht weil ich eine so hübsche Nase habe (die wahrscheinlich gar nicht oft im Bild ist), sondern weil ich so viele kreative Dinge auf Lager habe, die man ZEIGEN muss!!!!
Ich gebe ja gerne Kurse, aber den gleichen Aufwand, den ein Kurs macht, nur einmal zu haben, und dann die Videos davon für jedermann zugänglich ins Netz zu stellen... DAS wäre doch was, oder?
Noch was, bevor ich euch mein erstes Podcast vorstelle:
Ich habe diese Riesendatei bei einem kostenlosen Anbieter "geparkt". Das Problem sind die Datenmengen: Nach einer (!) Datei war mein kostenloses Platz-Kontingent erschöpft (und ich auch). Wesentliches Merkmal eines Podcasts sind ja die Episoden, also der Fortsetzungscharakter. Und den sehe ich den Bach runtergehen, wenn ich nur Platz für eine Episode habe. Schnüff.
Falls jemand da eine Lösung weiß, die nullkommanix kostet...her damit.
So, jetzt aber der- eine, einzelne, erste- Feed meines neuen Podcasts:
Theoretisch könnte man den abonieren, aber wer weiß wann und wie es den zweiten gibt.
Ich bin heute ein wenig gemein: Warum der heutige Eintrag "Messe-Magie" heisst.... das erfahrt ihr in dem Podcast-Beitrag! ganzfiesgrins
PS: Über Wiesbaden bloggen muss ich trotzdem noch. Vieles kann man besser erzählen, aber anderes besser zeigen/verlinken/schreiben. Gell?
Wieder mal Mittelalter
Saturday, October 28. 2006
Gestern konnte ich mal wieder ins Mittelalter schlüpfen. In der Larp-Taverne Twilight in Köln tummeln sich einmal im Monat Drachentöter, Orks und Pirartenvolk. Und hübsche Maidlein... so wie die besonders netten des Clans Mac Mahoon.
Eine davon ist meine Wenigkeit. Und weil ich ja ganz wild darauf bin, in historisch angehauchter Mode durch die Welt zu wandeln, hab ich mich schon zu Hause in Schale geworfen, Schleppenkleid und Jäckchen von HundM drüber und ab in den Bus.
Dann mit der Bahn weiter nach Köln. Dank Nowaks Bericht war ich vorgewarnt, dass in Köln zur Zeit etwas schwierige Verkehrsverhältnisse herrschen. Nachdem ich 30 Minuten auf den Zug gewartet hatte, konnten mir die paar Minuten mehr für die Strassenbahn auch nichts mehr anhaben.
In der Taverne war wieder volles Programm. Vor allem der Clan war (fast) voll besetzt. Da ich zum ersten Mal nicht als Autofahrerin zur Taverne kam, war ich alsbald auch recht voll.
Antialkoholiker lesen jetzt besser nicht weiter: Nach den ersten Flaschen leckeren Gerstensaftes habe ich diese mit süßem Met heruntergespült. Der Rest des Abends war kurz, der nächste Tag vermurkst, aber Strafe muss ja sein nach einer durchzechten Nacht.
In der Taverne war auch unser Clanmitglied Garret, der nicht nur ein ganz Lieber ist, sondern auch ein begnadeter Bastler von Larp-Waffen. Diese müssen ja bestimmten Sicherheitskriterien entsprechen. Vor allem müssen sie absolut verletzungssicher sein. Darum werden sie hauptsächlich aus Schaumstoff hergestellt. Unser Garret ist gelernter Kunststoff-Formenbauer, also prädestiniert für diese Bastelarbeiten.
Gestern hatte er was für meine Druidenfreundin Eilionor und mich dabei: Sicheln! Eilionor hatte ihm zuvor unsere Druidennamen in Runenschrift gegeben, diese prangten nun in eingravierten Lettern auf den goldenen Sicheln.

Und weil die Sicheln so schön rund sind, haben wir gleich vor der Taverne Wurfübungen damit gemacht.... Die Dinger fliegen vorzüglich, fast wie Frisbees. Ich weiß, Sicheln sollten von Druiden benutzt werden, um heilige Kräuter und Misteln damit zu schneiden. Aber da wir keine anderen Waffen haben, weil wir ja liebe, nette Dienerinnen der Müttergöttin sind, werden wir das nächste Mal mit den Sicheln auf die Orks schmeissen. Nun müssen wir noch ein bisschen üben, und dann werden die Orks totgeworfen!
Messe-Spaß
Monday, October 23. 2006
Habe ich gesagt die Spielemesse in Essen war Stress? Och nö..... Jetzt, da ich mich wieder richtig ausgeschlafen habe, sind Mühsal und Anstrengung vergessen, die Bilder gesichtet, aus Geschehen wird Erinnerung.
Erst jetzt habe ich gemerkt, dass ich trotz Digicam keinen meiner Freunde geknipst habe. Mist. Ich hoffe nun auf deren Bilder, so hat zum Beispiel ein Freund aus meinem Larp-Clan immerhin Bilder von mir gemacht, ich wette, er hat auch ein paar von sich selbst dabei. Nun heisst es abwarten.
Aber was ich so vor die Linse bekam, kann ich euch berichten. Und trotz allem Spielkram und Stempelfieber, es war sogar ein Klitzekleinesbisschenwas für Schneiderinnen dabei... ![]()
Zum Auftakt zeige ich euch erst einmal unseren Stempelstand komplett (für die grossen Bilder auf die kleinen klicken!):
Die nette Dame in orange ist meine Stempelfreundin Yvonne. Sie hat den kleinen, aber feinen Stempelladen Kaleidoskop in Solingen. Der Internetautritt ist grottig, aber wir arbeiten dran.
Nach vielen Jahren mit Messeauftritten hat Yvonne sich nun für ihren Stand neue Vorhänge genäht. Als sie mir mitteilte, sie wolle dafür roten Pannesamt verwenden, hat es mich zunächst gegruselt, aber als ich das Ergebnis sah, war ich positiv überrascht. Die Grundfarben Rot, Gelb und Orange lassen ihren Stand frisch und fröhlich wirken.
Mit langem Arm und Selbstauslöser habe ich mich vor der Kasse geknipst:
Meine Kamera blitzt alles tot was zu nah dran ist, aber wer will schon so genau meine Fr..., äh Nase sehen. Im Hintergrund seht ihr Embossingstifte, kleine Stempelkissen und natürlich Stempel. Mein Outfit (wollt ihr das wirklich wissen?) besteht aus einer schwarzen, durchsichtigen Bluse, die ich Ende der 70er mal in einem Indien-Laden gekauft habe (wer erinnert sich noch?)
Das Mieder ist ein Pseudo-Schnürding von Otto, da es stretcht, zieht man es einfach über und die Schürung ist nur Deko. Egal, Hauptsache mittelalterlicher Touch. Untenrum hatte ich einen alten Rock ausgegraben, den ich mir mal vor rund 15 Jahren genäht, und seitdem nicht mehr angezogen hatte. Ja- ich hebe meine Sachen so lange auf! Und siehe da: Bluse und Rock kamen nach 25 bzw. 15 Jahren wieder zum Einsatz! Yeah!
Da ich beinahe täglich meine irren 5 Minuten hab´, entstand in diesem Zeitraum vor Messebeginn am Freitag dieses nekische Bild links. Der Titel: "Ich liebe Stempel!" Und auf welchen Stempeln räkele ich mich da so lasziv? Das wollt ihr wohl wissen, was? Ja, ihr sollt es erfahren: Zum Beispiel hat Yvonne Text-Stempel wie diesen hier rechts (klick auf´s Bild):
Der neckische Text wurde einer amerikanischen Vorlage abgeschaut, in der es hieß: I´m not fat, I´m fluffy. Die deutsche Übersetzung ist ganz brauchbar, besser ging´s nicht. Geschrieben habe ich die Vorlage für den Stempel höchstpersönlich, was mich mit einem nicht geringen Gefühl von Stolz erfüllt. ![]()
Ich hab´ Yvonne noch andere Stempel gemalt, was einen Nicht-Stempler verwundern mag. Aber wenn man weiß, was man mit Stempeln machen kann, dann weiß man auch, dass dies mit einer Zeichnung nicht geht. Oder könnt ihr mit einem Bleistift einen schönen Abdruck in Siegelwachs machen? Mit einem Gummistempel geht das!
Und wenn man dann einmal mit der Stempelei angefangen hat, sagt man schnell das, was auf dem Stempel links zu sehen ist (click the pic). ![]()
Aber mein Schmankerl für meine lieben Nähmädels kommt hier ----------->
Cooler Stempel, gell? Ich hab´ ihn erst am Stand gesehen, das Motiv war neu und ich kannte es noch nicht. In der Gummi-Wühlkiste habe ich dann noch einen Stempel mit einem Nadelkissen gefunden, welches nun meinen Fundus erweitert. Man kann halt nie genug (Stempel) haben!.
Den letzten Stempel, den ich euch heute zeigen möchte (dann habt ihr es überstanden) ist ein Zauberhut. Den mag ich besonders, und darum habe ich bei den Messe-demos auch viel damit gestempelt. Zum Bespiel das hier:![]()
Und so etwa noch 200 weitere Karten, ein paar seht ihr hier. Die meisten Musterkärtchen habe ich nur gemacht, um den Messebesuchern die Grundlagen des Stempelns zu zeigen. Da diese kleinen Stempelarbeiten natürlich in der Kürze der Zeit keine schöne Karte ergeben, habe ich sie auch meistens gleich verschenkt. Kinder konnten ein Kärtchen mit ihrem Namen in Goldschrift mitnehmen, Erwachsene durften sich auch schon mal einen Wunschtext aussuchen.
Eine andere Stempel-Bekannte hat für Yvonne schöne Musterkarten gebastelt, die am Stand auf grosse Bewunderung stießen. Zwei davon möchte ich euch zeigen:
Gestempelt sind die Tauben/Engel/Schriften/Kinderwagen/Blümchen. Ich selbst bevorzuge eine ganz andere Art des Stempelns, aber dennoch finde ich die Karten wunderhübsch.
Zu guter Letzt zeige ich euch noch gross und in Farbe, wie mein Messe-Frühstück aussah. Womit der Titel des heutigen Eintrags "Messe-Spaß" ein wenig ad absurdum geführt wird, aber am letzten Tag bekam ich endlich (!) meine Tasse Kaffee, das hat mich mit aller Unbill der vorangegangenen Tage versöhnt.

Messestress
Sunday, October 22. 2006
Die Spielemesse 2006 in Essen ist vorbei! Gott sei Dank. Als Besucher hätte ich bestimmt meinen Spaß gehabt, aber als Mitarbeiter waren die beiden letzten Tage der pure Stress!
Die beiden ersten Tage der Messe waren sehr gemütlich, und ich konnte ganz bequem diverse Freundschaften ausbauen bzw. neu knüpfen. Aber dann kam das Wochenende: Normalerweise liegt die Spielemesse in den Herbstferien. In diesem Jahr sollte alles ganz anders sein. Messe nach den Herbstferien ist nicht gleich Messe in den Ferien. Eigentlich logisch. Während der Ferien haben Eltern mit schulfpflichtigen Kindern die Gelegenheit, sich bereits wochentags in Spielen und Angeboten zu tummeln. Studenten kommen schon am Donnerstags, wenn die Messe öffnet. Diesmal ging der "Betrieb" also erst am ersten schulfreien Tag los, dem Samstag. Gestern abend war ich so platt, dass ich nur noch (mit Klamotten!) ins Bett gefallen bin.
Und dabei hatte ich mir alles so schön ausgemalt: Freitag hatte ich zufällig gehört, dass Samstag um 14 Uhr eine LARP-MODENSCHAU stattfinden sollte! Also hab ich mich in eine larpige Schale geschmissen (Ist es euch schon mal passiert, dass ihr (abknöpfbare) Ärmel verlegt habt? Ich musste mit meinem Druidenkleid OHNE Ärmel los, zur Not tat es dann auch ein langärmeliges, schwarzes T-Shirt "drunter", was ziemlich genau wie ein Outfit aussieht, an dem ich grade arbeite. Ulkiger Zufall) und die Digi-Cam meiner Tochter eingepackt, damit ich endlos Bilder für EUCH machen konnte.
Aber um 14 Uhr war unser Stempelstand so proppenvoll mit Menschen, dass ich meine Freundin Yvonne unmöglich allein lassen konnte! Als sich dann endlich die Reihen der Besucher lichteten, bin ich rübergespurtet, um mit meinem Freund Robert zu sprechen, denn er wollte die Modenschau als Journalist für ein Magazin in Wort und Bild festhalten. Ich hab´ den
armen Mann beim "Mittag"essen gestört (um halb sechs, wenn normale Leute ans Abendbrot denken. Eine Runde Mitleid für uns armen Messe-Malocher bitteschön) und so lange genervt, bis er mir mit halbvollem Mund versprach, mir Bilder der Modenschau zukommen zu lassen. Jipeeee! Also werde ich baldmöglichst hier zeigen, was er und sie so im LARP tragen. Wie Robert sagte, wäre viel Metall gezeigt worden, hehe. Er meinte die allseits beliebten Plattenrüstungen der Herren. Da können wir Hobbyschneiderinnen nicht mithalten, schnüff. Ich werde mich demnächst in Metallbearbeitung üben, aber bestimmt nichts, was Schwerthiebe und Pfeile abhalten kann. Jetzt warte ich auf die Fotos von Robert, damit ich euch den einzigen nähtechnischen Input geben kann, den die Spielemesse in Essen zu bieten hatte.
PS: Eine Freundin wies mich darauf hin, dass in der ganzen großen Halle 6 der Messe, in denen sich jede Menge Larp-Anbieter von fertig genähten Kostümen tummelten, nicht ein einziger Anbieter von SCHNITTMUSTERN befunden hätte. Eine Marktlücke? Bemerkenswert ist ja auch, dass ca. 80 Prozent der Larper männlichen Geschlechts sind. Und
wie es mit Schnittmustern für Jungs, noch dazu historischen, aussieht...das wissen wir ja alle. Also wenn mir jemand die Schnitte macht (gerne nach meinen Entwürfen
), ich verkaufe sie wann und wo ihr wollt! Zum Beispiel auf der Spielemesse.
Waffen der Frauen
Friday, October 20. 2006
Ich kam grade nach einem 10-Stunden-Tag von der Spielemesse in Essen zurück, und hab das Allernötigste am Rechner gemacht: Nowaks und Sonnenscheins Blog gelesen, sowie in mein Clan-Forum geschrieben. Dann wollte ich den PC runterfahren und ins Bett, aber nur noch mal kurz bei Burda reingeschaut.
Und was sehe ich? Die können Gedanken lesen! Schaut mal da:
Ja! Vintage! Wie lange habe/n ich/wir darauf gewartet? Immerhin haben die doch die alten Schnitte im Schrank liegen, oder? (Es gab mal Retro-Look zum Jubiläum, aber die Schnitte waren nur angelehnt an den Stil eines bestimmten Jahrzehnts!)
Oft habe ich das Argument gehört, dass die Frauen von heute andere Figuren haben. Mehr.....legère. Formlos auf gut deutsch. Damals hat man sich in den berühmten Hüfthalter gezwängt, der einen umbrachte. Wir leben frei und ungezwungen heutzutage.
Mich würde nun brennend interessieren, ob der Schnitt wirklich "original" ist, oder- was viele Schnitthersteller machen- auf die heutigen Figuren und Unterwäsche angepasst.
Ich persönlich bevorzuge 3 Meter Stoff hinter mir. Mittelalter auf heutige Verhältnisse abgewandelt. Aber einengend? Doch in meiner Familie gibt es einen erklärten Freund dieser schmalen, engen Linie: Meinen Mann!
Seit Jahren liegt es mir in den Ohren damit. Er liebt die 50er! "Damals hatten die Frauen noch Kurven!" (Hab´ ich etwa keine?
) Als er das Burda-Kleid sah, leuchteten seine Augen. "Ja, damals hatten die Frauen..." den Rest kennt ihr ja.
Ich glaube dieses Kleid steht nun auch noch auf meiner To Do Liste, die lang und länger wird. Was mein Mann wohl sagen wird, wenn ich wirklich jemals in einem solchen Fummel vor ihm stehe. Wie war das mit den Waffen der Frauen? Ich glaube ein solches Kleid ist eine davon!
Spielemesse Tag eins
Thursday, October 19. 2006
Heute startete die Spiel 06, die Spielemesse in Essen. Dort hat meine Freundin Yvonne Leistner von Kaleidoskop einen Stand. Da ich ja lange Jahre Stempelprofi war, und wir aus dieser Zeit befreundet sind, habe ich mich als Demotante für die gesamte Messe bei ihr verpflichtet. (falls ihr also in Halle 10, Stand 10-06 kommt, sagt Hallo)
In unserer Halle tummeln sich hauptsächlich die Brett- und Gesellschaftsspieler. An einer Unmenge von Tischen können die Besucher alle Spiele ausprobieren. Das Konzept finde ich vor allem hilfreich für Leute wie mich...jedes Jahr stellt sich in meiner kleinen Familie auf´s Neue die Frage: Welches Spiel schenken wir uns zu Weihnachten? Denn in den faulen Tagen zwischen den Jahren nutzen wir die freie Zeit immer gern, um im Kreise der Familie stundenlang zu spielen. Wir siedeln und suchen Kartenpaare und klettern mit unseren Geistern die Treppe hoch. Das Spiel "Die Geistertreppe" hatte ich auf einer ähnlichen Messe kennengelernt. Da ich das Spiel in Aktion gesehen hatte, wusste ich wie viel Spaß es macht. Ohne Mitmachtisch hätte ich das nie erfahren. Heute sah ich das neue Spiel von den "3 Magiern", leider hatte ich noch keine Gelegenheit es mal auszuprobieren. Das hole ich morgen nach! Und wenn es mir gefällt, liegt es am 24.12. unter´m Tannenbaum.
In meiner Demo-Pause ging es auf direktem Weg zu Halle 6. Dort findet man alles, was sich dem Themenfeld "LARP" zugehörig fühlt. Also Klamotten, Rüstungen, Larp-Waffen, Filmanbieter, Mittelaltermusik, larpiges Zubehör, Fantasyschmuck, Vereine für Rollenspieler und Con-Veranstalter. Als ich das letzte Mal dort war, konnte ich mit dem ganzen Kram nichts anfangen, da ich noch nicht aktiv gelarpt hatte. Diesmal sprachen die feilgebotenen Waren schon eine ganz andere Sprache: Aus einem bunt angemalten Gummiding wurde für mich eine Zwergenaxt, Draht mit Nylon war plötzlich ein Feenflügel, und aus den vielen Verrückten in der Halle schälten sich diesmal einige nette Gesichter heraus, die ich bereits auf Larp-Conventions kennenlernen durfte. So wurde der leider viel zu kurze Aufenthalt in der Halle 10 zu einem kleinen Wiedersehen mit netten Freunden.
Einen davon habe ich in den vergangenen 10 Jahren lediglich einmal zu Gesicht bekommen: Robert Vogel. Wer sich in der SciFi-Szene tummelt, sollte ihn kennen. In Essen hat er sich in den Dienst der Fantasy-Fans gestellt, und promoted dort bis Sonntag eine Filmproduktion von deutschen Laienschauspielern, die ihr Faible zum Genre verbindet. Der Film "Kriegerherzen" ist eine Arbeit von Fans für Fans. Robert hatte ihn bereits vergangenen Winter auf einer Fanveranstaltung (Trek Dinner Köln) vorgestellt, leider habe ich den Film bis dato noch nicht gesehen, nehme mir aber vor, es bald nachzuholen.
Robert ist ein Mensch, den man einfach gern haben muss! Er ist nicht nur knuffig und süß, er ist auch unermüdlich unterwegs im Auftrag von SciFi und Fantasy. Bei unserem kleinen Smalltalk heute in Halle 10 hat er mir berichtet, wann und wo er sich diesen Winter noch rumtreiben will... gelegentlich ist er an 2 Orten zur gleichen Zeit. Er hat mir sein Geheimnis, wie er das anstellen wird, auch verraten, aber ich schweige wie ein Grab! ![]()
Mein lieber Robert treibt sich mit Vorliebe auf Filmsets herum. Er kann Anekdoten erzählen, die für mindestens 5 Wochen am Kamin ausreichen! Aber seht selbst (ich hoffe er verzeiht mir den "Bilderklau"...), hier seht ihr Robert wie er leibt und lebt! Ich drück Dich (auch) Robert!

Ich wette, solche Sets hat er gern.
Mit welchen Promis aus TV und Kino er sich sonst noch so getroffen hat (meine Güte, er hatte sogar eine Gastrolle in Stargate!) seht ihr auf seiner Website, für Stargate-Fans hier lang: Robert in Stargate.
Ich habe ja noch 3 Tage, um Robert ein bisschen zu piesacken. Und die Larp-Halle werde ich noch so oft wie möglich aufsuchen, immerhin gibt es da jede Menge kreativer Gewandungen! Ich hatte das Gefühl, man sieht mir an wenn ich ein Kleid scanne, analysiere, mir Stoff, Verarbeitung und Schnitt merke, sowie die Besonderheiten und Embellishments einpräge. Ich habe kaum gewagt, ein Kleid länger als 1 Sekunde zu fixieren... noch 3 Tage, macht dann 4 Sekunden pro Kleid. ![]()
Am Nachmittag lief mir dann doch noch eine ahnungslose Larperin in die Arme! Ihre ganz harmlose Frage nach Stempeln, die einen Siegelabdruck imitieren, wurde mit einer halbstündigen Stempelfolter von mir belohnt! Ein paar Hobbyschneiderinnen kennen meine Begeisterung für Stempel ja bereits aus Aachen... "wehe wenn sie losgelassen". Nach der 30-minütigen Einführung in die Wunderwelt der Stempel nahm sie eine kleine Erstaustattung mit. Beim Erklären der Grundtechniken hatten wir ganz neue Ideen, wie man Stempeln und Larp verbinden kann. Da tun sich Möglichkeiten auf.... meine Güte, dass ich daran noch nicht gedacht habe! Dass man mit Stempel in Siegelwachs (bei Gelegenheit mache ich dazu mal eine kleine Bilderanleitung!) drücken kann ist für MICH ein alter Hut, aber wissen das auch die Larper? Und Ideen, wie man einen ollen Gummistempel larptauglich machen kann... die hab´ ich nun massenhaft! Mittellande- here I come! (Zu deutsch: Imaginäre Welt des Larp, jetzt komme ich! (mit meinen Stempeln.)
Oops, PS: Am Morgen bekam Yvonne einen mobilen Anruf, aus dem ich schliessen konnte: Sie hat heute Geburtstag! Und ich Dummdödel hab´ es mal wieder nicht gewusst! Danach habe ich heimlich kleine Zettel geschrieben: "Yvonne hat heute Geburtstag" und allen Freunden am Stand heimlich untergeschoben, hihi.
Jedes Mal hab´ ich von Yvonne ´ne Kopfnuss bekommen, Gemeinheit! (Nein Yvonne, ich fand das NICHT peinlich!
)
Kapitel 2- Die Menschen
Sunday, October 15. 2006
Und weiter geht´s mit dem Kongressbericht!
Draussen scheint die Sonne und man mag kaum glauben, dass es mit großen Schritten auf den Herbst zugeht. Und wo uns allerorten dieser wunderschöne Sonnenschein umgibt, was liegt da näher, als euch ein wenig über sie zu erzählen?
Neulich fuhr ich durch Solingen, kam mir doch tatsächlich ein Kleinlaster entgegen, mit der riesengroßen Aufschrift "Firma Sonnenschein"... wenn man jemanden mit einem solch einprägsamen Spitznamen kennt, wird man an allen Ecken daran erinnert. Und wer ist nun Sonnenschein?
Alles fing damit an, dass ich bei Burda die Weblogs entdeckte. Da tummelte sich auch jemand namens Sonnenschein. Später stieß ich auch auf andere Bloganbieter, und...schon wieder eine Sonnenschein. Beim dritten Blog schrieb ich sie dann an: Wieviele Blog hast Du denn und bist Du überhaupt nur eine oder vielleicht mehrere?
Sie schrieb mir dann zurück, ja sie sei nur die eine Sonnenschein, und sie testet halt verschiedene Blogs. Nun, das hab ich dann auch getan, und nachdem ich einige durch hatte bin ich bei zwei Bloganbietern geblieben, eines für Designspielerieien, zum formatieren der Texte und als eine Art Backup, und das Burdablog schreibe ich fast inhaltgleich, aber mit Herzblut.
Nun, durch diesen lustigen Zufall hatte ich Kontakt zu Sonnenschein, die auch aktiv im Forum der Hobbyschneiderin war. Manchmal geht das Leben schon seltsame Wege. Durch unsere aktive Bloggerei haben wir uns dann näher kennengelernt, dem Internet sei Dank! Später kamen Telefonate und email hinzu. So hatte ich bald das Gefühl sie bereits eine Ewigkeit zu kennen.
Wir sind uns ähnlich und doch so grundverschieden. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der GENAU so wäre wie ich... ich bezweifle, dass ich mit einer solchen Person Umgang haben möchte, haha. ![]()
Aber Sonnenschein, die eigentlich Evelyn heisst, hat das Herz am rechten Fleck, und trotz aller Unterschiede verstehen wir uns in allen wichtigen Punkten bestens! Sonnenschein ist da anders, wo ich fürchterlich bin: Sie ist so elegant (ich laufe immer recht schlampig rum, obwohl ich schöne Kleider liebe, bin ich zu faul sie auch zu tragen) und gestaltet sich und ihre Umgebung zu einem harmonischen Gesamtbild. Sie ist zielstrebig, kann sich entscheiden, da werde ich immer neidisch. Sie denkt stets an ihre Lieben, zu denen auch eine Handvoll Schneiderinnen gehören, mit denen sie eine muntere Gruppe bildet.
Ich will gar nicht so viel erzählen wie ich Sonnenschein sehe. Wenn ich dann irgendwo total falsch liege, verzerre ich euer Bild von ihr, das möchte ich nicht. Aber ich kann soviel sagen: Ich hab´sie sehr gern und denke oft an sie! Und wünschte, ich hätte mehr von ihr an mir selbst!
Was hat das alles nun mit Aachen zu tun? Als ich zum Kongress nach Aachen fuhr, kannte ich Sonnenschein lediglich aus dem Internet, also virtuell, und ihre Stimme vom Telefon. Auch andere Mädels hatte ich zuvor noch nie gesehen, doch davon später mehr. Auf Sonnenschein war ich gespannt wie ein Flitzebogen! Schon als der Kongress öffnete habe ich nach ihr Ausschau gehalten, obwohl sie erst gegen Mittag kommen wollte. Dann hatte ich meinen Kurs im ersten Stock und sah kaum jemanden, da nicht viele Besucher den Weg nach oben fanden.
Als ich sie dann endlich erspähte (uff, ich weiß nicht mehr wo, ich weiß nur ich hab sie angesprungen und gedrückt) hab ich mir nen Knubbel an den Bauch gefreut! Endlich "meine" Sonnenschein in Fleisch und Blut! Sie hatte dann einen Pflichttermin bei Burda, sie hatte sich als Model für das richtige Maßnehmen zur Verfügung gestellt.
Für die Burda Maßschnitte muss man einige Körpermaße abnehmen, und da Sonnenschein ein paar sehr individuelle figürliche Besonderheiten hat, war sie das ideal Objekt für eine Vorführung von Burda. Am besten ihr lest ihren Blogeintrag zu der Burda-Vorführung.
Auf jeden Fall war sie wirklich und wahrhaftig im Mittelpunkt:

Während des restlichen Kongresses sah ich Sonnenschein noch oft, immer war sie grade auf dem Weg irgendwohin und nachdem unsere Wege sich kurz gekreuzt hatten, gingen wir auch schon wieder unserer Wege. ![]()
Bei einer Demo über Filzen hab ich mich dann mal zu ihr gestellt, und war begeistert. Auch hier hat Sonnenschein alles Wichtige dazu erzählt. Und vom Filzfieber infiziert, mussten ein paar Kleinigkeiten in Sonnenscheins Einkaufstüte:

Ich bin dann noch eine Weile hin- und hergeschlichen, aber am Ende hab´ ich fast die gleichen Sachen gekauft!
Auf ein längeres Beisammensein mit Sonnenschein habe ich dann am Abend gehofft, und ging zu dem abendlichen Treffen im Aachener Alex. Ich konnte sie dort nicht entdecken, also habe ich mich an einen Tisch mit anderen Mädels gesetzt, von denen ich eine während des Tages kennengelernt hatte. Auch über diese lustige Truppe werde ich noch ausführlich berichten, ich hab´ an deren Tisch Tränen gelacht! Zu später Stunde musste ich dann nochmal nach Sonnenschein Ausschau halten, und erspähte sie am anderen Ende des Raumes!
Endlich konnte ich mich auf sie stürzen! Wir haben dann noch lange mit den Damen des OWL-Nähtreffs (OstWestfalenLippe oder so) beisammen gesessen. Den Abend möchte ich um nichts in der Welt missen, ich habe mich gefühlt wie die Made im Speck! Umgeben von netten Menschen, kreativen Gesprächen, Späßen und Erfahrungsaustausch... als Sahnhäubchen noch liebe Menschen, auf deren Nähe man monatelang gewartet hat: Für mich war dieser Abend das absolute Highlight des Kongresses.
Die Moral von der Geschicht´? Ohne Freunde geht es nicht. Für mich war das Wichtigste in Aachen das Zusammentreffen mit bekannten und bis dato unbekannten Gesichtern. Endlich mal Menschen, die man schon längst ins Herz geschlossen hat, auch mal in Fleisch und Blut zu sehen, anfassen zu können. Unsinn reden, denn das tut man in Blogs, mails oder am Telefon nicht. Zeit verplempern, die in chats oder virtuell zu kostbar scheint. Einfach beisammen sein. Aachen war viel zu kurz! Und mit einem Bein bin ich immer noch da, und das wird- Dank Sonnenschein- auch noch eine ganze Weile so bleiben.
Bärbel in der großen Stadt
Friday, October 13. 2006
Kennt ihr Düsseldorf? Bestimmt schon mal gehört...was? Das ist die große laute Stadt nördlich von Köln, der charmanten, puslierenden, kreativen, liebenswerten Großstadt in den Armen des altehrwürdigen Rhein.
Na ja, wer Köln liebt, kann Dusseldorf nicht lieben, das ist ein Naturgesetz. Heute musste ich nach Düsseldorf. Immerhin habe ich den Weg gefunden. Mein Jüngster musste zu einer Untersuchung, die man anscheinend nur in D´dorf machen kann. Und als alter Burda-Fan habe ich natürlich die Seite "125 Jahre Karstadt" bei Burdamode gelesen. Ohne Burda wäre mir dieser besondere Geburtstag gewiss entgangen. ![]()
Und da ein Termin dieses 125-jährigen Festes in D´dorf war, bis zum 14.10.06 (also morgen) stattfindet UND mit Burda zu tun hat.... habe ich schon seit Wochen diesem Termin entgegengefiebert. Ich muss zugeben, ich hatte zunächst einen Denkfehler: Bei "Burdamode bei Karstadt" schlug mein Herzchen gleich viel schneller, hieß das für mich doch "Modenschau, Gespräche, Informationen". Im Vorfeld wurde mir durch die Lektüre der vorhanden Information dann klar, dass lediglich einige Burda-Modelle auf Puppen gezeigt wurden, immerhin.
Also nach Juniors Termin den Weg durch die völlig verquere Dusseldorfer Innenstadt gesucht und ab zum Karstadt. Dank guter Vorbereitung am Abend zuvor führte mich die Wegbeschreibung auch auf dem kürzesten Weg dorthin. Schon im Parkhaus wurde ich nervös: Die Düsseldorfer Ladies haben ja echt Probleme, einen Parkplatz zu finden! Während sich vor mir zwei Damen lautstark um einen Platz stritten, wurde während der Wartezeit ein Platz gleich neben mir frei.... Geduld zahlt sich doch manchmal aus.
Dann der Gang durch´s Kaufhaus: Ich wette ihr lacht mich jetzt aus, denn ich war seit Jahren nicht mehr "einkaufen". Ich habe null Ahnung, was so in den Läden hängt, denn es interessiert mich einfach nicht. Meine Jeans kaufe ich bei Otto und alles andere wird seit Anfang des Jahres selbst genäht. Und was sehe ich da an den Puppen? Bahnenröcke, Glitzertops. So ein bisschen war es wie ein Gang durch die aktuellen Schnittmuster der Saison, wie kommt das bloß? (Scherz)
Da näht die Konfektion doch tatsächlich den gleichen Kram wie wir als Hobbyschneiderinnen...unglaublich
Einen kleinen Augenblick hab´ ich mich wie ´ne dumme Landpommeranze gefühlt.... Dieses Gefühl sollte sich einige Stockwerke weiter oben wiederholen.
Im Kaufhaus ab in den 3ten Stock, in die Stoffabteilung.
Rückblende: Ich kenne nur den Karstadt Solingen. Jetzt dürft ihr Mitleid mit mir haben. Die Solinger Stoffabteilung war immer so... uninteressant und mit desinteressierten Mitarbeitern besetzt (Ist auch schon 10 Jahre her, sorry falls sich das verändert hat)... das habe ich dann auf alle Karstadt-Filialen übertragen. das war ein großer, großer Fehler! Der Düsseldorfer Karstadt ist..... oh Mann, die Stoffabteilung ist..... das Paradies!
Stoffe so weit das Auge reicht. Nicht diese Wühltische voller langweiliger Ballen, sondern Stoffe, die ich ALLE gern im Fundus hätte! Schön, schöner, am Schönsten! Und die Abteilung war VOLL! Wann habe ich zuletzt eine mit Kunden gefüllte Stoffabteilung gesehen? Noch nie!
Und da standen SIE, die Burda-Puppen! Halb verdeckt von einer riesigen Holztafel, denn die Stoffabteilung hatte grade Inventur. Einmal möchte ich all die Stoffballen zählen ja! Der nette Herr, der dies tat, nahm die Tafel wieder und wieder weg, wenn ich meine Camera auf die Figurienen hielt (der war sooo süß, hehe)
Ein bisserl kam ich mir schäbig vor, zwischen all der Pracht, den edlen Stoffen, den elegant gekleideten Dusseldorferinnen, den aufgerüschten Verkäufern (ob der Chef der Abteilung seine rosenholzfarbene Seidenkravatte wohl selbst genäht hat?)
Aber an sowas störe ich mich nie lange. Schäbig oder nicht, ich kann´s ja eh´ nicht ändern, und ab in die Stoffballen! Guck, wühl, schnüffel, tast....Seide, Wolle, Stickerei, Chiffon, Rüschen, Farben, Glitzer, welche Pracht! Zwischendurch immer mal wieder den Sohnemann von der Ballustrade zurückgezerrt, hinter der es 4 Stockwerke tief in den Keller ging.
Ich hab´ dann brav gefragt, ob ich die Burda-Modelle knipsen darf, und ich durfte. Wie ich ja schon auf dem Kongress in Aachen gesehen hatte, ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man ein Kleid auf einem Foto, oder in real aus der Nähe sieht. Es war wunderbar!!!! Ich konnte so viele Details sehen, und es war sehr aufschlussreich und inspirierend. Ich möchte hier nicht auf jedes einzelne Modell eingehen, aber am Ende des heutigen Eintrag zeige ich euch ein paar Fotos. LEIDER sieht man auf denen wieder nicht das, was ich MIT EIGNENEN Augen gesehen habe! Aber ich kann euch versichern, dass es TOLL war!
Und da Erik Gefallen an den Schnittmusterbüchern gefunden hatte, hab ich mich nach dem Knipsen und wühlen halt dazu gesetzt. Und zu meiner eigenen Überraschung sogar einige mir bis dato unbekannten Burdaschnitte im Katalog entdeckt. Mit spitzen Fingern habe ich dann sogar im Neue Mode Katalog geblättert, sorry Burda, aber ein Schnitt war exakt so, wie ich ihn bisher vergeblich bei Burda gesucht habe.
Ich hatte ja diesen Sommer ein Kleid in Angriff genommen, die Skizze hab ich nochmal rausgekramt.
Leider konnte ich bei Burda nicht den perfekten Schnitt finden.
Den fand ich heute bei Neue Mode, guckst Du hier.
Dumm, dass ich diese einfache Raffung oben nicht hinbekommen hatte, aber Übung macht den Meister, ich versuchs halt nochmal. Und den ausgestellten Saum kann ich ja nun wirklich selbst basteln, das sollte kein Problem sein.
Und nennt es Schicksal: Auf einem der Stofftische bei Karstadt lachte mich ein Bordürenstoff an, grün UND runtergesetzt auf 4 Euro. Es gab nur noch 1,70 Meter auf der Rolle, ich weiß nicht recht, ob der reicht für dieses Kleid, aber wenn nicht, dann mach ich halt dieses Burda-Kleid aus der nächsten Burda draus, passen würde es (und ich hab mich sowieso in das Kleid verliebt!)
Außerdem sah ich mehrere Stoffe, von denen ich nun wohl nachts träumen werde: Ein mit zarten Rosen bedruckter Seidensatin, schmeichelweich, runtergesetzt und immer noch unerschwinglich, wenn man mit 20 Euro im Portmonnaie davor steht.
So, hier nun ein paar Bilder aus der Burda-Ausstellung, mein Sohn wollte mit auf´s Bild (und trägt sehr stylisch und selbstbewusst seine Spongebob-Gummistiefel zur Schau)

Dieser zarter Pulli in Wickeloptik hatte diesen besonderen Gag mit dem drapierten "Schal", aus der Nähe sah es zum Klauen schön aus!

Auf dieser klassischen Tweedjacke hat Burda Embellishments angebracht, ich hätte die Jacke von der Puppe nehmen müssen um herauszufinden wie das gemacht war, das hab´ ich mich nun doch nicht getraut! ![]()

Ist dieser Kragen mit abgeketteltem Saum nicht ein Traum? Ich kann mich nicht erinnern, wo Burda den gezeigt hat. Heft? Schnitt? Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, denn solche Säume kann ich ganz gut, bin nur nicht auf die Idee gekommen, dass "oben" statt am unteren Saum anzuwenden.

Diese Saumlösung der Hose war mir im Heft bereits aufgefallen, nichts für mich, ich bin nicht der elegante Typ, aber kreativ und pfiffig auf jeden Fall!

So, diese Version eines Wickelkleides ist toll, aber auch hier gibt das Foto nicht annähernd die tolle Wirkung wieder, ich entschuldige mich dafür.

So, zu guter Letzt noch ein Schmankerl. In Aachen hörte ich wie jemand sagte, ein Burda Modell wäre nicht gefüttert, wie im Heft angegeben. Man sieht es ja nicht auf den Fotos.....
Drum hab ich mir ganz frech die Klamotten auch von innen angeschaut! Und... ja, alle perfekt verarbeitet (sogar die Jacke aus Walk war abgekettelt, was eigentlich nicht nötig ist) Und hier der Beweis: Futter wo Futter sein sollte, und perfekt eingenäht! Kongratulation Burda!

Damit beende ich meinen heutigen Bericht meines Besuchs in der großen Stadt. Die Landpommeranze sitzt wohlbehalten wieder zu Hause im ruhigen und beschaulichen Solingen, Gott sei Dank. Nur von der Stoffabteilung des Düsseldorfer Karstadt, da werde ich noch lange träumen.
Zeitreise mit Burda
Wednesday, October 11. 2006
Ich sagte ja bereits des Öfteren, dass ich ein Sammler und Jäger bin, und seit ich wieder mit dem Nähen angefangen habe, gilt das nun auch für Schnittmusterhefte.
Ich habe in den 80ern genäht, "learning by doing" und Anleitungen Schritt für Schritt gelesen. Dann kam ich in das Nähatlier meiner Ex-Schwägerin und brauchte zwar keine Anleitungen mehr, aber immer noch Schnitte.
Dann kamen die Stempel, und ich hab das Nähen an den Nagel gehängt, die NäMa in die Garage und mal hier, mal da eine Burdamoden gekauft. Ich hatte keine Ahnung von holländischen, dänischen, finnischen, spanischen oder italienischen Heften. Schnitte aus USA kannte ich aus meiner Zeit mit den Star Trek Fans, aber damals war Internet noch etwas für große Firmen oder Studenten der technischen Fachrichtungen.
Zurückgekehrt an die Nähmaschine komme ich aus dem Staunen nicht heraus: Firmen sind per Mausklick zu erkunden (meinen uralten Simplicity-Katalog hebe ich trotzdem auf) und man findet alles und jedes noch so ausgefallene Ding, seien es Schnitte, Hilfsmittel oder Techniken.
Tja, und was tun im Dschungel dieses Angebots? Ich liebe meine gute alte Burda. Tradition, Innovation, die Muttersprache.... alles in einem Heft, das es am nächsten Kiosk gibt. Und ich sammle. In Aachen am Grabbeltisch, im Internet, in Foren. Und so kam es, dass ich letzte Woche im Forum der Hobbyschneiderin eine Kollegin sah, die ihre alten Hefte verkaufen wollte. Schnell meine Liste geholt und verglichen. Wow! 12 Hefte, die ich noch nicht hatte! Schnell bestellt (bei 50 Cent pro Heft wird Burda arm an Leuten wie mir), bezahlt und am nächsten Tag gingen die Hefte auf die Reise.
Heute traf das schwere Päckchen hier ein. Könnt ihr euch vorstellen, wie das ist, wenn man die komplette Jahresproduktion des Burdamoden-Magazins AUF EINMAL in den Händen hält. Irre! Da ich nach einer Stunde nochmal los musste, hab ich 2 Ausgaben sogar mitgenommen...bloss nicht wieder hergeben.
Und so kam es, dass ich nun endlich den 1999-Jahrgang komplett besitze! Das war nur die Vorrede. Denn: Wenn man so wie in meinem Fall "neuen" Input bekommt, jedoch mit "alten" Inhalten.... bekommt man einen ganz anderen Blick für manche Details.
Beispiel: Bereits in einem 99er Heft war der erste "Shrug" (kleines Jäckchen mit langen Ärmeln und nur die Schultern bedeckend) abgebildet, in einer Ausgabe die ich heute erst bekam sogar mit Schnitt. Vor 2 oder 3 Ausgaben, also 2006 (!) gab es dieses "Shrug" als Neuheit. Na ja, Mode wiederholt sich halt, wissen wir ja alle. Aber in einer 2006er Ausgabe Burdamode fragte eine Leserin, was ein "Shrug" denn sei. Tja, hat sie die 1999er nicht gelesen, was?
*Scherz*
Was ich damit meine: Ich glaube nicht, dass ich mir jenes Modedetaill 7 Jahre lang gemerkt hätte... um es dann als bereits dagewesen zu erkennen. Durch den geballten nachträglichen Input sehe ich, wie und wo sich was wiederholt, wann Trends begonnen haben (Wickelblusen sind ein alter Hut! Das weiß ich erst seit kurzem) oder wo Altes als Neu gepriesen wird.
Das soll kein Vorwurf sein. Nichts ist einem größeren Wandel unterworfen als die Mode. Nur Wolken ziehen schneller....
Aber nachdem ich nun die Mode der letzten 25 Jahre im Schnelldurchlauf an mir vorüberziehen sehe... so sehr neu und anders ist sie nicht. Ich habe in 80er Heften Schnitte entdeckt, die ich mir bald nähen werde, und dann frage ich euch aus welchem Jahrgang die wohl sein mögen. Ich wette da kommt ihr nie drauf! (Bis dahin vergesst ihr bitte wieder, dass ich es angekündigt habe
)
Was ich auch noch ulkig finde: Das Jahr 1999 hat es mir angetan! Kein Jahrgang hat mir bisher besser gefallen! Bin ich nun altmodisch? Manchmal denke ich das. Oder ist Burda so innovativ, dass es 7 jahre dauert bis es einem gefällt? Ich fürchte es liegt wohl eher an mir, *schluchz*, ich hatte noch nie den Mode-Geschmack den jeder hat. Aber anders wär´s auch langweilig, oder?
Noch was zum Thema Zeitreise:
Auf dem Bonner Nähkränzchen sah ich, zum ersten Mal im Leben, einen Schrägbandformer. Ich kannte dieses geniale Dingelchen bisher nicht, und fragte, seit wann es den wohl gibt. Genau wusste es niemand, aber weil ich mir sooo sicher war, dass er keinesfalls älter als 10 Jahre sein könnte, denn so lange habe ich Nähpause gemacht, sagte jemand es gäbe ihn wohl seit 4-5 Jahren.
Letzte Woche habe ich eine Kiste Carinas aus den 80ern entstaubt... in der Dezember 1987 Ausgabe war ein kleiner Artikel über ein neues Produkt: Der Schrägbandformer. Soviel dazu.
Ist es nicht schön, wenn man ein Gedächtnis hat wie ein Sieb? Man kann jeden Tag die Welt neu entdecken, auch wenn man sie schon tausendmal gesehen hat!
Häppchen für Sonnenschein
Tuesday, October 10. 2006
Eben war ich im Blog meiner herzallerliebsten Sonnenschein (Evelyn). Eigentlich muss ich seit einer Woche einen Weblog-Eintrag nur über SIE schreiben, denn laut Kapitel-Einteilung des Kongreßberichts ist sie an der Reihe....
Ich drücke mich davor. Warum? Weil ich immer und immer wieder einen besseren Text im Kopf habe als am Tag davor. Sonnenschein ist halt was Besonderes. So wird die Welt auf den Rest des Kongressberichts wohl noch warten müssen, bis mir der PERFEKTE Artikel über Sonnenschein einfällt ![]()
Aber ich hab ein Häppchen für zwischendurch: Sonnenschein mag meine schönen Mode-Fotos.... Na ja, ich bin´s und ich bin´s auch wieder nicht, wenn ihr mich in meinem Blog posieren seht. Meistens bearbeite ich nur den Hintergrund und retuschiere ein paar Falten.... das kann auch jeder wissen. Ein einziges Mal hab ich das Bild ein paar Pixel in die Länge gezogen, denn Fotos machen jeden Menschen gnadenlos breiter als er in Wirklichkeit aussieht, das ist meine feste Überzeugung.
Und ich kann ein bisschen mit Photoshop umgehen, die paar Tricks die ich kenne hat mir meine Tochter beigebracht. Wichtig ist meistens die Korrektur der Farben. Ich habe also ein Bild von Sonnenschein geklaut, und es ein bisschen "korrigiert". Ich hoffe, es gefällt ihr. Bei Gelegenheit zeige ich meinem Sonnenscheinchen mal, wie das geht
.
Hier meine Version von Sonnenschein:

An der Tafel des Elbenfürsten
Sunday, October 8. 2006
Als zwanzig Sonnenjahre vergangen waren, gab Fingolfin, der König der Noldor ein großes Fest...
Willkommen seien an seiner Tafel Elbenvölker Mittellandes, Mittelerdes und Albenmark;
Hobbits und Menschen aller Regionen..Mögt ihr Ambiente und geselligen Tanz?
handgemachte Musik und herrliche Greifvögel???
Baderfreuden, Gauckler und stimmungsvolle Elbentavernen?
Kurzweil mit Bogen und Schwert..
Diese Einladung erreichte mich auf der schönen Burg zu Satzvey, am Haus des Falkners. Dort traf ich die mir bis dato unbekannte Organisatorin des Elbenfestes, und folgte freudig der Einladung.
Was genau sollte stattfinden?
Nun, ihr wisst ja bereits um meine Leidenschaft zum "Ver-Kleiden" welches ich in meinem Hobby "Larp" auslebe. In diesem Fall sollte auf Burg Bilstein im Sauerland eine 3-Tages-Con(vention) stattfinden, und zwar eine Con des Typs "Ambientecon".
Larp-Conventions sind sehr vielfältig und unterschiedlich, mal wird mehr gekämpft (mit Larp-Waffen, versteht sich) mal werden kniffelige Rätsel gelöst, mal trifft man sich nur zwecks gewandeter Geselligkeit. Das "Mittelerde-Erntedank" sollte eine Mischung aus wunderschönem Ambiente, prächtiger Gewandung und edlem Wettstreit werden. Während der 3 Tage auf der Burg konnten die Teilnehmer Abenteuer erleben, sich als Bogenschützen oder Waldläufer beweisen, oder sich gar als bester Tänzer beweisen! Da ich nicht die ganzen 3 Tage dabeisein konnte, durfte ich (Danke, Marja!) mit einer Freundin aus meinem Schottenclan das Filetstück der Con genießen: Das abendliche Festbankett.
Also Kind untergebracht, Schleppenkleid ins Auto, und ab zu Eilionor, meine Druidenschwester vom Clan. Nach Kaffee, schminken, einschnüren, aufrüschen...ab auf die Autobahn. Wir haben ja Glück: Für uns liegt die Burg Bilstein eine knappe Autostunde von Eilionors guter Stube entfernt, wir trafen gegen 16 Uhr auf der Burg ein. Für mich war es der erste Besuch auf der Burg Bilstein, die eigentlich eine Jugendherberge ist, aber was für eine! Türmchen, Burghof, verwunschener Brunnen (da sitzt- ungelogen!- ein Frosch mit goldener Kugel drin!) und weitere, wunderschöne Gebäude.
In einem der Nebengebäude wurde bei unserem Eintreffen bereits fleissig dekoriert, für die abendliche Tafel des Elbenfürsten. Im Hof befand sich ausserdem ein wunderhübscher Verkaufsstand. Zum Unglück aller Händler bin ich als Ex-Händler ja recht immun gegen die Verlockungen von Anbietern, die Dinge feilbieten, die ich selbst machen kann: Kleidung, Lederaccessoires, Dekorationen. Aber die kleine, feine Firma Rheingold ist seit gestern etwas Besonderes für mich und Eilionor. Die Inhaberin Kerstin, genannt "Kiki", ist so eine richtige Powerfrau, und hat sich im Laufe des Abends so richtig in unsere Herzen geredet!
Sie betreibt ihr Lädchen mit so viel Herzblut, beihahe schade, dass ich keine Gewandung bei ihr kaufen kann! Aber ich denke, wenn ich mal was anderes brauche, was ich nicht selbst herstellen kann, dann ist dies meine erste Adresse! Und wer nicht nähen kann, sollte dort mal vorbeischauen, denn Kiki legt großen Wert darauf, dass sie keine Kleider von der Stange verkauft!
Neben dem hübschen Verkaufsstand von Kiki befand sich auch ein Bader mit seinem überdimensionalen Zuber nebst Badehaus auf dem Hof. Keine Ahnung, wie der Inhaber dieses dampfenden Tiegels hiess... wenn ich nicht völlig daneben liege war er auch der Barde, der mich und einige andere Damen zu später Stunde mit seinem Gesang bezauberte...und hieß Stefan. Den Rest bekomme ich schon raus..... (Als wir kamen, plantschte bereits eine Kundin in seinem heissen Wasser und kam erst gegen Mitternacht wieder heraus! 9 Stunden Baden, irgendwann probiere ich das auch mal, es schien ihr jedenfalls nicht geschadet zu haben!)
Solchermassen von der geballten Ladung mittelalterlichem Flairs schier überwältigt, sollte es beim abendlichen Festbankett noch besser kommen! (Was ich im nachfolgenden Bericht aus dramaturgischen Gründen nicht erwähnt habe, sind die sehr unmittalalterlichen Musikeinlagen, die der Abend noch bereit hielt: Da ein Kölner Tabourcorps (das sind die, die im Karnevalszug die Marschmusik machen) sich auch in der Jugendherberge zwecks intensiver Probens eingemietet hatte, gab es ein Konzert neben dem Wunschbrunnen im Burginnenhof, Kölner Karneval im tiefsten Sauerland! Und später, als es bereits dunkel wurde, gab der Burgherr (oder Herbergsvater?) ein Ständchen auf dem- jetzt haltet euch fest- Dudelsack! Diese Burg ist sowas von PERFEKT!!!!!)
Ich habe in dem Text des heutigen Blogs viele Links versteckt, alle BILDER sind von einem VERGANGENEN Festbankett, vom gestrigen gibt es leider noch keine im Moment. Aber dennoch sah das Ganze ziemlich genauso aus......
Lehnet euch zurück und lauschet meiner Stimme:
Im großen Burghof zog Dunkelheit auf. Der zauberhafte Blick über das grüne Tal verblasste mehr und mehr, und das traurige Grau der fortgeschrittenen Dämmerung legte sich über die prächtigen Roben der Festgäste, welche - noch im eifrigen Gespräch vertieft - die feuchte Kühle des Abends nicht bemerkten.
"Tretet ein, es wird kühl" vernahmen wir die Stimme der Zeremonienmeisterin. So sollte der Abend beginnen, der Höhepunkt eines Tages voller edlem Wettstreit und höfischem Treiben. Wir traten ein in den Festsaal. Hohe Decken, von baumdicken Balken gestützt. Ein Duft von jahrhundertealtem Rauch lag in der Luft, diese Patina, die nur ehrwürdige Gebäude haben, in denen schon Generationen gelebt, gegessen, gelacht und gefeiert haben! In dem großen Kamin prassete ein heimeliges Feuer. Hunderte von Kerzen spiegelten sich in den Augen der Gäste wieder, ein Glanz der unbeschreiblich ist, mehr als nur Licht! Freude, Wärme, Freundlichkeit, all dies sah man im Glanz des Wiederscheins.
Zu unserer Linken erwartete uns der Schankwirt und seine rührige Hobbit-Maid, die unermüdlich Apfelmost und die köstlichsten Beerenweine ausschenkte. Für die anderen Geschmäcker gab es gar Wasser und Gerstensaft, kein Wunsch einer durstigen Kehle sollte unerfüllt bleiben.
In der Mitte des Raumes die lange Tafel des Elbenkönigs, seiner Königin und des Hofstaats. Geschickte Hände hatten die Tafel und auch die Tische der geladenen Gäste mit herbstlichen Dekorationen geschmückt, die reiche Ernte der Mutter Erde lag vor uns ausgebreitet. Alle Farben des Herbstes erfreuten unser Auge, von der Decke hingen die farbenfroher Banner der hohen Häuser von Gastgeber und Gästen herab. Auch das Banner meines Heimatlandes, die Flagge der Könige von Schottland, fand ich dort, sehr zu meiner und meiner Druidenschwester Eilionor Freude.
Nach der offiziellen Eröffnung des Festes wurden die Sieger der edlen Wettstreite geehrt, nach dem Wettkamp im Bogenschießen, Waldlauf und Tanz gab es strahlende Sieger(innen) und geschmeichelte Recken.
Als Gast trat auch der Falkner der Burg Satzvey zu den Gästen, er hatte den schnellsten Boten des Elbenkönigs mitgebracht, einem ebenso flinken wie gelehrigen Bussard. Bevor er sich am Tisch seines Herrn niederließ, sah der edle Vogel sich die abendliche Gesellschaft aus luftiger Höhe an und flog von Balken zu Balken.
Nach musikalischen Darbietungen gab der Geschichtenerzähler uns eine Probe seines Könnens. Mit blossen Worten vermochte er es, uns über Zeit und Raum an fremde Gestade zu entführen, zu Göttern und Wundern, zu Feen, holden Maiden und stattlichen Rittern. Am Ende einer jeden Geschichte vergaß er auch die tiefere Bedeutung seiner Geschichten nicht, die von Gastfreundschaft oder wahrer Liebe sprachen.
Als das erwartete Mahl mit Verspätung endlich beginnen konnte (die Kutsche des Kochs war mit einem Achsbruch liegengeblieben und hilfreiche Gäste mussten mit ihren eigenen Wagen herbeieilen, um Abhilfe zu schaffen), erwartete uns eine weitere Überraschung: Selten hat man das Glück, solch vollendete Speise zu genießen. Jeder Gang schien besser zu munden als der vorherige, und ich selbst habe es sehr bedauert, in meiner Eitelkeit ein recht enges Gewand gewählt zu haben... hätte ich doch von den köstlichen Speisen gerne mehr gekostet, aber schnell war ich so satt, dass ich mich nur noch glücklich und mit einem Wohlgefühl zurücklehnen, und der zauberhaften Musik der Barden lauschen konnte.
Kaum waren alle Gäste gesättigt, kam Unruhe im Burghof auf. Nazgul, böse Ringgeister und Abschaum des Bösen, hatten Zutritt zur Feste erlangt. Alle Gäste rannten erschrocken zum Burghof um sich in den Kampf zu stürzen oder den Kämpfern mit guten Worten beizustehen. Zwei besonders mutige Krieger warfen sich in die vorderste Front und besannen sich ihrer magischen Künste: Mit brennenden Schwertern gingen sie gegen die Geister vor! Schnell wurden diese zurückgeschlagen und aus der Burg vertrieben.
Nun wollten wir weitere Kostproben dieser Zauberkunst sehen! Die beiden Magier konnten ja noch so viel mehr! Brennende Stäbe wirbelten durch die Luft, in Brand gesetzte Ketten zischten mit Getöse an den Gesichtern des gebannten Publikums vorbei! Zum Abschluss ihrer Vorführung spien sie Feuer wie der Drache selbst! Welches Schauspiel! Über all dem sah der gute alte Mond uns zu, der voll und hell über der Burg stand.
Nachdem unsere Gemüter sich wieder beruhigt hatten, fanden wir uns zum höfischen Tanze im Burghof zusammen. In geselliger Runde drehten wir uns zum Spiel der Bardin, und trotz klammer Kälte wurde den Tänzern warm und wärmer. Ein weiteres Glas Met musste her! Zurück in die Festhalle zum Feuerschein, ins Kerzenlicht, Prasseln des Kaminfeuers, in das Stimmengewirr illusterer Gäste, vertieft im geistigen Austausch.
Erst zu später Stunde gesellte sich der Herr des Badehauses zu unserer kleinen Schar, der meine Schwester und ich uns angschlossen hatten. Und zu unserer freudigen Überraschung entpuppte sich dieser als talentierter Barde, und brachte den errötenden Damen manch unzüchtiges Ständchen. Es schlug schon Mitternacht und der volle Mond tat sein Übriges: Die Magie der Minne lag in der Luft, doch schweren Herzens mussten meine liebe Schwester und ich den Heimweg antreten, denn unsere Pferde mussten uns noch weit über Land tragen, in die dämmrige Sicherheit von Heim und Herd, welches man vermisst, nach einem Tag so voller Licht und Leben!
So seid gewiß, ihr meine lieben Freunde: Dies war ein Tag und eine Nacht, die so schnell nicht vergessen werden wird!
Zahlenspiele
Friday, October 6. 2006
Es gibt ja Menschen, die messen Zahlen eine tiefere Bedeutung bei. Ich beschäftige mich nicht mit sowas, aber heute...heute.... find ich´s einfach nur ulkig:
06-10-61
06-10-06
Die erste Zahl, da wurde ich geboren, gegen halb drei Uhr nachts, wie meine Mami mir heute am Telefon erklärte. Das erklärt, warum ich eine Nachteule bin.
Die zweite Zahl ist heute, 45 Jahre später.
Wenn man 16 ist, scheinen Menschen in diesem Alter schon mit einem Bein im Grab zu stehen. Zum Glück halten wir modernen Menschen und etwas länger als unsere Vorfahren im gleichen Alter. Das mag ab den vielen Konservierungsmitteln im Essen liegen ![]()
Gewiss sind wir besser ernährt, versorgt, arbeiten weniger hart und schlafen ausreichend. Das konserviert.
Dumm nur, dass ich diese 45 Jahre nicht als das empfinde, was sie mir noch vor 20 Jahren schienen. Gut, im Rücken schon... aber ich erinnere mich noch recht lebhaft an meine Jugend, in der 45jährige Menschen einfach nicht mehr ernstzunehmend waren. Die waren ALT! Hörten Musikantenstadl und Johannes Hesters. (ich weiß, dass das nicht stimmt....aber es schien mir damals so!)
Was tun wir 45jährigen heute? Wir gehen in Ü30-Diskos und werden nicht alt. Älter schon, niemand kann den Lauf der Dinge aufhalten, aber nicht alt. Junge Menschen mögen dies als ein Verleugnen des Unvermeidlichen ansehen. Aber was ist denn alt? Eine Zahl im Ausweis, ein Zipperlein, eine Gesinnung?
Man ist so alt wie man sich fühlt. Ich fühle mich wie 45. Aber 45 ist nicht mehr was es einmal war. Wir "Alten" wollen immer noch tanzen, lieben, leben. Neues entdecken. Sich wundern, Wunder erschaffen. Das Leben ist noch lange nicht vorbei. Auch wenn man die Jahre nun- Stück für Stück- höher schätzt. Die Zeit läuft weg, aber man hat noch einiges zu erwarten.
Meine Oma ist 95, wenn ich ein paar ihrer Gene habe (und nach allem was man über mein Temperament sagt, habe ich das!) dann könnte ich mich nochmal 45 Jahre halten. Am Leben. Man liest sich also am 06-10-51, wenn Gott will.
50 ways to hide your fabric
Sunday, October 1. 2006
Alles fing vor 8 Tagen an: Beim samstäglichen Abendessen in Aachen kamen wir ins Plaudern und Jammern... Unsere Männer (ja, wir waren am Tisch zu 100 Prozent weiblich) haben einfach kein Verständnis für unsere Stoffsucht.
Dann gab Christa (Ennertblume im Forum der Hobbyschneiderin) uns den ersten Tipp. Man kann den Stoff ja auch verstecken, ihr Beispiel war so einfach wie genial: Zusammengefaltet und über den Hosenbügel gelegt, kann man den Stoff unter einer darüber aufgehängten Bluse verstecken.
Am nächsten Tag bekam ich schon den nächsten Tipp: Angela Gilbes-Nowiki, die am Prym-Stand neue Produkte vorführte, ging noch einen Schritt weiter. Ist kein Mann im Haus, der über gehortete Stoffvorräte meckern kann, ist Platz für Stoff in den Küchenschränken und sogar im Kühlschrank. Schliesslich ist kein hungriges Maul zu stopfen, und der Platz für Geschirr und Vorräte kann anderweitig genutzt werden.
Im gleichen Moment hörte ich im Geiste Paul Simon singen... 50 ways to leave your lover. Nur diesmal sang er "50 ways to hide your fabric" (zu deutsch "50 Wege seinen Stoff zu verstecken") Na ja, und so ist das bei mir mit Ideen. Die wollen raus, komme was wolle.
Beim Nähkränzchen in Bonn fragte ich dann in die Runde, wie man sonst noch Stoff verstecken kann. Leider habe ich meine Notizen daselbst liegen lassen. Drum hab´ ich aus der Erinnerung und was da noch im Hirn war einen neuen Liedtext gebastelt. Den könnt ihr alle singen, wenn ihr mal wieder nicht wisst, wohin mit dem Stoff.
50 ways to Hide your Fabrik
(nach dem Lied "50 ways to leave your lover" von Paul Simon)
Das Problem sind all die Stoffe sagte er...
Das meckern bin ich leid, drum frage ich euch hier,
Wie soll ich´s machen, dass er sie nie wieder sieht
Wie kann ich.... Meine Stoffe nur verstecken?
Dabei...genäht hab ich schon seit ich 13 bin
Trotzdem kauf ich mehr als ich verbrauchen kann
Das Problem kennt ihr doch alle sicherlich
Wie kann man.... Seine Stoffe nur verstecken?
50 ways to hide your fabric
-auf dem Kleiderbügel da ista, bei Christa
-Stopf ihn unter die Wanne, Anne
-im Kühlschrank ist noch Raum, man glaubt es kaum
-stopf den Stoff doch da rein.....
-unterm Bett ist noch mehr, Pierre
-dein Kofferraum ist noch nicht belegt, Margret
-schmeiss dein Tupper raus, sagt Klaus...
.... Das mach ich gern, für den Platz,
-versteck sie hinterm Klo, Jo
-Leg den Pool gleich trocken- für die Docken
-schmeiss deinen Mann einfach raus!
-und das Lied ist jetzt aus
Und was macht man dann mit einem solchen Liedchen an einem verregneten Sonntag?
Genau, ein Musikvideo! Als meine Tochter sich diese Woche eine Digital-Videokamera gekauft hat, und damit so süße Filmchen gedreht hat, wollte Mama auch sowas haben! Und das Thema ist mein geliebter Stoff.
We proudly present: (link anklicken und TON AN!!!)
fabricgirl featuring her fabric
Camera, casting, cutting: Farina, my daughter
Viel Spaß dabei!
Morgens Schottland, abends Syrien
Sunday, October 1. 2006
Der gestrige Tag war ereignisreich. Zuerst ein kleines Nähprojekt fertiggestellt, danach stand ein Besuch auf dem Leichlinger Obstmarkt auf dem Programm. Diese Traditionsveranstaltung besuche ich, seit ich in der Grundschule war. Obst- und Gemüsebauern aus der Region präsentieren ihre Produkte, ergänzt wird das Ganze durch Kunsthandwerk, Vorführungen, lokale Vereine, die sich mit der Erhaltung und Pflege der Natur beschäftigen und alte Handwerkskünste. Im Laufe der Jahre ist das Ganze ein wenig gewachsen, aber auch ohne viele Neuerungen steht der Obstmarkt in jedem Terminkalender in und um Leichlingen.
In diesem Jahr wurde erstmals eine mittelalterliche Handwerkergruppe eingeladen, die mit einen Kunstschmied, Lederer und einen Bogner nach Leichlingen kam. Zufällig hatte ein Mitglied der Truppe sich vor rund einer Woche in den Forum meines Larp-Schottenclans eingetragen, um Hallo zu sagen. Ich nahm mir also vor, die Truppe anständig gekleidet zu besuchen. (ENDLICH ein Vorwand, in Gewandung in Leichlingen herumzulaufen, schon das zweite Mal dieses Jahr) Ich habe dann mein Magd-Outfit rausgekramt und ab nach Leichlingen.
Der Schmied ist sogar im "wirklichen" Leben Kunstschmied. Auf dem Obstmarkt fertigte er vor Publikum süße Flaschenöffner an, deren Griff wie ein Pferdekopf ausschaut.

Der Lederer hatte seine Familie dabei, zwar nicht gewandet, aber mit dem älteren Stöpsel konnte mein mitgeschleppter Junior super spielen.

Der Bogner hatte einen Lehrling, eine Zierde ihrer Zunft:

Meinem Sohn habe ich dann den Obstmarkt gezeigt und alles erklärt. Vielleicht weiß man die liebevollen Obstdekorationen erst zu schätzen, wenn man in mein Alter kommt *hüstel*. Als Kind fand ich die spießig, heute weiß, ich wieviel Herzblut dahintersteckt:

Ganz besonders hübsch fand ich ein großes Schaubild, welches das Leichlinger Wappen darstellte. Damit Nicht-Leichlinger das verstehen, habe ich das Bild ein wenig bearbeitet und oben das Originalwappen eingefügt:

Leider musste ich schon gegen 16 Uhr wieder aufbrechen, denn abends waren wir mit Freunden zum Essen verabredet. Ich hoffe die nette Schottentruppe recht bald wiederzusehen!
Zurück daheim dann aus der Magd ein Flitter-Schucki gemacht, wir wollten in das syrische Restaurant "Sahara" in Solingen-Mitte gehen. Jeden letzten Samstag im Monat gibt es dort Bauchtanz. Als mein Mann unsere Gruppe zu Beginn der Woche dort anmelden wollte, hieß es die Bauchtänzerin kommt mangels angemeldeter Besucherzahlen nicht. Schade. Aber als wir um 20 Uhr eintrafen, war die Bude gerammelt voll. Und so kamen wir doch noch zu unserer ersehnten Bauchtanzvorstellung! Gegen 21 Uhr wurde die Musik laut! Die Blume des Orients kam um die Ecke! Wow! Was für ein Kostüm! Ich kenne Bauchtanzkostüme nur von Abbildungen, und ich habe noch nicht eines gesehen, welches mich zum Nacharbeiten angeregt hätte.
Aber dieser Fummel war ein Traum! Das Top über und über mit Glitzer und Glimmer bestickt, und statt eines wallenden Flatterrocks ein knallenges Unterteil, mit Durchblick! Ich musste immerzu starren und im Geiste alle Schnittmuster durchgehen, mit denen man dieses Taumkleid hätte nachnähen können!

Leider sind alle Bilder des Abends von einer grauslichen Qualität! Da der Bauchtanz ja eigentlich abgesagt war, habe ich meine Kamera zu Hause gelassen. In der Not frisst der Teufel Fliegen, und so habe ich dann ein wenig mit dem Handy meines Mannes rumgeknipst, in einem Licht, welches man als "orientalisch abgedunkelt" bezeichnen könnte. Ich bitte also für die schlechten Bilder um Entschuldigung, besser ging´s nicht. Nehmt eure Phantasie zu Hilfe. ![]()
Mein Jüngster kam aus dem Staunen nicht heraus, und Mama hatte Spaß!

Unsere Freunde blieben spekptisch
:

Und dann kam die süße Tänzerin zu meinem Mann und nahm ihn einfach mit! Ich glaube, es hat ihm sehr gefallen, darum auch gleich 2 Bilder davon:


Das war der krönende Abschluß eines ereignisreichen Tages! Beinahe unnötig zu erwähnen, dass das Essen im Sahara wieder einmal köstlich war! Nächstes Mal nähe ich mir was Orientalisches und tanze auch mit!






