Kapitel 2- Die Menschen
Sunday, October 15. 2006
Und weiter geht´s mit dem Kongressbericht!
Draussen scheint die Sonne und man mag kaum glauben, dass es mit großen Schritten auf den Herbst zugeht. Und wo uns allerorten dieser wunderschöne Sonnenschein umgibt, was liegt da näher, als euch ein wenig über sie zu erzählen?
Neulich fuhr ich durch Solingen, kam mir doch tatsächlich ein Kleinlaster entgegen, mit der riesengroßen Aufschrift "Firma Sonnenschein"... wenn man jemanden mit einem solch einprägsamen Spitznamen kennt, wird man an allen Ecken daran erinnert. Und wer ist nun Sonnenschein?
Alles fing damit an, dass ich bei Burda die Weblogs entdeckte. Da tummelte sich auch jemand namens Sonnenschein. Später stieß ich auch auf andere Bloganbieter, und...schon wieder eine Sonnenschein. Beim dritten Blog schrieb ich sie dann an: Wieviele Blog hast Du denn und bist Du überhaupt nur eine oder vielleicht mehrere?
Sie schrieb mir dann zurück, ja sie sei nur die eine Sonnenschein, und sie testet halt verschiedene Blogs. Nun, das hab ich dann auch getan, und nachdem ich einige durch hatte bin ich bei zwei Bloganbietern geblieben, eines für Designspielerieien, zum formatieren der Texte und als eine Art Backup, und das Burdablog schreibe ich fast inhaltgleich, aber mit Herzblut.
Nun, durch diesen lustigen Zufall hatte ich Kontakt zu Sonnenschein, die auch aktiv im Forum der Hobbyschneiderin war. Manchmal geht das Leben schon seltsame Wege. Durch unsere aktive Bloggerei haben wir uns dann näher kennengelernt, dem Internet sei Dank! Später kamen Telefonate und email hinzu. So hatte ich bald das Gefühl sie bereits eine Ewigkeit zu kennen.
Wir sind uns ähnlich und doch so grundverschieden. Ich habe noch nie jemanden getroffen, der GENAU so wäre wie ich... ich bezweifle, dass ich mit einer solchen Person Umgang haben möchte, haha. ![]()
Aber Sonnenschein, die eigentlich Evelyn heisst, hat das Herz am rechten Fleck, und trotz aller Unterschiede verstehen wir uns in allen wichtigen Punkten bestens! Sonnenschein ist da anders, wo ich fürchterlich bin: Sie ist so elegant (ich laufe immer recht schlampig rum, obwohl ich schöne Kleider liebe, bin ich zu faul sie auch zu tragen) und gestaltet sich und ihre Umgebung zu einem harmonischen Gesamtbild. Sie ist zielstrebig, kann sich entscheiden, da werde ich immer neidisch. Sie denkt stets an ihre Lieben, zu denen auch eine Handvoll Schneiderinnen gehören, mit denen sie eine muntere Gruppe bildet.
Ich will gar nicht so viel erzählen wie ich Sonnenschein sehe. Wenn ich dann irgendwo total falsch liege, verzerre ich euer Bild von ihr, das möchte ich nicht. Aber ich kann soviel sagen: Ich hab´sie sehr gern und denke oft an sie! Und wünschte, ich hätte mehr von ihr an mir selbst!
Was hat das alles nun mit Aachen zu tun? Als ich zum Kongress nach Aachen fuhr, kannte ich Sonnenschein lediglich aus dem Internet, also virtuell, und ihre Stimme vom Telefon. Auch andere Mädels hatte ich zuvor noch nie gesehen, doch davon später mehr. Auf Sonnenschein war ich gespannt wie ein Flitzebogen! Schon als der Kongress öffnete habe ich nach ihr Ausschau gehalten, obwohl sie erst gegen Mittag kommen wollte. Dann hatte ich meinen Kurs im ersten Stock und sah kaum jemanden, da nicht viele Besucher den Weg nach oben fanden.
Als ich sie dann endlich erspähte (uff, ich weiß nicht mehr wo, ich weiß nur ich hab sie angesprungen und gedrückt) hab ich mir nen Knubbel an den Bauch gefreut! Endlich "meine" Sonnenschein in Fleisch und Blut! Sie hatte dann einen Pflichttermin bei Burda, sie hatte sich als Model für das richtige Maßnehmen zur Verfügung gestellt.
Für die Burda Maßschnitte muss man einige Körpermaße abnehmen, und da Sonnenschein ein paar sehr individuelle figürliche Besonderheiten hat, war sie das ideal Objekt für eine Vorführung von Burda. Am besten ihr lest ihren Blogeintrag zu der Burda-Vorführung.
Auf jeden Fall war sie wirklich und wahrhaftig im Mittelpunkt:

Während des restlichen Kongresses sah ich Sonnenschein noch oft, immer war sie grade auf dem Weg irgendwohin und nachdem unsere Wege sich kurz gekreuzt hatten, gingen wir auch schon wieder unserer Wege. ![]()
Bei einer Demo über Filzen hab ich mich dann mal zu ihr gestellt, und war begeistert. Auch hier hat Sonnenschein alles Wichtige dazu erzählt. Und vom Filzfieber infiziert, mussten ein paar Kleinigkeiten in Sonnenscheins Einkaufstüte:

Ich bin dann noch eine Weile hin- und hergeschlichen, aber am Ende hab´ ich fast die gleichen Sachen gekauft!
Auf ein längeres Beisammensein mit Sonnenschein habe ich dann am Abend gehofft, und ging zu dem abendlichen Treffen im Aachener Alex. Ich konnte sie dort nicht entdecken, also habe ich mich an einen Tisch mit anderen Mädels gesetzt, von denen ich eine während des Tages kennengelernt hatte. Auch über diese lustige Truppe werde ich noch ausführlich berichten, ich hab´ an deren Tisch Tränen gelacht! Zu später Stunde musste ich dann nochmal nach Sonnenschein Ausschau halten, und erspähte sie am anderen Ende des Raumes!
Endlich konnte ich mich auf sie stürzen! Wir haben dann noch lange mit den Damen des OWL-Nähtreffs (OstWestfalenLippe oder so) beisammen gesessen. Den Abend möchte ich um nichts in der Welt missen, ich habe mich gefühlt wie die Made im Speck! Umgeben von netten Menschen, kreativen Gesprächen, Späßen und Erfahrungsaustausch... als Sahnhäubchen noch liebe Menschen, auf deren Nähe man monatelang gewartet hat: Für mich war dieser Abend das absolute Highlight des Kongresses.
Die Moral von der Geschicht´? Ohne Freunde geht es nicht. Für mich war das Wichtigste in Aachen das Zusammentreffen mit bekannten und bis dato unbekannten Gesichtern. Endlich mal Menschen, die man schon längst ins Herz geschlossen hat, auch mal in Fleisch und Blut zu sehen, anfassen zu können. Unsinn reden, denn das tut man in Blogs, mails oder am Telefon nicht. Zeit verplempern, die in chats oder virtuell zu kostbar scheint. Einfach beisammen sein. Aachen war viel zu kurz! Und mit einem Bein bin ich immer noch da, und das wird- Dank Sonnenschein- auch noch eine ganze Weile so bleiben.
Der Teufel trägt Prada
Saturday, October 14. 2006
Ich habe seinerzeit meinen Mann in einen Männerfilm begleitet. Starsky und Hutch war eine harte Prüfung meiner Nerven. Autos, Autos, coole Typen. Wie man daran Spass haben kann wird mir ein ewiges Rätsel bleiben.
Gestern abend konnte er sich revanchieren. Er hatte die Idee, ins Kino zu gehen. Stellt euch vor, wie sehr ich gestaunt habe, als er den aktuellen Film "Der Teufel trägt Prada" vorschlug. Die Rache für Starsky und Hutch!
Der Film wurde ja bereits auf der Burda-Seite angepriesen, und dort gab es auch Fotos vom Film zu sehen, die ich nicht einmal auf der offiziellen Website des Films finden konnte! Ja, warum gehen wir Weiber in solch einen Film? Der Botschaft wegen? Dafür lese ich Bücher. Der romantischen Story wegen? Am Ende ist ihr Freund futsch, ha! Ja warum? Die Klamotten! Schuhe, Taschen, STYLING! Ok, das war jetzt kein Geheimnis. Aber warum gehen Männer in einen solchen Film?
Der Frauenanteil war zwar überproportional hoch, aber die Handvoll Männer im Kino waren wohl das, was Coco Chanel einst so schön formulierte: "Ein Mann kann anziehen, was er will - er bleibt doch nur ein Accessoire der Frau." Also "ab ins Kino und durch" für die Kerle, 1,5 Stunden Klamottenrausch für uns.
Die Rahmenhandlung vermischte verschiedene altbekannte Elemente: Ein bisschen My fair Lady (die Verwandlung eines hässlichen Entchens in einen Schwan ist ja auch ein beliebtes Filmmotiv), ein bisschen Klärung der Frage, wie weit Integrität gehen soll. Sind mir Wahrhaftigkeit und Freundschaft wichtiger als Klamotten und Karriere?
Am Ende erschloss sich mir auch der Sinn des Filmtitels "Der Teufel trägt Prada"... einige der Protagonisten wurden und werden vor die Entscheidung gestellt, für Glanz und Glorie, namentlich gekennzeichnet durch Prada und Co, ihre Seele zu verkaufen, letzteres wohl wortwörtlich.
Nun, ob sich die Hauptdarstellerin am Ende für Prada oder ihre Seele entscheidet, das will ich euch hier nicht verraten. Aber ich bin mir wirklich nicht sicher, wie ich selbst diese recht schwierige Frage beantworten würde. Markenklamotten....bin ich immun gegen, ich will mich nicht in fremde Kreativität hüllen. Schuhe hab ich ein paar mehr als ich wirklich brauche, also kein Bedarf. Taschen habe und brauche ich genau eine, also auch kein Mittel der Verführung für mich. Doch bei der Frage der Machtausübung, da komme ich ins Grübeln. Wenn ich es wäre, die der Welt sagen kann, was morgen "in" ist, würde ich dafür meine Seele in die Waagschale werfen? Diese traumwandlerische Sicherheit, Trends zu erkennen, sogar zu entwerfen? Ich glaube, da könnte ich nicht nein sagen.
Und falls der Teufel jemals an meine Tür klopft und mir einen Deal anbietet, sollte er die Prada-Klamotten zu Hause lassen. Ich werde nur schwach, wenn auf den Einkaufstüten "Vivenne Westwood" steht. Aber bei mir klopft es ja nicht.....
PS: Lustig war, als Andy Sachs, die kluge und wunderhübsche Hauptfigur, in einem grünen Raffkleid auftaucht. Guckt mal das Foto bei Burda. (ich hoffe der Link bleibt noch eine Weile). Und dann vergleicht es mit meinem Wunschkleid, über das ich gestern noch sprach. Ja, ich weiß, etwas anders, aber wenn man bedenkt dass meine Skizze das Wunschbild auch nicht 100prozentig wiedergibt... dann ist die Ähnlichkeit schon verblüffend. Funny coincidence, isn´t it?
Bärbel in der großen Stadt
Friday, October 13. 2006
Kennt ihr Düsseldorf? Bestimmt schon mal gehört...was? Das ist die große laute Stadt nördlich von Köln, der charmanten, puslierenden, kreativen, liebenswerten Großstadt in den Armen des altehrwürdigen Rhein.
Na ja, wer Köln liebt, kann Dusseldorf nicht lieben, das ist ein Naturgesetz. Heute musste ich nach Düsseldorf. Immerhin habe ich den Weg gefunden. Mein Jüngster musste zu einer Untersuchung, die man anscheinend nur in D´dorf machen kann. Und als alter Burda-Fan habe ich natürlich die Seite "125 Jahre Karstadt" bei Burdamode gelesen. Ohne Burda wäre mir dieser besondere Geburtstag gewiss entgangen. ![]()
Und da ein Termin dieses 125-jährigen Festes in D´dorf war, bis zum 14.10.06 (also morgen) stattfindet UND mit Burda zu tun hat.... habe ich schon seit Wochen diesem Termin entgegengefiebert. Ich muss zugeben, ich hatte zunächst einen Denkfehler: Bei "Burdamode bei Karstadt" schlug mein Herzchen gleich viel schneller, hieß das für mich doch "Modenschau, Gespräche, Informationen". Im Vorfeld wurde mir durch die Lektüre der vorhanden Information dann klar, dass lediglich einige Burda-Modelle auf Puppen gezeigt wurden, immerhin.
Also nach Juniors Termin den Weg durch die völlig verquere Dusseldorfer Innenstadt gesucht und ab zum Karstadt. Dank guter Vorbereitung am Abend zuvor führte mich die Wegbeschreibung auch auf dem kürzesten Weg dorthin. Schon im Parkhaus wurde ich nervös: Die Düsseldorfer Ladies haben ja echt Probleme, einen Parkplatz zu finden! Während sich vor mir zwei Damen lautstark um einen Platz stritten, wurde während der Wartezeit ein Platz gleich neben mir frei.... Geduld zahlt sich doch manchmal aus.
Dann der Gang durch´s Kaufhaus: Ich wette ihr lacht mich jetzt aus, denn ich war seit Jahren nicht mehr "einkaufen". Ich habe null Ahnung, was so in den Läden hängt, denn es interessiert mich einfach nicht. Meine Jeans kaufe ich bei Otto und alles andere wird seit Anfang des Jahres selbst genäht. Und was sehe ich da an den Puppen? Bahnenröcke, Glitzertops. So ein bisschen war es wie ein Gang durch die aktuellen Schnittmuster der Saison, wie kommt das bloß? (Scherz)
Da näht die Konfektion doch tatsächlich den gleichen Kram wie wir als Hobbyschneiderinnen...unglaublich
Einen kleinen Augenblick hab´ ich mich wie ´ne dumme Landpommeranze gefühlt.... Dieses Gefühl sollte sich einige Stockwerke weiter oben wiederholen.
Im Kaufhaus ab in den 3ten Stock, in die Stoffabteilung.
Rückblende: Ich kenne nur den Karstadt Solingen. Jetzt dürft ihr Mitleid mit mir haben. Die Solinger Stoffabteilung war immer so... uninteressant und mit desinteressierten Mitarbeitern besetzt (Ist auch schon 10 Jahre her, sorry falls sich das verändert hat)... das habe ich dann auf alle Karstadt-Filialen übertragen. das war ein großer, großer Fehler! Der Düsseldorfer Karstadt ist..... oh Mann, die Stoffabteilung ist..... das Paradies!
Stoffe so weit das Auge reicht. Nicht diese Wühltische voller langweiliger Ballen, sondern Stoffe, die ich ALLE gern im Fundus hätte! Schön, schöner, am Schönsten! Und die Abteilung war VOLL! Wann habe ich zuletzt eine mit Kunden gefüllte Stoffabteilung gesehen? Noch nie!
Und da standen SIE, die Burda-Puppen! Halb verdeckt von einer riesigen Holztafel, denn die Stoffabteilung hatte grade Inventur. Einmal möchte ich all die Stoffballen zählen ja! Der nette Herr, der dies tat, nahm die Tafel wieder und wieder weg, wenn ich meine Camera auf die Figurienen hielt (der war sooo süß, hehe)
Ein bisserl kam ich mir schäbig vor, zwischen all der Pracht, den edlen Stoffen, den elegant gekleideten Dusseldorferinnen, den aufgerüschten Verkäufern (ob der Chef der Abteilung seine rosenholzfarbene Seidenkravatte wohl selbst genäht hat?)
Aber an sowas störe ich mich nie lange. Schäbig oder nicht, ich kann´s ja eh´ nicht ändern, und ab in die Stoffballen! Guck, wühl, schnüffel, tast....Seide, Wolle, Stickerei, Chiffon, Rüschen, Farben, Glitzer, welche Pracht! Zwischendurch immer mal wieder den Sohnemann von der Ballustrade zurückgezerrt, hinter der es 4 Stockwerke tief in den Keller ging.
Ich hab´ dann brav gefragt, ob ich die Burda-Modelle knipsen darf, und ich durfte. Wie ich ja schon auf dem Kongress in Aachen gesehen hatte, ist es ein himmelweiter Unterschied, ob man ein Kleid auf einem Foto, oder in real aus der Nähe sieht. Es war wunderbar!!!! Ich konnte so viele Details sehen, und es war sehr aufschlussreich und inspirierend. Ich möchte hier nicht auf jedes einzelne Modell eingehen, aber am Ende des heutigen Eintrag zeige ich euch ein paar Fotos. LEIDER sieht man auf denen wieder nicht das, was ich MIT EIGNENEN Augen gesehen habe! Aber ich kann euch versichern, dass es TOLL war!
Und da Erik Gefallen an den Schnittmusterbüchern gefunden hatte, hab ich mich nach dem Knipsen und wühlen halt dazu gesetzt. Und zu meiner eigenen Überraschung sogar einige mir bis dato unbekannten Burdaschnitte im Katalog entdeckt. Mit spitzen Fingern habe ich dann sogar im Neue Mode Katalog geblättert, sorry Burda, aber ein Schnitt war exakt so, wie ich ihn bisher vergeblich bei Burda gesucht habe.
Ich hatte ja diesen Sommer ein Kleid in Angriff genommen, die Skizze hab ich nochmal rausgekramt.
Leider konnte ich bei Burda nicht den perfekten Schnitt finden.
Den fand ich heute bei Neue Mode, guckst Du hier.
Dumm, dass ich diese einfache Raffung oben nicht hinbekommen hatte, aber Übung macht den Meister, ich versuchs halt nochmal. Und den ausgestellten Saum kann ich ja nun wirklich selbst basteln, das sollte kein Problem sein.
Und nennt es Schicksal: Auf einem der Stofftische bei Karstadt lachte mich ein Bordürenstoff an, grün UND runtergesetzt auf 4 Euro. Es gab nur noch 1,70 Meter auf der Rolle, ich weiß nicht recht, ob der reicht für dieses Kleid, aber wenn nicht, dann mach ich halt dieses Burda-Kleid aus der nächsten Burda draus, passen würde es (und ich hab mich sowieso in das Kleid verliebt!)
Außerdem sah ich mehrere Stoffe, von denen ich nun wohl nachts träumen werde: Ein mit zarten Rosen bedruckter Seidensatin, schmeichelweich, runtergesetzt und immer noch unerschwinglich, wenn man mit 20 Euro im Portmonnaie davor steht.
So, hier nun ein paar Bilder aus der Burda-Ausstellung, mein Sohn wollte mit auf´s Bild (und trägt sehr stylisch und selbstbewusst seine Spongebob-Gummistiefel zur Schau)

Dieser zarter Pulli in Wickeloptik hatte diesen besonderen Gag mit dem drapierten "Schal", aus der Nähe sah es zum Klauen schön aus!

Auf dieser klassischen Tweedjacke hat Burda Embellishments angebracht, ich hätte die Jacke von der Puppe nehmen müssen um herauszufinden wie das gemacht war, das hab´ ich mich nun doch nicht getraut! ![]()

Ist dieser Kragen mit abgeketteltem Saum nicht ein Traum? Ich kann mich nicht erinnern, wo Burda den gezeigt hat. Heft? Schnitt? Vielleicht kann mir jemand einen Tipp geben, denn solche Säume kann ich ganz gut, bin nur nicht auf die Idee gekommen, dass "oben" statt am unteren Saum anzuwenden.

Diese Saumlösung der Hose war mir im Heft bereits aufgefallen, nichts für mich, ich bin nicht der elegante Typ, aber kreativ und pfiffig auf jeden Fall!

So, diese Version eines Wickelkleides ist toll, aber auch hier gibt das Foto nicht annähernd die tolle Wirkung wieder, ich entschuldige mich dafür.

So, zu guter Letzt noch ein Schmankerl. In Aachen hörte ich wie jemand sagte, ein Burda Modell wäre nicht gefüttert, wie im Heft angegeben. Man sieht es ja nicht auf den Fotos.....
Drum hab ich mir ganz frech die Klamotten auch von innen angeschaut! Und... ja, alle perfekt verarbeitet (sogar die Jacke aus Walk war abgekettelt, was eigentlich nicht nötig ist) Und hier der Beweis: Futter wo Futter sein sollte, und perfekt eingenäht! Kongratulation Burda!

Damit beende ich meinen heutigen Bericht meines Besuchs in der großen Stadt. Die Landpommeranze sitzt wohlbehalten wieder zu Hause im ruhigen und beschaulichen Solingen, Gott sei Dank. Nur von der Stoffabteilung des Düsseldorfer Karstadt, da werde ich noch lange träumen.
chatmom reitet wieder
Friday, October 13. 2006
haha, reiten..... in meinem herzallerliebsten Onlinegame (MMORPG=massive multiple online roleplay game) Runescape bin ich ja eine coole Kämpferin für das Gute, aber Pferde gibbet da nich´.
Nachdem ich cirka ein Jahr (Schätzung nach unten korrigiert) meiner Lebenszeit mit diesem sehr süchtigmachenden Spiel verplempert habe, hatte ich beschlossen, es einzuschränken, aber NICHT ganz abzulegen... wozu wäre dann dieses Jahr mit Tag-und-Nacht spielen, spielen und nochmal spielen gut gewesen?
Ich kann jeder/m nur raten: Fangt niemals mit sowas an! Zu Beginn will man nur mal kurz gucken, dann noch ein bisschen spielen, und ehe man es sich versieht... sind Stunden, Tage, Wochen, Monate vergangen. Die Kinder sind so groß geworden, wenn man vom Bildschirm aufschaut.
Ja, ich habe meine Sucht überwunden! Mit einer anderen Sucht, Kunststück. "Meine-Mode" ist nun die neue Sucht, und nur um DAVON mal ab und zu wieder zu relaxen, schalte ich mein gutes, altes Runescape an. Bisschen killen, Drachen töten, neue Abenteuer und Rätsel lösen, alten Freunden im Chat Hallo sagen. ("Hallo Necrowizzard")

Und wenn ich wieder ein paar Monster getötet habe, oder die Welt durch mein tapferes Eingreifen gerettet habe.... dann kann ich abschalten und an nix denken. So wie jetzt........... Gute Nacht (oder Guten Morgen, wo und wann immer ihr auch sein möget) Bärbel
PS für Necrowizzard: Guck mal das Video an (link oben links), sollen wir mal sowas für rs machen??? Für die usergalerie?
Du dustdevil, ich chatmom, Muhahahaaaa
Zeitreise mit Burda
Wednesday, October 11. 2006
Ich sagte ja bereits des Öfteren, dass ich ein Sammler und Jäger bin, und seit ich wieder mit dem Nähen angefangen habe, gilt das nun auch für Schnittmusterhefte.
Ich habe in den 80ern genäht, "learning by doing" und Anleitungen Schritt für Schritt gelesen. Dann kam ich in das Nähatlier meiner Ex-Schwägerin und brauchte zwar keine Anleitungen mehr, aber immer noch Schnitte.
Dann kamen die Stempel, und ich hab das Nähen an den Nagel gehängt, die NäMa in die Garage und mal hier, mal da eine Burdamoden gekauft. Ich hatte keine Ahnung von holländischen, dänischen, finnischen, spanischen oder italienischen Heften. Schnitte aus USA kannte ich aus meiner Zeit mit den Star Trek Fans, aber damals war Internet noch etwas für große Firmen oder Studenten der technischen Fachrichtungen.
Zurückgekehrt an die Nähmaschine komme ich aus dem Staunen nicht heraus: Firmen sind per Mausklick zu erkunden (meinen uralten Simplicity-Katalog hebe ich trotzdem auf) und man findet alles und jedes noch so ausgefallene Ding, seien es Schnitte, Hilfsmittel oder Techniken.
Tja, und was tun im Dschungel dieses Angebots? Ich liebe meine gute alte Burda. Tradition, Innovation, die Muttersprache.... alles in einem Heft, das es am nächsten Kiosk gibt. Und ich sammle. In Aachen am Grabbeltisch, im Internet, in Foren. Und so kam es, dass ich letzte Woche im Forum der Hobbyschneiderin eine Kollegin sah, die ihre alten Hefte verkaufen wollte. Schnell meine Liste geholt und verglichen. Wow! 12 Hefte, die ich noch nicht hatte! Schnell bestellt (bei 50 Cent pro Heft wird Burda arm an Leuten wie mir), bezahlt und am nächsten Tag gingen die Hefte auf die Reise.
Heute traf das schwere Päckchen hier ein. Könnt ihr euch vorstellen, wie das ist, wenn man die komplette Jahresproduktion des Burdamoden-Magazins AUF EINMAL in den Händen hält. Irre! Da ich nach einer Stunde nochmal los musste, hab ich 2 Ausgaben sogar mitgenommen...bloss nicht wieder hergeben.
Und so kam es, dass ich nun endlich den 1999-Jahrgang komplett besitze! Das war nur die Vorrede. Denn: Wenn man so wie in meinem Fall "neuen" Input bekommt, jedoch mit "alten" Inhalten.... bekommt man einen ganz anderen Blick für manche Details.
Beispiel: Bereits in einem 99er Heft war der erste "Shrug" (kleines Jäckchen mit langen Ärmeln und nur die Schultern bedeckend) abgebildet, in einer Ausgabe die ich heute erst bekam sogar mit Schnitt. Vor 2 oder 3 Ausgaben, also 2006 (!) gab es dieses "Shrug" als Neuheit. Na ja, Mode wiederholt sich halt, wissen wir ja alle. Aber in einer 2006er Ausgabe Burdamode fragte eine Leserin, was ein "Shrug" denn sei. Tja, hat sie die 1999er nicht gelesen, was?
*Scherz*
Was ich damit meine: Ich glaube nicht, dass ich mir jenes Modedetaill 7 Jahre lang gemerkt hätte... um es dann als bereits dagewesen zu erkennen. Durch den geballten nachträglichen Input sehe ich, wie und wo sich was wiederholt, wann Trends begonnen haben (Wickelblusen sind ein alter Hut! Das weiß ich erst seit kurzem) oder wo Altes als Neu gepriesen wird.
Das soll kein Vorwurf sein. Nichts ist einem größeren Wandel unterworfen als die Mode. Nur Wolken ziehen schneller....
Aber nachdem ich nun die Mode der letzten 25 Jahre im Schnelldurchlauf an mir vorüberziehen sehe... so sehr neu und anders ist sie nicht. Ich habe in 80er Heften Schnitte entdeckt, die ich mir bald nähen werde, und dann frage ich euch aus welchem Jahrgang die wohl sein mögen. Ich wette da kommt ihr nie drauf! (Bis dahin vergesst ihr bitte wieder, dass ich es angekündigt habe
)
Was ich auch noch ulkig finde: Das Jahr 1999 hat es mir angetan! Kein Jahrgang hat mir bisher besser gefallen! Bin ich nun altmodisch? Manchmal denke ich das. Oder ist Burda so innovativ, dass es 7 jahre dauert bis es einem gefällt? Ich fürchte es liegt wohl eher an mir, *schluchz*, ich hatte noch nie den Mode-Geschmack den jeder hat. Aber anders wär´s auch langweilig, oder?
Noch was zum Thema Zeitreise:
Auf dem Bonner Nähkränzchen sah ich, zum ersten Mal im Leben, einen Schrägbandformer. Ich kannte dieses geniale Dingelchen bisher nicht, und fragte, seit wann es den wohl gibt. Genau wusste es niemand, aber weil ich mir sooo sicher war, dass er keinesfalls älter als 10 Jahre sein könnte, denn so lange habe ich Nähpause gemacht, sagte jemand es gäbe ihn wohl seit 4-5 Jahren.
Letzte Woche habe ich eine Kiste Carinas aus den 80ern entstaubt... in der Dezember 1987 Ausgabe war ein kleiner Artikel über ein neues Produkt: Der Schrägbandformer. Soviel dazu.
Ist es nicht schön, wenn man ein Gedächtnis hat wie ein Sieb? Man kann jeden Tag die Welt neu entdecken, auch wenn man sie schon tausendmal gesehen hat!
Häppchen für Sonnenschein
Tuesday, October 10. 2006
Eben war ich im Blog meiner herzallerliebsten Sonnenschein (Evelyn). Eigentlich muss ich seit einer Woche einen Weblog-Eintrag nur über SIE schreiben, denn laut Kapitel-Einteilung des Kongreßberichts ist sie an der Reihe....
Ich drücke mich davor. Warum? Weil ich immer und immer wieder einen besseren Text im Kopf habe als am Tag davor. Sonnenschein ist halt was Besonderes. So wird die Welt auf den Rest des Kongressberichts wohl noch warten müssen, bis mir der PERFEKTE Artikel über Sonnenschein einfällt ![]()
Aber ich hab ein Häppchen für zwischendurch: Sonnenschein mag meine schönen Mode-Fotos.... Na ja, ich bin´s und ich bin´s auch wieder nicht, wenn ihr mich in meinem Blog posieren seht. Meistens bearbeite ich nur den Hintergrund und retuschiere ein paar Falten.... das kann auch jeder wissen. Ein einziges Mal hab ich das Bild ein paar Pixel in die Länge gezogen, denn Fotos machen jeden Menschen gnadenlos breiter als er in Wirklichkeit aussieht, das ist meine feste Überzeugung.
Und ich kann ein bisschen mit Photoshop umgehen, die paar Tricks die ich kenne hat mir meine Tochter beigebracht. Wichtig ist meistens die Korrektur der Farben. Ich habe also ein Bild von Sonnenschein geklaut, und es ein bisschen "korrigiert". Ich hoffe, es gefällt ihr. Bei Gelegenheit zeige ich meinem Sonnenscheinchen mal, wie das geht
.
Hier meine Version von Sonnenschein:

An der Tafel des Elbenfürsten
Sunday, October 8. 2006
Als zwanzig Sonnenjahre vergangen waren, gab Fingolfin, der König der Noldor ein großes Fest...
Willkommen seien an seiner Tafel Elbenvölker Mittellandes, Mittelerdes und Albenmark;
Hobbits und Menschen aller Regionen..Mögt ihr Ambiente und geselligen Tanz?
handgemachte Musik und herrliche Greifvögel???
Baderfreuden, Gauckler und stimmungsvolle Elbentavernen?
Kurzweil mit Bogen und Schwert..
Diese Einladung erreichte mich auf der schönen Burg zu Satzvey, am Haus des Falkners. Dort traf ich die mir bis dato unbekannte Organisatorin des Elbenfestes, und folgte freudig der Einladung.
Was genau sollte stattfinden?
Nun, ihr wisst ja bereits um meine Leidenschaft zum "Ver-Kleiden" welches ich in meinem Hobby "Larp" auslebe. In diesem Fall sollte auf Burg Bilstein im Sauerland eine 3-Tages-Con(vention) stattfinden, und zwar eine Con des Typs "Ambientecon".
Larp-Conventions sind sehr vielfältig und unterschiedlich, mal wird mehr gekämpft (mit Larp-Waffen, versteht sich) mal werden kniffelige Rätsel gelöst, mal trifft man sich nur zwecks gewandeter Geselligkeit. Das "Mittelerde-Erntedank" sollte eine Mischung aus wunderschönem Ambiente, prächtiger Gewandung und edlem Wettstreit werden. Während der 3 Tage auf der Burg konnten die Teilnehmer Abenteuer erleben, sich als Bogenschützen oder Waldläufer beweisen, oder sich gar als bester Tänzer beweisen! Da ich nicht die ganzen 3 Tage dabeisein konnte, durfte ich (Danke, Marja!) mit einer Freundin aus meinem Schottenclan das Filetstück der Con genießen: Das abendliche Festbankett.
Also Kind untergebracht, Schleppenkleid ins Auto, und ab zu Eilionor, meine Druidenschwester vom Clan. Nach Kaffee, schminken, einschnüren, aufrüschen...ab auf die Autobahn. Wir haben ja Glück: Für uns liegt die Burg Bilstein eine knappe Autostunde von Eilionors guter Stube entfernt, wir trafen gegen 16 Uhr auf der Burg ein. Für mich war es der erste Besuch auf der Burg Bilstein, die eigentlich eine Jugendherberge ist, aber was für eine! Türmchen, Burghof, verwunschener Brunnen (da sitzt- ungelogen!- ein Frosch mit goldener Kugel drin!) und weitere, wunderschöne Gebäude.
In einem der Nebengebäude wurde bei unserem Eintreffen bereits fleissig dekoriert, für die abendliche Tafel des Elbenfürsten. Im Hof befand sich ausserdem ein wunderhübscher Verkaufsstand. Zum Unglück aller Händler bin ich als Ex-Händler ja recht immun gegen die Verlockungen von Anbietern, die Dinge feilbieten, die ich selbst machen kann: Kleidung, Lederaccessoires, Dekorationen. Aber die kleine, feine Firma Rheingold ist seit gestern etwas Besonderes für mich und Eilionor. Die Inhaberin Kerstin, genannt "Kiki", ist so eine richtige Powerfrau, und hat sich im Laufe des Abends so richtig in unsere Herzen geredet!
Sie betreibt ihr Lädchen mit so viel Herzblut, beihahe schade, dass ich keine Gewandung bei ihr kaufen kann! Aber ich denke, wenn ich mal was anderes brauche, was ich nicht selbst herstellen kann, dann ist dies meine erste Adresse! Und wer nicht nähen kann, sollte dort mal vorbeischauen, denn Kiki legt großen Wert darauf, dass sie keine Kleider von der Stange verkauft!
Neben dem hübschen Verkaufsstand von Kiki befand sich auch ein Bader mit seinem überdimensionalen Zuber nebst Badehaus auf dem Hof. Keine Ahnung, wie der Inhaber dieses dampfenden Tiegels hiess... wenn ich nicht völlig daneben liege war er auch der Barde, der mich und einige andere Damen zu später Stunde mit seinem Gesang bezauberte...und hieß Stefan. Den Rest bekomme ich schon raus..... (Als wir kamen, plantschte bereits eine Kundin in seinem heissen Wasser und kam erst gegen Mitternacht wieder heraus! 9 Stunden Baden, irgendwann probiere ich das auch mal, es schien ihr jedenfalls nicht geschadet zu haben!)
Solchermassen von der geballten Ladung mittelalterlichem Flairs schier überwältigt, sollte es beim abendlichen Festbankett noch besser kommen! (Was ich im nachfolgenden Bericht aus dramaturgischen Gründen nicht erwähnt habe, sind die sehr unmittalalterlichen Musikeinlagen, die der Abend noch bereit hielt: Da ein Kölner Tabourcorps (das sind die, die im Karnevalszug die Marschmusik machen) sich auch in der Jugendherberge zwecks intensiver Probens eingemietet hatte, gab es ein Konzert neben dem Wunschbrunnen im Burginnenhof, Kölner Karneval im tiefsten Sauerland! Und später, als es bereits dunkel wurde, gab der Burgherr (oder Herbergsvater?) ein Ständchen auf dem- jetzt haltet euch fest- Dudelsack! Diese Burg ist sowas von PERFEKT!!!!!)
Ich habe in dem Text des heutigen Blogs viele Links versteckt, alle BILDER sind von einem VERGANGENEN Festbankett, vom gestrigen gibt es leider noch keine im Moment. Aber dennoch sah das Ganze ziemlich genauso aus......
Lehnet euch zurück und lauschet meiner Stimme:
Im großen Burghof zog Dunkelheit auf. Der zauberhafte Blick über das grüne Tal verblasste mehr und mehr, und das traurige Grau der fortgeschrittenen Dämmerung legte sich über die prächtigen Roben der Festgäste, welche - noch im eifrigen Gespräch vertieft - die feuchte Kühle des Abends nicht bemerkten.
"Tretet ein, es wird kühl" vernahmen wir die Stimme der Zeremonienmeisterin. So sollte der Abend beginnen, der Höhepunkt eines Tages voller edlem Wettstreit und höfischem Treiben. Wir traten ein in den Festsaal. Hohe Decken, von baumdicken Balken gestützt. Ein Duft von jahrhundertealtem Rauch lag in der Luft, diese Patina, die nur ehrwürdige Gebäude haben, in denen schon Generationen gelebt, gegessen, gelacht und gefeiert haben! In dem großen Kamin prassete ein heimeliges Feuer. Hunderte von Kerzen spiegelten sich in den Augen der Gäste wieder, ein Glanz der unbeschreiblich ist, mehr als nur Licht! Freude, Wärme, Freundlichkeit, all dies sah man im Glanz des Wiederscheins.
Zu unserer Linken erwartete uns der Schankwirt und seine rührige Hobbit-Maid, die unermüdlich Apfelmost und die köstlichsten Beerenweine ausschenkte. Für die anderen Geschmäcker gab es gar Wasser und Gerstensaft, kein Wunsch einer durstigen Kehle sollte unerfüllt bleiben.
In der Mitte des Raumes die lange Tafel des Elbenkönigs, seiner Königin und des Hofstaats. Geschickte Hände hatten die Tafel und auch die Tische der geladenen Gäste mit herbstlichen Dekorationen geschmückt, die reiche Ernte der Mutter Erde lag vor uns ausgebreitet. Alle Farben des Herbstes erfreuten unser Auge, von der Decke hingen die farbenfroher Banner der hohen Häuser von Gastgeber und Gästen herab. Auch das Banner meines Heimatlandes, die Flagge der Könige von Schottland, fand ich dort, sehr zu meiner und meiner Druidenschwester Eilionor Freude.
Nach der offiziellen Eröffnung des Festes wurden die Sieger der edlen Wettstreite geehrt, nach dem Wettkamp im Bogenschießen, Waldlauf und Tanz gab es strahlende Sieger(innen) und geschmeichelte Recken.
Als Gast trat auch der Falkner der Burg Satzvey zu den Gästen, er hatte den schnellsten Boten des Elbenkönigs mitgebracht, einem ebenso flinken wie gelehrigen Bussard. Bevor er sich am Tisch seines Herrn niederließ, sah der edle Vogel sich die abendliche Gesellschaft aus luftiger Höhe an und flog von Balken zu Balken.
Nach musikalischen Darbietungen gab der Geschichtenerzähler uns eine Probe seines Könnens. Mit blossen Worten vermochte er es, uns über Zeit und Raum an fremde Gestade zu entführen, zu Göttern und Wundern, zu Feen, holden Maiden und stattlichen Rittern. Am Ende einer jeden Geschichte vergaß er auch die tiefere Bedeutung seiner Geschichten nicht, die von Gastfreundschaft oder wahrer Liebe sprachen.
Als das erwartete Mahl mit Verspätung endlich beginnen konnte (die Kutsche des Kochs war mit einem Achsbruch liegengeblieben und hilfreiche Gäste mussten mit ihren eigenen Wagen herbeieilen, um Abhilfe zu schaffen), erwartete uns eine weitere Überraschung: Selten hat man das Glück, solch vollendete Speise zu genießen. Jeder Gang schien besser zu munden als der vorherige, und ich selbst habe es sehr bedauert, in meiner Eitelkeit ein recht enges Gewand gewählt zu haben... hätte ich doch von den köstlichen Speisen gerne mehr gekostet, aber schnell war ich so satt, dass ich mich nur noch glücklich und mit einem Wohlgefühl zurücklehnen, und der zauberhaften Musik der Barden lauschen konnte.
Kaum waren alle Gäste gesättigt, kam Unruhe im Burghof auf. Nazgul, böse Ringgeister und Abschaum des Bösen, hatten Zutritt zur Feste erlangt. Alle Gäste rannten erschrocken zum Burghof um sich in den Kampf zu stürzen oder den Kämpfern mit guten Worten beizustehen. Zwei besonders mutige Krieger warfen sich in die vorderste Front und besannen sich ihrer magischen Künste: Mit brennenden Schwertern gingen sie gegen die Geister vor! Schnell wurden diese zurückgeschlagen und aus der Burg vertrieben.
Nun wollten wir weitere Kostproben dieser Zauberkunst sehen! Die beiden Magier konnten ja noch so viel mehr! Brennende Stäbe wirbelten durch die Luft, in Brand gesetzte Ketten zischten mit Getöse an den Gesichtern des gebannten Publikums vorbei! Zum Abschluss ihrer Vorführung spien sie Feuer wie der Drache selbst! Welches Schauspiel! Über all dem sah der gute alte Mond uns zu, der voll und hell über der Burg stand.
Nachdem unsere Gemüter sich wieder beruhigt hatten, fanden wir uns zum höfischen Tanze im Burghof zusammen. In geselliger Runde drehten wir uns zum Spiel der Bardin, und trotz klammer Kälte wurde den Tänzern warm und wärmer. Ein weiteres Glas Met musste her! Zurück in die Festhalle zum Feuerschein, ins Kerzenlicht, Prasseln des Kaminfeuers, in das Stimmengewirr illusterer Gäste, vertieft im geistigen Austausch.
Erst zu später Stunde gesellte sich der Herr des Badehauses zu unserer kleinen Schar, der meine Schwester und ich uns angschlossen hatten. Und zu unserer freudigen Überraschung entpuppte sich dieser als talentierter Barde, und brachte den errötenden Damen manch unzüchtiges Ständchen. Es schlug schon Mitternacht und der volle Mond tat sein Übriges: Die Magie der Minne lag in der Luft, doch schweren Herzens mussten meine liebe Schwester und ich den Heimweg antreten, denn unsere Pferde mussten uns noch weit über Land tragen, in die dämmrige Sicherheit von Heim und Herd, welches man vermisst, nach einem Tag so voller Licht und Leben!
So seid gewiß, ihr meine lieben Freunde: Dies war ein Tag und eine Nacht, die so schnell nicht vergessen werden wird!
Zahlenspiele
Friday, October 6. 2006
Es gibt ja Menschen, die messen Zahlen eine tiefere Bedeutung bei. Ich beschäftige mich nicht mit sowas, aber heute...heute.... find ich´s einfach nur ulkig:
06-10-61
06-10-06
Die erste Zahl, da wurde ich geboren, gegen halb drei Uhr nachts, wie meine Mami mir heute am Telefon erklärte. Das erklärt, warum ich eine Nachteule bin.
Die zweite Zahl ist heute, 45 Jahre später.
Wenn man 16 ist, scheinen Menschen in diesem Alter schon mit einem Bein im Grab zu stehen. Zum Glück halten wir modernen Menschen und etwas länger als unsere Vorfahren im gleichen Alter. Das mag ab den vielen Konservierungsmitteln im Essen liegen ![]()
Gewiss sind wir besser ernährt, versorgt, arbeiten weniger hart und schlafen ausreichend. Das konserviert.
Dumm nur, dass ich diese 45 Jahre nicht als das empfinde, was sie mir noch vor 20 Jahren schienen. Gut, im Rücken schon... aber ich erinnere mich noch recht lebhaft an meine Jugend, in der 45jährige Menschen einfach nicht mehr ernstzunehmend waren. Die waren ALT! Hörten Musikantenstadl und Johannes Hesters. (ich weiß, dass das nicht stimmt....aber es schien mir damals so!)
Was tun wir 45jährigen heute? Wir gehen in Ü30-Diskos und werden nicht alt. Älter schon, niemand kann den Lauf der Dinge aufhalten, aber nicht alt. Junge Menschen mögen dies als ein Verleugnen des Unvermeidlichen ansehen. Aber was ist denn alt? Eine Zahl im Ausweis, ein Zipperlein, eine Gesinnung?
Man ist so alt wie man sich fühlt. Ich fühle mich wie 45. Aber 45 ist nicht mehr was es einmal war. Wir "Alten" wollen immer noch tanzen, lieben, leben. Neues entdecken. Sich wundern, Wunder erschaffen. Das Leben ist noch lange nicht vorbei. Auch wenn man die Jahre nun- Stück für Stück- höher schätzt. Die Zeit läuft weg, aber man hat noch einiges zu erwarten.
Meine Oma ist 95, wenn ich ein paar ihrer Gene habe (und nach allem was man über mein Temperament sagt, habe ich das!) dann könnte ich mich nochmal 45 Jahre halten. Am Leben. Man liest sich also am 06-10-51, wenn Gott will.
50 ways to hide your fabric
Sunday, October 1. 2006
Alles fing vor 8 Tagen an: Beim samstäglichen Abendessen in Aachen kamen wir ins Plaudern und Jammern... Unsere Männer (ja, wir waren am Tisch zu 100 Prozent weiblich) haben einfach kein Verständnis für unsere Stoffsucht.
Dann gab Christa (Ennertblume im Forum der Hobbyschneiderin) uns den ersten Tipp. Man kann den Stoff ja auch verstecken, ihr Beispiel war so einfach wie genial: Zusammengefaltet und über den Hosenbügel gelegt, kann man den Stoff unter einer darüber aufgehängten Bluse verstecken.
Am nächsten Tag bekam ich schon den nächsten Tipp: Angela Gilbes-Nowiki, die am Prym-Stand neue Produkte vorführte, ging noch einen Schritt weiter. Ist kein Mann im Haus, der über gehortete Stoffvorräte meckern kann, ist Platz für Stoff in den Küchenschränken und sogar im Kühlschrank. Schliesslich ist kein hungriges Maul zu stopfen, und der Platz für Geschirr und Vorräte kann anderweitig genutzt werden.
Im gleichen Moment hörte ich im Geiste Paul Simon singen... 50 ways to leave your lover. Nur diesmal sang er "50 ways to hide your fabric" (zu deutsch "50 Wege seinen Stoff zu verstecken") Na ja, und so ist das bei mir mit Ideen. Die wollen raus, komme was wolle.
Beim Nähkränzchen in Bonn fragte ich dann in die Runde, wie man sonst noch Stoff verstecken kann. Leider habe ich meine Notizen daselbst liegen lassen. Drum hab´ ich aus der Erinnerung und was da noch im Hirn war einen neuen Liedtext gebastelt. Den könnt ihr alle singen, wenn ihr mal wieder nicht wisst, wohin mit dem Stoff.
50 ways to Hide your Fabrik
(nach dem Lied "50 ways to leave your lover" von Paul Simon)
Das Problem sind all die Stoffe sagte er...
Das meckern bin ich leid, drum frage ich euch hier,
Wie soll ich´s machen, dass er sie nie wieder sieht
Wie kann ich.... Meine Stoffe nur verstecken?
Dabei...genäht hab ich schon seit ich 13 bin
Trotzdem kauf ich mehr als ich verbrauchen kann
Das Problem kennt ihr doch alle sicherlich
Wie kann man.... Seine Stoffe nur verstecken?
50 ways to hide your fabric
-auf dem Kleiderbügel da ista, bei Christa
-Stopf ihn unter die Wanne, Anne
-im Kühlschrank ist noch Raum, man glaubt es kaum
-stopf den Stoff doch da rein.....
-unterm Bett ist noch mehr, Pierre
-dein Kofferraum ist noch nicht belegt, Margret
-schmeiss dein Tupper raus, sagt Klaus...
.... Das mach ich gern, für den Platz,
-versteck sie hinterm Klo, Jo
-Leg den Pool gleich trocken- für die Docken
-schmeiss deinen Mann einfach raus!
-und das Lied ist jetzt aus
Und was macht man dann mit einem solchen Liedchen an einem verregneten Sonntag?
Genau, ein Musikvideo! Als meine Tochter sich diese Woche eine Digital-Videokamera gekauft hat, und damit so süße Filmchen gedreht hat, wollte Mama auch sowas haben! Und das Thema ist mein geliebter Stoff.
We proudly present: (link anklicken und TON AN!!!)
fabricgirl featuring her fabric
Camera, casting, cutting: Farina, my daughter
Viel Spaß dabei!
Mit Schleppe in den Aldi
Sunday, October 1. 2006
Heute komme ich aus dem Schreiben nicht heraus! Seit dem vergangenen Wochenende passiert so viel, dass ich nicht alles in einem Blog-Eintrag pro Tag unterbekomme, den Kongress werde ich wohl noch wochenlang aufbereiten, und währenddessen kommen immer neue Themen hinzu. Das Bonner Nähkränzchen muss auch noch gebloggt werden, ich warte auf die Freigabe eines Bildes.....
Gestern habe ich ENDLICH ein Projekt in Angriff genommen, welches mir schon seit langem am Herzen liegt. Ich habe schon öfter darüber gesprochen, aber es noch nicht festgezurrt. Das Modemanifest erzählt davon, und ich möchte es hier nochmal erklären:
Wir leben doch in Zeiten, in denen individuelle Freiheit nicht nur groß geschrieben wird, sondern auch erreicht zu sein scheint, nicht wahr? Warum tragen wir dann alle fast die gleichen Klamotten? Rocklängen werden vorgeschrieben. Jeans sind praktisch, klar. Aber weite, lange Flatterröcke sind dafür bequem.
Ja, ich weiß: Der Mensch ist ein Rudeltier, es verlangt ihn nach Anerkennung in seiner Gruppe! Ausscheren ist nicht! Nicht mal heuzutage?
Ich will ja nur den Rock so lang machen, wie ICH will, und wenn das 2 Meter sind! Die Stoffe verwenden, die MIR gefallen, auch wenn sie glitzern oder aus Brokat sind! Ich kann es mir leisten! Gut, für manche Stoffe muss ich sparen, aber nichts ist unmöglich!
Durch das Hobby LARP habe ich die Möglichkeit, mich nach meinem Geschmack zu kleiden. Leider bin ich dort ebenfalls gewissen Beschränkungen unterworfen. Ich kann kein mittelalterliches Mieder zur Jeans tragen. Und: Ich kann mit den Larp-Klamotten auch nur Larp-Events besuchen. Geh´ mal mit dem Schleppenkleid in den ALDI....
Nun, dieses Beispiel "Schleppe"und "ALDI" ziehe ich immer heran, weil es für mich die Gegensätze am besten reflektiert. Gewand und Alltag, wie passen die zusammen?
Gestern habe ich im Magd-Outfit den Leichlinger Obstmarkt besucht, da ich dort eine Mittelaltergruppe besuchen wollte. Ich hätte also jedem, der mich "von der Seite" angequatscht hätte, begründen können, warum ich so rumlaufe. Puh.
Aber auf dem Heimweg musste ich einkaufen. Und da dachte ich mir: "Irgendwann wohne ich wieder in Leichlingen. Und DANN mache ich meine Träume wahr! Warum also nicht jetzt anfangen. Können die Leichlinger sich schon mal an mich gewöhnen."
Wir haben noch einen anderen "Irren" in Leichlingen, der an 365 Tagen im Jahr mit einer Shorts und Badelatschen rumläuft (sonst trägt er nichts, also oben naggisch!). Also haben die Leichlinger mit mir dann schon zwei.
Das Projekt "Mit Schleppe in den ALDI" habe ich also gestern geübt. Man kann ja klein anfangen. Als Magd in den ALDI zum Beispiel. Schade, ich hatte meinen Weidenkorb nicht im Arm, den hab´ ich im Auto gelassen. Wir wollen es ja nicht gleich beim ersten Mal übertreiben, gell? Unser ehemaliger Bürgermeister Karl Reul stand vor dem ALDI, ich war zu feige ihn anzusprechen.... nächstes Mal bestimmt!

Morgens Schottland, abends Syrien
Sunday, October 1. 2006
Der gestrige Tag war ereignisreich. Zuerst ein kleines Nähprojekt fertiggestellt, danach stand ein Besuch auf dem Leichlinger Obstmarkt auf dem Programm. Diese Traditionsveranstaltung besuche ich, seit ich in der Grundschule war. Obst- und Gemüsebauern aus der Region präsentieren ihre Produkte, ergänzt wird das Ganze durch Kunsthandwerk, Vorführungen, lokale Vereine, die sich mit der Erhaltung und Pflege der Natur beschäftigen und alte Handwerkskünste. Im Laufe der Jahre ist das Ganze ein wenig gewachsen, aber auch ohne viele Neuerungen steht der Obstmarkt in jedem Terminkalender in und um Leichlingen.
In diesem Jahr wurde erstmals eine mittelalterliche Handwerkergruppe eingeladen, die mit einen Kunstschmied, Lederer und einen Bogner nach Leichlingen kam. Zufällig hatte ein Mitglied der Truppe sich vor rund einer Woche in den Forum meines Larp-Schottenclans eingetragen, um Hallo zu sagen. Ich nahm mir also vor, die Truppe anständig gekleidet zu besuchen. (ENDLICH ein Vorwand, in Gewandung in Leichlingen herumzulaufen, schon das zweite Mal dieses Jahr) Ich habe dann mein Magd-Outfit rausgekramt und ab nach Leichlingen.
Der Schmied ist sogar im "wirklichen" Leben Kunstschmied. Auf dem Obstmarkt fertigte er vor Publikum süße Flaschenöffner an, deren Griff wie ein Pferdekopf ausschaut.

Der Lederer hatte seine Familie dabei, zwar nicht gewandet, aber mit dem älteren Stöpsel konnte mein mitgeschleppter Junior super spielen.

Der Bogner hatte einen Lehrling, eine Zierde ihrer Zunft:

Meinem Sohn habe ich dann den Obstmarkt gezeigt und alles erklärt. Vielleicht weiß man die liebevollen Obstdekorationen erst zu schätzen, wenn man in mein Alter kommt *hüstel*. Als Kind fand ich die spießig, heute weiß, ich wieviel Herzblut dahintersteckt:

Ganz besonders hübsch fand ich ein großes Schaubild, welches das Leichlinger Wappen darstellte. Damit Nicht-Leichlinger das verstehen, habe ich das Bild ein wenig bearbeitet und oben das Originalwappen eingefügt:

Leider musste ich schon gegen 16 Uhr wieder aufbrechen, denn abends waren wir mit Freunden zum Essen verabredet. Ich hoffe die nette Schottentruppe recht bald wiederzusehen!
Zurück daheim dann aus der Magd ein Flitter-Schucki gemacht, wir wollten in das syrische Restaurant "Sahara" in Solingen-Mitte gehen. Jeden letzten Samstag im Monat gibt es dort Bauchtanz. Als mein Mann unsere Gruppe zu Beginn der Woche dort anmelden wollte, hieß es die Bauchtänzerin kommt mangels angemeldeter Besucherzahlen nicht. Schade. Aber als wir um 20 Uhr eintrafen, war die Bude gerammelt voll. Und so kamen wir doch noch zu unserer ersehnten Bauchtanzvorstellung! Gegen 21 Uhr wurde die Musik laut! Die Blume des Orients kam um die Ecke! Wow! Was für ein Kostüm! Ich kenne Bauchtanzkostüme nur von Abbildungen, und ich habe noch nicht eines gesehen, welches mich zum Nacharbeiten angeregt hätte.
Aber dieser Fummel war ein Traum! Das Top über und über mit Glitzer und Glimmer bestickt, und statt eines wallenden Flatterrocks ein knallenges Unterteil, mit Durchblick! Ich musste immerzu starren und im Geiste alle Schnittmuster durchgehen, mit denen man dieses Taumkleid hätte nachnähen können!

Leider sind alle Bilder des Abends von einer grauslichen Qualität! Da der Bauchtanz ja eigentlich abgesagt war, habe ich meine Kamera zu Hause gelassen. In der Not frisst der Teufel Fliegen, und so habe ich dann ein wenig mit dem Handy meines Mannes rumgeknipst, in einem Licht, welches man als "orientalisch abgedunkelt" bezeichnen könnte. Ich bitte also für die schlechten Bilder um Entschuldigung, besser ging´s nicht. Nehmt eure Phantasie zu Hilfe. ![]()
Mein Jüngster kam aus dem Staunen nicht heraus, und Mama hatte Spaß!

Unsere Freunde blieben spekptisch
:

Und dann kam die süße Tänzerin zu meinem Mann und nahm ihn einfach mit! Ich glaube, es hat ihm sehr gefallen, darum auch gleich 2 Bilder davon:


Das war der krönende Abschluß eines ereignisreichen Tages! Beinahe unnötig zu erwähnen, dass das Essen im Sahara wieder einmal köstlich war! Nächstes Mal nähe ich mir was Orientalisches und tanze auch mit!
Chenille, erster Versuch
Sunday, October 1. 2006
Moin!
Kaum hatte ich Freitag meinen Frust runtergschrieben, kam der gewaschene Stoff picobello aus der Waschmaschine. Immerhin hatte ich noch nie zuvor Webpelz einfach und gnadenlos in den Schonwaschgang gegeben, aber das Fell sieht nun noch schöner aus als ungewaschen. Vor ca. 12 Jahren sollte das mal ein Wintermantel werden. Wie gut, dass ich den nicht genäht habe, denn nun habe ich wunderhübschen Pelz für edle Mittelaltermode ![]()
Gleich darauf musste ich was machen, irgendwas. Nähmaschine. Was ausprobieren. Und da ich auf dem Kongress den - für mich neuen - Chenilleschneider gekauft hatte, und beim Einsortieren meiner Stoffvorräte schauberhafte 80er-Jahre Stoffe gefunden hatte... hab ich mal was zusammengeklatscht. Einen ekeligen buntgemusterten Stoff (was hatte ich nur damit im Sinn, als ich ihn gekauft hab´?), einen roten Karostoff vom Ikea (nie genähte Weihnachtsgardinen) und einen Rest blaues Leinen, das es nie zu der geplanten Sommershorts für meinen Vater geschafft hat.
Das 4-lagig übereinander. Und im schrägen Fadenlauf parallel füßchenbreit abgesteppt. AUfgeschnitten. Nass gemacht, gerubbelt. In den Trrockner. Nett. Am nächsten Morgen (hier schlief noch alles) dann die gleichen Stoffe 5-lagig und in anderer Reihenfolge in 5mm Abstand abgesteppt. Und beim Aufschneiden jede 6te Bahn nicht aufgeschnitten. Das hatte ich am Prym-Stand in Aachen gesehen, und fand es einen tollen Effekt, dafür, dass es so einfach zu machen ist.
Nun, ich hab beim Aufschneiden der 5mm Tunnel ziemlich geschlampt, und schief geschnitten. Dadurch ging mancher Schnitt bis haarscharf an die Naht, nicht einmal ein schräger Fadenlauf kann DAS aushalten! Ich hab dann eine Bahn abgezupfelt und die Naht entfernt. Sieht auch ganz lustig aus (der dunkle Streifen) aber da es zufallsbedingt ist, absolut nicht zu empfehlen! Nächtes Mal passe ich besser auf.
Aus den beiden Stücken hab´ ich dann ein Täschchen zusammengenäht. In einem Zwischenstadium gab diese "Tasche" dann einen kuffigen Hut ab! Also werde ich mich ab jetzt nach geeigneten Stoffen für den nächsten Winterhut umschauen, mit dem Chenilleeffekt könnte ich mir sogar ein kuschelig warmes Futter vorstellen. ![]()
Hier also die Tasche, mein allererster Chenille-Versuch. Ich glaube, ich mag diese Technik! (Im Hintergrund meine Nähmaschine, die Pfaff 260, puristischer Gradstich und Zickzack):

Auf der Rückseite kommt das Muster noch durch, da ich wie gesagt jede 6te Bahn nicht geschnitten habe. UND dieses Stück ist erst einmal nass und getrocknet worden, der Chenille-Effekt kommt bei jedem Wasch- und Trockengang mehr zum Vorschein (die andere Taschenseite wurde bereits 2 mal im Trockner "gewalkt") Der dunkle Streifen ist das Malheur, sorry. Wenn man diesen Effekt, den Untergrundstoff durchscheinen zu lassen, forcieren will, kann man ja auch eine abgesteppte Bahn mit Absicht auftrennen, ich halte das mal im Hinterkopf.

Burn out
Friday, September 29. 2006
Burn out! Mein eingebauter Überhitzungsschutz hat mein Gehirn vor ca. 1 Stunde abgeschaltet. 2 Tage Kongress, 3 Tage forum-blog-mail-kostüm-con-stress (ich hab dummerweise noch weitere Hobbys) am Stück, dann Bonner Nähkränzchen, zu guter Letzt in einen Stoff-Kaufrausch gefallen und danach Klamotten irreperabel eingesaut....alles in 7 Tagen. Das ist selbst der härtesten Nähmaus zu viel.
Ich will vom Kongress erzählen, ich will vom Nähkränzchen erzählen, ich will Stoff, immer mehr Stoff und Schnitte sowieso und und und.... Dann schmeiss ich den PC an und alles ist weg. Und wieder da, und wieder weg. Blackout.
Ich rekapituliere: Der heutige Tag war die Krönung. In die Nachbarstadt gefahren um am Überweisungsautomat die Rechnung für meine bestellten Schnittmuster zu bezahlen (ich hatte noch was an meiner Kongressbestellung bei der Cremer KG ergänzt und freu mich wie blöd, diese "out-of-print"-McCalls-Schnitte noch bekommen zu haben!). Dafür fährt frau extra 10 Kilometer, denn die dusseligen Automaten in SG fressen keine Überweisung der Kreissparkasse Köln... egal. Nun, in der wunderschönen Blütenstadt Leichlingen beim Kaffee in der Knipmode geblättert. Ich hab diese nun zum allerersten Mal richtig angeschaut. Und die Sucht kam wieder hoch: Mir fiel ein, dass der Stoffdschungel in Solingen Freitags ab 9:30 geöffnet hat... also sofort hin und "nur mal gucken". Ja. Gucken.
Neue Restposten... mir sagt ja Giesswein nix, aber die Walkstoffe...sind ein Traum. Wie soll ich nun damit leben, dass der Stoffdschungel Reststoffe aus der aktuellen Giesswein-Produktion hat? Zum Trost habe ich einen Walk-Strickstoff mitgenommen, in einem wunderschönen Mossgrün. 2 Meter lang...aber nur 90 cm breit, heul! Herr Bederke, was soll man damit nur anfangen?
Und daneben hing ein Steppstoff.... ich wollte ja nur mal gucken... da hab ich ihn halt gesehen....und mitgenommen. Ja und dann in der Abteilung "Stoff vom Ballen" lag da dieser schmeichelweiche Baumwollnicki in einem Blau...einem Blau.... wie ein klarer Winterhimmel. Unnötig zu erwähnen, dass dieses Blau perfekt zu dem Steppstoff passt.
Ich wollte nur mal gucken, und hab 3 Stoffe mitgenommen, über den Gesamtpreis schweige ich lieber. Das gibt Ärger. Aber so ist das mit der Sucht: Sie will befriedigt werden, egal was danach ist. Ich kaufe Stoff, als wenn es kein Morgen gäbe.

(Die Farben sind mal wieder ziemlich falsch, aber ihr könnt euch denken, dass sie alle wunderhübsch sind. Und das Gefleckte obendrauf ist ein Seidenschal, den mir Ennertblume vom Bonner Nähkränzchen gestern geschenkt hat. War das Vorsehung? Am nächsten Tag finde ich die passenden Stoffe..... unheimlich!)
Eine sehr nette Leidensgenossin, die im Stoffdschungel sogar mit Namen begrüsst wurde (mich kennt da immer noch kein Mensch, schnüff), erzählte, dass sie demnächst ihre NähMa in den Urlaub mitnimmt. Recht so! Und sie musste mich trösten, als ich mit hängendem Kopf an der Kasse stand, meine Karte zückte und nicht aufhören konnte zu jammern.
"Sagen Sie Ihrem Mann, wenn sie die Teile, die sich sich damit nähen, alle gekauft hätten, wäre es viel teurer geworden"... Ja, genau! Ich darf nur nicht im gleichen Atemzug erwähnen, dass ich eine Steppjacke eigentlich gar nicht brauche (die alte ist noch nicht kaputt) und noch ne Weste aus Strick..na ja. Der Nicki flüsterte mir zu "Ich bin ein verwunschenes Wickelshirt mit Rock"... aber hört das auch mein Mann?
Nachmittags hab ich dann Omas Gartenzaun neu gestrichen. Der hatte das schon lange nötig. Dabei habe ich- schlaues Mädchen- gute Sachen getragen, damit ich mir Neue nähen muss!
Aber musste es denn ausgerechnet ein Shirt aus dem Kongress-Workshop sein? Hose und Shirt, alles voller dunkelbrauner Sprenkel, warum spritzt das Holzschutzzeugs auch so? Schnell in die Waschmaschine zu Hause, könnte ja sein die Farbe ist noch nicht eingetrocknet. Doch, ist sie. Dafür löste sich das Glitzezeugs vom Shirt und hat sich überall verteilt. Zu den braunen Flecken kamen also noch pinkfarbene. Gebt´s mir nur!
Das "Fancy"-Shirt, das ich mir für den Kongress gedruckt hatte und mitgewaschen wurde, ist auch hin. Ich habe Marabu Fun and Fancy-oderso benutzt, ich such die Tube mal raus, um mich dann ausgiebig darüber auszulassen, grrrr! Diese Glitzerfarbe ist eigens für Stoff, ich habe mich ganz genau an die Anleitung gehalten (trocknen lassen, einbügeln, 30 Grad von links waschen) und was kommt dabei raus: Eine rosa Matsche, die sich nun überall verteilt hat, leider nicht regelmässig, sonst könnte ich mir noch einreden ich hätte das Shirt halt einfach neu eingefärbt. Ich hab die Matsche mit dem Messer von beiden Shirts abgekratzt. Wenn hier jemand von meinen Kongress-Kursen mitliest: Die Drucke haben alle GEHALTEN! Tip Top! Wie frisch gedruckt!
Um das Maß voll zu machen, habe ich heute die letzten Stoffvorräte, die bei meiner Oma eingelagert waren, heimgebracht! Ein Teil davon wäscht grade, ich hoffe da passiert nicht auch noch was Eigenartiges mit.
Nun, also nach einem Tag mit Suchtanfällen, unverantwortlichem Geldausgeben, Klamottenversauen am Gartenzaun, 4 Bananenkisten voll Stoff die untergebracht werden wollen, versauter Stempelkunst, den Kopf voll vom Kongress und dem Bonner Nähkränzchen.... nach einem solchen Tag sag ich gar nix mehr. Kein Wort!
Vielleicht noch "piep", dafür ist immer Zeit.
Und bitte sag´ jetzt keiner "Du Arme", ich bin nicht arm! Ich fahr nur mit 180 auf der Autobahn und hab die Abfahrt verpasst. Runterschalten is´ nicht! Morgen geh ich auf den Leichlinger Obstmarkt und verkleide mich als Magd......
Kapitel1 - Die Idee
Thursday, September 28. 2006
Mir war, als ich mich im Frühjahr bei dem Internetportal hobbyschneiderin.net angemeldet hatte, nicht klar, was der Kongress ist und um was es geht. Man muss sich viele Informationen im Portal und im Internet zusammensuchen. Die Eckendaten über das "Wann und Wo" sind natürlich präsent, aber eine gutes "Was und Wie" habe ich bei Burda gefunden.
Obwohl es Platzverschwendung sein mag, möchte ich dennoch den Text hierher kopieren, denn da es sich bei dem Text um eine Ankündigung handelt, gehe ich davon aus, dass er demnächst entfernt wird. Hier also Sinn und Zweck des Kongresses, erzählt von Burda:
Begonnen hat das Ganze 2003 auf dem „Jahrestreffen der Hobbyschneiderinnen“. Schnell wurde deutlich, dass unter den Nähbegeisterten und Kreativfans ein solches Forum regelmäßig gewünscht wird. Denn nirgendwo sonst sind die Möglichkeiten des Austauschs, der Weiterbildung und der Information über Neuheiten auf dem Kreativ- und Handarbeitsmarkt so konzentriert und umfassend.
Seit 2004 der Kongress im Eurogress Aachen statt, zentral neben dem Casino und in der Nähe des Stadtparks gelegen. Hier kommen auf 2300 qm viele beratungsfreudige und am Austausch interessierte Händler sowie begeisterte, detailbegabte Kursleiter/innen zusammen und bieten den Besuchern ein vielfältiges Kreativangebot und eine einzigartige Atmosphäre.
Aachen ist mit dem Auto (A4 von Köln, A44 von Düsseldorf), der Bahn und dem Flugzeug gleichermaßen gut zu erreichen. Der Flughafen Maastricht/Aachen (NL) ist 35 km entfernt (www.maa.nl). Der Aachener Eurogress ist überall sehr gut ausgeschildert, sodass die Anfahrt völlig problemlos ist. Die Buslinien 3a und 13a haben dort eine Haltestelle und zu Fuß sind es vom Hauptbahnhof etwa 15 Minuten.
PRAXIS UND KNOW-HOW STEHEN IM VORDERGRUND
Die Kurse – 2005 waren es 782 Plätze, zu 95% ausgebucht – werden in diesem Jahr thematisch und von der Anzahl her weiter ausgebaut. Sie sind das Herzstück des Kongresses. Sie befassen sich hauptsächlich mit dem klassischen Nähen, dem Nähen von Accessoires, anderen Kreativtechniken und der Verwendung von Sonderzubehör. Mit der Firma Junghans als Partner kann der Handarbeitsbereich diesmal noch besser berücksichtigt werden. Im Einzelnen gibt’s Kurse, Vorführungen und Angebote zu folgenden Themen:
- Neuheiten bei Nähmaschinen und Overlocker
- Stickmuster Softwarepräsentation
- Sticken (Stickmaschine, frei Hand und per Hand, Myreschka)
- Nähen (Accessoires, Dessous, Bademode, Kuscheltiere, Patchwork, Reverskragen ...)
- Nadelkunde bei den Herstellern
- Schnittanpassung, Schnittdiskussion, richtiges Maßnehmen, Maßmode von burda
- Filzen (mit und ohne Maschine)
- Stempeln
- Makramee (Einführung)
- Nadliges (alles rund um die Wolle: Stricken, Häkeln ...)
- Quilten
- Verkauf von Schnittmustern (z. B. von burda), Stoffen, Kurzwaren und Wolle
- Modenschau
DAS ALLERWICHTIGSTE
Für die Workshops sollten Sie sich anmelden. Alle nötigen Materialien sind auf dem Kongress erhältlich. Auch die Besucher/innen, die keinen Kurs machen, können sich überall informieren und anregen lassen. Und: Gemeinsam lernen und gemeinsam dem Hobby Raum geben – dazu sind die zwei Tage gedacht. Unter dem Motto „Wir machen, was uns passt!“ kann an allen Ständen und in einer gemütlichen Plauderecke diskutiert (z. B. über Schnittmuster) und Hilfreiches, Lustiges ... ausgetauscht werden. Als abschließender Höhepunkt wird eine Modenschau eindrucksvoll zeigen, was genäht wurde und wie sich Hobbyschneider/innen in Oufits bewegen, die sie sich auf den Leib geschneidert haben!
FIRMEN VOR ORT
baby lock, Bernina, Blauweiss´chen, brother, Der rote Faden, Die Stoffzentrale, Cremer KG, Exclusive Stoffe, Fastenau, Groness, Janome,
Junghans, Organ Needles, PRYM, Scherzkeks Stoffe, Schmetz, sewy.de, Vlieseline und burda als Medienpartner
ADRESSE: Eurogress Aachen, Monheimsallee 48, D-52062 Aachen
TAGESKARTE: 5 Euro
Soweit Burda. Da ich den Text nun nach dem Kongress zum ersten Mal sorgfältig durchgelesen habe ;-), finde ich, er enthält alles Wichtige.
Was mir vor dem Kongress gefehlt hat, war eine Vorstellung davon, wie man sich das Ganze im Ablauf vorzustellen hat.
Darum möchte ich nun noch ein wenig ergänzend hinzufügen. Wie bereits gesagt sind die Kurse die Hauptsache.... für die Besucher! Ohne Kurse, kein Kongress. Die Kurse- über die ich noch ausführlich berichten werde- wurden auf zwei Bereiche verteilt. Im grossen Saal waren die Tische mit den Maschinen aufgebaut, Nähmaschinen, Overlocks und Punchingmaschinen. Zwischen den Tischen fanden sich immer wieder Tische, an denen man Unfertiges vollendes konnte oder eine Arbeit etwas raumgreifender ablegen konnte. So musste man nicht befürchten den letzten Nadelstich nicht ausführen zu können, wenn die Zeit abgelaufen war. Die Kurszeiten mussten natürlich eingehalten werden, da der nächste Kursleiter ja den Platz benötigte.
Im oberen Stock fanden die Kurse statt, bei denen keine Maschinen benötigt werden, was nicht allen Besuchern klar war, aber beim nächsten Mal bin ich schlauer und weise meine Kursleute im Vorfeld darauf hin.
Auf einer separaten Fläche fanden sich die Aussteller. Obwohl die Kurse das "Herzstück" des Kongresses sind, sind die anwesenden Händler und Hersteller beinahe noch wichtiger. Bringen die Kurse die Besucher zum Kongress, so bringen die Aussteller das Geld ins Säckel, und ohne Geld kein Kongress. Ausserdem finde ich als Besucher es absolut wichtig, auf einer Messe, auf der mir die Anwendung von Materialien gezeigt wird, auch selbige erwerben zu können. (Da muss ich mich mit meinen Stempeln ein wenig schämen, ich zeige sie, verkaufe sie aber nicht)
Und ich als "Gafferin", die keinen Kurs belegt hat, habe es genossen, in der Fülle des Warenangebots zu schwelgen. Nie gesehene Artikel habe ich entdeckt, und die wären nie und nimmer zu mir gelangt ohne den Kongress! Ich gehe selten in den Handel. Ich war bisher mit meinem Stoffdschungel in Ohligs vollauf zufrieden und was der nicht hat, das brauche ich auch nicht. (Durch den Kongress ist Scherzkeks-Stoffe zu meinen "must-have´s" hinzugekommen) Innovatives Zubehör führt ein Resteverkauf, wie es mein Stoffdschungel nun mal ist, natürlich nicht.
Will sagen: Neben den Kursen ist die Teilnahme der vielen Händler für mich absolut notwendig! Und wie viele Besucher des Kongresses haben an ihrem Wohnort keine Möglichkeit, an die begehrten Waren heranzukommen? Aachen ist wichtig! Der Kongress schliesst eine grosse Lücke in der deutschen Messelandschaft, denn Endverbrauchenmessen wie Creativa oder Kreativwelt können den Hobbyschneider/innen ihre Fragen und Wünsche nicht so passgenau erfüllen!
Kapitel1 - Die Aussteller
Tuesday, September 26. 2006
Kapitel 1: Die Aussteller
Ja... wie fange ich an? Erst einmal kopiere ich die Liste aus dem Forum der Hobbyschneiderin hier hinein. Folgende Aussteller waren auf der Liste:
baby lock
BERNINA
Blauweiß`chen
brother
burda
Der rote Faden
Die Stoffzentrale
Cremer KG
Exclusive Stoffe
Fastenau
Groness Stoffe und Kurzwaren
Home Atelier
Janome
Junghans (Wolle und Creativ Store)
Lutterloh
Organ Needles
PRYM
Scherzkeks Stoffe
Schmetz
Sewy.de
Vlieseline
Soweit die Liste.
Für jeden Besucher wird diese Liste nun eine andere Bedeutung haben. Einige blieben mir unbekannt, in der Kürze der Zeit hatte man garnicht die Möglichkeit, sich alle und alles ausführlich anzusehen.
Für mich hat sich durch den Besuch des Kongresses diese Liste mit Leben gefüllt. Aus Scherzkeks wurde nun endlich ein Bild von einem sehr interessanten Menschen, den ich vorher nur gesehen hatte. Nun bin ich schlauer. Ihr Tatendrang ist so immens, und auch wenn sie den halben Tag nur meckert: Sie ist ein Mensch voll Engagement und Mitgefühl, und ich hoffe sehr, sie noch oft zu treffen! (Danke für den netten "Abend" bis 3 Uhr morgens in Deinen Räumen!)
Burda ist ein Name, der mich seit meinen Jugendtagen begleitet. Seit ich eine Nähmaschine bedienen kann, habe ich Burda-Schnitte benutzt. Ich bin ein Gefühlsmensch. Für mich ist eine Firma nicht nur eine Firma. Für mich bedeutet z.B. Burda weit mehr als das: Tradition, eine starke Frau, Innovation und Information. Ich weiß: Burda wird von den vielen Hobbyschneiderinnen als trist, fad, langweilig und altbacken angesehen. Aber man muss nur die Augen aufsperren, um zu sehen dass dies nicht stimmt: Wie oft sieht man in dem Magazin Modelle, die seltsam anmuten. Und warum? Weil sie 6 Monate SPÄTER in allen Boutiquen hängen. Darum sind sie ungewohnt für´s Auge, man hat sich halt nur noch nicht dran gewöhnt. Nicht nur ich sage immer und immer wieder, dass ich grade meine alten Hefte regelmässig rauskrame, um danach zu nähen. Weil man sie DANN als tragbar empfindet. Und das soll altbacken und langweilig sein?
In Aachen bekam mein Verhältnis zu Burda eine neue Qualität! 30 jahre lang kannte ich die Modelle nur von Fotos. Endlich konnte ich sie aus nächster Nähe sehen. Anfassen. Fühlen. Vor allem dieses wunderschöne Kleid hatte es mir angetan:
Auf dem Foto (hier die Grossaufnahme) kann man sehr gut die Applikationen aus Filz sehen, jedoch wirken diese wie mit einem roten Faden umstochen.
Ich habe mir die Anleitung noch nicht durchgelesen, und ich wette es steht dort beschrieben, wie es geht. Aber sehen ist verstehen. Ich sah in Aachen, dass die Blätter lediglich aufgeklebt waren. Die Schnittkanten kamen ein klein wenig hoch. Die rote Umrandung war lediglich NEBEN die Filzblüten gestickt, und hat diese nicht befestigt. Ein kleiner, aber feiner Unterschied. Und ich will es nun um so mehr nacharbeiten! Das Heft habe ich ja schon längst.
Zu meinem Glück fehlt mir jetzt nur noch eine Modenschau von Burda, ob in Aachen oder anderswo ist mir wurscht. Vom 1.-14.Oktober findet im Düsseldorfer Karstadt eine Aktions-Doppelwoche statt, bei der auch Modenschauen angekündigt wurden. Da muss ich hin!
Dann sah ich dort zu meiner grossen Überraschung die Firma Blauweisschen. Ich hatte mir die Ausstellerliste nicht vorher angeschaut, da ich ja ohnehin hinfahren wollte, und vor Ort alles sehen konnte. Das war ziemlich dumm. Denn ich habe ja Stempel-Kurse gegeben, und wäre mit dem Wissen um Blauweisschens Anwesenheit ganz anders an die Sache herangegangen. Vielleicht nächstes Jahr.
Was bedeutet Blauweisschen? (Leider wird deren Internetseite grade umgebaut) Diese Firma bietet MODELN an. Das sind KEINE Stempel so wie ich sie kenne! Stempel sind aus Gummi, Modeln aus Holz. Basta! Dennoch sagten alle, wirklich alle Kunden am Stand, während ich dort war, auch "Stempel" zu den Modeln. Ich denke, Blauweisschen ist das gewöhnt, denn auch im Google-Cache zum Thema "Modeln" findet sich ein Eintrag zu "Stoffdruckstempeln". Also wurscht.
Nun, mit Modeln kann man auf Stoff drucken. Der "richtige" Blaudruck wie er zu Urgrossvaters Zeiten verwendet wurde, druckte mit einer farbabweisenden Substanz den sogenannten "Reservedruck". Erst wurde gedruckt, dann eingefärbt. So entstanden helle Muster auf dunklem Grund. Das heutige Drucken sieht genau andersherum aus: weissen Stoff mit blauem Druck. Aber auch sehr schön. Und wer kann schon einen Reservedruck erstellen? (Ehem, ich, aber nur auf Papier
)
Am Stand von Blauweisschen standen auch regelmässig Kunden und liessen sich die wunderschönen Modeln vorführen. Was mich als alte Stempeltussi immer wieder auf´s Neue fasziniert, sind die ganz typischen Möglichkeiten von Blauweisschens Motiven: Mit einigen Muster-Modeln lassen sich immer wieder neue Muster drucken. Ob als Ornament, Bordüre oder Rahmen.... das muss man mal gesehen habe.
Vom Prägen in Samt mit Modeln will ich euch jetzt nichts erzählen, sonst sitze ich hier noch morgen früh und hab blutige Finger vom Tippen.....
Am Blauweisschen-Stand habe ich dann auch meinen Fundus an Stoffdruckfarben ergänzt, die Farben von Blauweisschen sind nämlich auch super für meine geliebten Gummistempel geeignet!
Im hinteren Bereich der Händlerfläche hat mich ein Stand ganz besonders gefreut: Die Firma Lutterloh war doch gekommen! Nach meinen Informationen wurde Herr Lutterloh zum Zeitpunkt des Kongresses Vater, aber das liebe Baby hat uns den Gefallen getan früher das Licht der Welt erblicken zu wollen- Danke Lutterloh Junior!
So konnte die Firma Lutterloh auf dem Kongress ihr Schnittsystem vorführen. Ich selbst hatte vor Monaten davon gehört, und habe es dann auf einem Stoffmarkt in Aktion gesehen. Meine liebe Mami war so gut, mir ein Lutterloh-Grundset zu schenken, mitsamt Kurvenlineal. Dafür habe ich ihr im Gegenzug bereits 2 Teile genäht. Da ich von dem System begeistert bin, habe ich mich sehr gefreut, dass es nun auch weiteren Kundenkreisen vorgeführt werden konnte! Danke Lutterloh!
Des weiteren stolperte ich über die Cremer KG. Oh weh! Dies ist der Deutschland-Importeur für die Schnitte von Butterick, Vogue, McCalls und einer italienischen Firma, deren Name mir leider entfallen ist.
Und diese fiesen, gemeinen Leute bringen ihre Wühlkiste mit nach Aachen! Kistenweise Schnitte für 2 oder 4 Euro! Da konnte man doch nicht widerstehen, oder? Ich habe nun einen stark erweiterten Fundus dieser Firmen, und die Bestellung für Schnitte aus dem aktuellen Programm ist in Arbeit.
Stellvertretend für meine bestellten Schnitte nur diesen hier, denn als weitere Gemeinheit hatte Cremer richtig gute Messepreise gemacht, 9-Euro-Schnitte gab´s für 6.....

Dieser Schnitt ist absolut perfekt für ein Projekt, welches ich schon lange plane, und bei dem Preis? Warum hat Lutterloh sowas nicht? Schnüff.
Und dann sie! Angela. Gilbes-Nowiki. Noch vor dem Beginn der Messe hatten wir einen kleinen, zufälligen Plausch am Prym-Stand. Diese Frau sprüht nur so vor Ideen! Aber da ich ja selbst schon so oft Produkte mit Vorführungen an den Mann und die Frau gebracht habe, dachte ich, ich wäre bei Vorführungen immun. Ich kannte ja Angela noch nicht! Ich habe ihre Vorführung mit dem Chenille-Schneider immerhin 3 Mal gesehen, bis ich meine Beine in die Hand genommen habe und bei "profi handarbeitsgeräte" meinen Chenille-Schneider zum Messepreis erstanden habe. Ich hätte nicht mehr ruhig schlafen können ohne das Teil, Danke Angela! Grrrr. ![]()
(Im Bild rechts, das ist SIE)

Auch eine andere Demo hat mich sehr inspiriert, leider weiss ich den Namen der Dame nicht. Wenn ich ihn erfahre, reiche ich ihn nach. Sie stand bei "profi handarbeitsgeräte" und führte den von ihr entwickelten "Turbo Filzer" vor. Mit Hilfe dieses Mediums kann man das herkömmliche Filzen um ein Vielfaches verkürzen. Die Dame hatte nicht nur einen traumhaften Pulli an, den man in Foxi´s Blog HIER sehen kann, sondern zauberte mit ein bisschen Wolle und ihrem Turbozeugs einmalig schöne Accessoires.
Ein Hinweis von ihr brachte mich an den Janome-Stand. Nein Nein Nein, ich kaufe keine Maschine! Kein Geld für sowas. Aber...nun ja... diese neuen Punching-Maschinen sind ja schon was Feines ![]()
Am Filzstand bekam ich den Hinweis, dass sich die Wolle auch in Jeans hineinfilzen lässt. Ach Du Schande! Warum hab´ ich das bloss gehört! Bei Janome hab´ich das einer anwesenden Händlerin erzählt, und sie hat es gleich getestet...es geht! (Klar, warum auch nicht. Aber sehen ist glauben!)
Zurück am Filzstand hab ich der Dame dann freudestrahlend das Probeläppchen überreicht mit dem Worten "Das geht wirklich!" Oh weh! Das hätte ich nicht sagen sollen, ich hab einen fetten Abriss bekommen, warum ich es ihr denn nicht auch so geglaubt hätte. Ich bin ja schon still.
Aber obwohl ich als Pfaff 260 Benutzerin (Peterle meinte, das ist "kultig") eigentlich immun gegen neumodischen Maschinenkram bin, komme ich bei solchen Features schon ins Grübeln. Mal sehen was sich da in meinem Kopf festsetzt. Auf jeden Fall hab ich mir ein paar Handfilznadeln mitgenommen, denn was eine Maschine kann, das kann ich schon lange (mit Betonung auf "lange", *lach*, denn mit der Hand wird das Filzen sehr, sehr lange dauern)
Habe ich einen vergessen?
Ooooohhhhh ja, der steht nicht auf der Liste! Und das kam so:
Erst wenige Tage vor der Messe hatte Mit-Organisator Peterle einen Vertreter von Alterfil zur Messe holen können. Dieser Herr kam Tags zuvor von einem anderen Termin holterdipolter auf den Kongress. Nix zum verkaufen dabei, nur ein paar Rollen Garn zum Vorführen. Als ich so beschaulich durch die Messehallen schlenderte, sah ich Nowak vom Forum an einem Bügelautomat stehen. Ich sprang hinzu und meinte "Sowas hätte ich auch gerne", denn ich war in dem Glauben, dass es an dieser Stelle um die Vorführung einer Bügelmaschine ging. (Deine völlig überflüssige und mit einem breiten Grinsen vorgetragene Bemerkung "Ich hab so eine" hättest Du Dir echt sparen können, Nowak! Blanker Neid hat schon so manche Freundschaft zerstört
)
Aber weit gefehlt! Der Herr führte Nähgarn vor. Bevor ich nun die Vorzüge des Nähgarns "Alterfil" erläutere, versuche ich lieber mit dem heutigen Eintrag zum Ende zu kommen. Wenn ich die Visitenkarte des Alterfil-Herrn in meinem Chaos wiedergefunden habe, kommt ein ausführlicher Bericht dieses wirklich cleveren Produktes. Bis dahin freue ich mich über die Proberöllchen, das Maßband, die Fadenschneider, die Farbmusterkarte und die Unmengen Kekse die ich an seinem Stand gefuttert habe. Herr (Name wird nachgereicht) , rechts im Bild, hat sich nach allem was ich gehört habe, pudelwohl zwischen uns bekloppten Hühnern gefühlt.

Soweit die Aussteller, die ich mit meiner ungeteilten Aufmerksamkeit beehrt habe.
Um den Stand von Sewy habe ich jedes Mal einen grossen Bogen gemacht! Ich habe so viele Projekte zu vollenden... ich weiß ganz genau, wenn ich auch nur einen kurzen Blick auf die Unterwäsche-Schnitte werfe, dann bleibt alles andere liegen. Also müssen die BHs noch etwas warten. Dann steht ein Dessous-Kurs bei Sewy auf meiner To-Do-Liste.
Nun, natürlich habe ich alle Aussteller gesehen, aber wirklich intensiv habe ich mich mit den genannten beschäftigt. Ich hoffe, das war nicht zu langweilig für euch. Schliesslich war jede(r) mit anderen Interessen in Aachen unterwegs und hat andere Prioritäten gesetzt. Ich lasse mich gern treiben, denn dann sehe ich Dinge die mir neue Impulse bieten. Und die habe ich in Aachen mehr als mir lieb ist bekommen!
Ich hoffe ich sehe euch Aussteller alle wieder, und auch jene, die diesmal nicht dabei sein konnten.






